Junge Piraten feiern einjähriges Bestehen
Am 18.04.2009 gründeten sich die Jungen Piraten in Wiesbaden und seitdem ist nun genau ein Jahr vergangen. Wir möchten unseren ersten Geburtstag nutzen, um das letzte Jahr mit all seinen Höhen und Tiefen Revue passieren zu lassen und einen kleinen Ausblick auf das kommende Jahr zu wagen.
Die Geschichte der JuPis beginnt am 18. April 2009. Ein Dutzend gründungswillige Jugendliche haben sich in Wiesbaden zusammengefunden, um die internationale Piratenbewegung in Deutschland durch eine unabhängige Jugendorganisation zu bereichern. Mit Carmelito Bauer an der Spitze, der einstimmig zum Vorsitzenden gewählt wird, soll der Verein in Zukunft Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis einschließlich 27 eine Plattform bieten, um sich ohne Bindung an eine Partei politisch engagieren zu können.

Angetrieben durch die Debatte um das Zugangserschwerungsgesetz wächst die Mitgliederzahl bis zur Bundestagswahl — ähnlich der Mitgliederzahl der Piratenpartei — beträchtlich. Im September 2009 zählt der Verein deutschlandweit bereits rund 200 Junge Piraten.
Kurz vor der Bundestagswahl erlebt der Verein seinen größten Tiefpunkt: Durch Fehlkalkulationen im Vorfeld gerät die mit Programmerweiterungen in den Bereichen Bildung und Energie politisch sehr erfolgreiche Bundesmitgliederversammlung in Frankfurt zum finanziellen Desaster. Zusätzliche Kosten für den Veranstaltungsraum und eine zu geringe Resonanz unter den Besuchern des öffentlichen Teils der Veranstaltung führen zu einem Fehlbetrag von mehreren tausend Euro.
In der Folgezeit gelingt es den JuPis durch großzügige Spenden und Darlehen von Privatpersonen und Verbänden der Piratenpartei alle Rechnungen zu begleichen. Verbindlichkeiten bestehen allerdings bis heute und können nur langsam abgetragen werden.
Joshua Brück wird in Frankfurt zum neuen Vorsitzenden gewählt, tritt jedoch wenige Wochen später zurück. Das Amt des Vorsitzenden wird seitdem kommissarisch von Heiko Herberg bekleidet. Durch gute Vorstandsarbeit — immer aber auch durch viel Eigeninitiative der Mitglieder getragen — verfestigen sich langsam die Organisationsstrukturen des Vereins. Während um den Jahreswechsel herum auf zwei kleinen außerordentlichen Mitgliederversammmlungen die Satzung angepasst und ein neues Logo verabschiedet wird, gründen sich in Niedersachen und Nordrhein-Westfalen bereits Landesverbände, um die regionale Organisation und Identifikation mit dem Verein zu verbessern.
In der Folgezeit sind organisatorische Probleme wie dereinst bei der Bundesmitgliederversammlung in Frankfurt überwunden und die weiter wachsenden Jungen Piraten bringen sich durch zahlreiche Aktionen ins Gespräch.

Wie bereits schon auf der gamescom 2009 erprobt, nehmen die Jungen Piraten die größte deutsche LAN-Party, die NorthCon, im Dezember zum Anlass, sich unter die Gamerszene zu mischen. Bewaffnet mit einem Super Nintendo, dem gläsernen Mobil und einem Waffeleisen diskutieren die JuPis vier Tage lang mit Computerspielern aus aller Welt, informieren über ihre politischen Ziele und tragen mit einem Retro-Game-Turnier zum Programm bei. Der Infostand zusammen mit Pirate Gamng auf der NorthCon findet bei JuPis und Veranstaltern so viel Anklang, dass wir auch auf der Northcon 2010 vom 28. bis 30. Mai wieder in Neumünster dabei sein werden.
Dass Computerspiele eine Kernkompetenz der JuPis darstellen, zeigt sich auch im Landtagswahlkampf in NRW: Die Wahlkampftour durch 14 Städte, für die die JuPis NRW und einige Unterstützer aus dem Rest der Republik ihre Osterferien investieren, beginnt mit einer Partie Killerschach in Köln. Auf dem Münsteraner Straßenfest der Piratenpartei sind die JuPis ebenfalls mit eigenem Infostand vertreten und leisten neben ihren politischen Forderungen nach Stärkung der Bürgerrechte, Abbau des Überwachungsstaats und Ausbau freier Bildung auch Aufklärungsarbeit bei Gleichaltrigen.

