Seit Bun­des­prä­si­dent Horst Köh­ler nach lan­ger for­ma­ler ver­fas­sungs­recht­li­cher Prü­fung das Gesetz über Netz­sper­ren unter­zeich­net hat, ist die Situa­tion ent­stan­den, dass ein Gesetz exis­tiert, das vom Par­la­ment kaum noch getra­gen wird. Ledig­lich die CDU/CSU-Fraktion setzt sich für einen Erhalt ein. [1]

Am Mon­tag den 22.2. beschäf­tigte sich der Peti­ti­ons­aus­schuss mit zwei ent­spre­chen­den  Peti­tio­nen, [1] wobei ins­be­son­dere auch Fran­ziska Heine gehört wurde, nun wird sich Don­ners­tag auch das Ple­num dem Thema wid­men. [2] Es wur­den Anträge ein­ge­bracht, die das Ziel ver­fol­gen, das Ursprungs­ge­setz auf­zu­he­ben. [3]
Es exis­tiert bereits eine Wei­sung des Innen­mi­nis­te­ri­ums an das Bun­des­kri­mi­nal­amt, das Gesetz vor­erst nicht anzu­wen­den. Keine Sperr­liste soll erstellt wer­den, viel­mehr sol­len die Sei­ten nun direkt gelöscht wer­den. [4]
Diese Pra­xis, per unter­ge­setz­li­cher Rege­lung ein Gesetz nicht zur Anwen­dung zu brin­gen, stellt aller­dings wie­derum eine Nicht­ach­tung des Bun­des­ta­ges als gesetz­ge­bende Gewalt dar. Mit rechts­staat­li­chen Prin­zi­pien ist die­ser Vor­gang kei­nes­falls zu ver­ein­ba­ren, so gut die Absicht auch sein mag.
Die Jun­gen Pira­ten for­dern die Regie­rungs­frak­tio­nen des­halb auf, nicht auf hal­bem Weg zu ver­har­ren und zusam­men mit der Oppo­si­tion end­lich wirk­li­che Kon­se­quen­zen zu zie­hen: das Zugangs­er­schwe­rungs­ge­setz muss Geschichte wer­den! Auch kon­ser­va­tivste Inter­net­aus­dru­cker soll­ten inzwi­schen die Stich­hal­tig­keit der von 134.000 Men­schen vor­ge­brach­ten Argu­mente ver­stan­den haben und sich wie von ihnen selbst gefor­dert nach der Rea­li­tät, nicht nach Ideo­lo­gie rich­ten. Der Don­ners­tag bie­tet die Gele­gen­heit, zu bewei­sen, dass ein Lern­pro­zess statt­ge­fun­den hat. Die Jun­gen Pira­ten hof­fen, dass sich das Ver­ständ­nis der älte­ren Gene­ra­tion für die „digi­tal nati­ves“ ver­bes­sert hat.

Quel­len:
[1] http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2010/28679177_kw08_petitionen/index.html
Bild CC BY ima­zined

Ver­ant­wort­lich für den Inhalt der Pres­se­mit­tei­lung: Junge Pira­ten Bun­des­pres­se­stelle
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