So liegt der Fokus zahlreicher Infostände der JuPis auf ihrer im März 2010 begonnenen Aktion „Hol dir deine Daten zurück!“. Mit Flugblättern, Artikeln und einer eigens für die Aktion eingerichteten Website schaffen die Jungen Piraten Bewusstsein für den Umgang mit persönlichen Daten in den gerade bei Jugendlichen beliebten sozialen Netzwerken. Ein gut besuchter Vortrag zu HDDDZ auf dem PolitCamp in Berlin, auf dem ein Dutzend JuPis den Altersschnitt der Besucher beträchtlich senken, trägt dazu bei, dass die Aktion von zahlreichen Medien aufgegriffen wird. Dank des Vortrags der Jungen Piraten findet auch die Perspektive besonders junger Leute, die mit sozialen Netzwerken aufwachsen, auf dem Politcamp Gehör. Die Diskussion um die Nutzungsbedingungen von facebook, die mittlerweile auch die deutsche Politik erreicht hat, zeigt, dass die JuPis mit dem Thema und der Förderung nicht nur politischer, sondern auch persönlicher Verantwortung im Umgang mit Social Networks einen Nerv getroffen haben.
Der besondere Bezug zu Jugendthemen kommt den Jungen Piraten auch im Zuge der Novellierung des Jugendmedienschutzstaatsvertrags (JMStV) zu Gute. Als eine der ersten zivilgesellschaftlichen Organisationen wenden sie sich in einer Stellungnahme gegen Internet-Sendezeiten und die Einführung einer De-facto-Kennzeichnungspflicht für Webseiten. Ihre Kritik tragen sie in einem persönlichen Gespräch an den Leiter der für die Änderung des JMStV federführenden Staatskanzlei Mainz heran. Da der Änderungsvertrag ungeachtet der Kritik und konstruktiven Vorschläge seitens der Netzgemeinde bislang nicht entschärft wurde, ist auch während der nun anstehenden Ratifizierungsphase durch die Landtage mit einer kritischen Begleitung des JMStVs durch die JuPis zu rechnen.
Auch bei der internationalen Vernetzung hat sich in den letzten Monaten einiges getan. Die JuPis haben drei internationale Botschafter ernannt, die Kontakt zu Jungen Piraten in anderen Ländern halten und unter anderem den Jungen Piraten Serbien bei ihrer Gründung mit Rat und Tat zur Seite standen. Zwei JuPis waren auf dem Kongress der Ung Pirat in Schweden zu Gast und haben dort mit einem internationalen Podcast zur Völkerverständigung beigetragen. Aktuell sind die JuPis gemeinsam mit Piratenparteien aus aller Welt an dem Bündnis Stopp ACTA beteiligt. Mit ACTA, dem Anti-Counterfeiting Trade Agreement, drohen in zahlreichen Ländern, auch in der EU, massive Einschnitte in die digitalen Bürgerrechte. Eine internationale Petition, die im Sommer an die Verhandlungsführer des in Geheimverhandlungen erarbeiteten Abkommens überreicht werden soll, kann man auf der ACTA-Seite der JuPis mitzeichnen.
Viel hat sich seit der Gründung vor einem Jahr getan. Die mittlerweile über 400 Mitglieder arbeiten mit Hochdruck an neuen Aktionen, wie der Ausrichtung eines Konzerts im Rahmen des Open Music Contest 2010, einem politischen Theaterprojekt und Workshops zur Professionalisierung der internen Arbeit. Wer neugierig geworden ist, kann uns an unserem Infostand beim Bundesparteitag der Piratenpartei am 15. und 16. Mai in Bingen besuchen oder einfach mal im Forum, im IRC oder auf einem unserer zahlreichen Stammtische vorbeischauen. Mitglied werden kann jeder bis zum 28. Lebensjahr und auch junggebliebene OPis können ihren Teil dazu beitragen, dass das zweite Jahr Junge Piraten genauso erfolgreich beginnt, wie das erste ausklingt.
In diesem Sinne: Packen wir’s an!


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Lutoma am April 18th, 2010 um 12:57
\o/ Yeeha!
Philip am April 18th, 2010 um 14:28
Hallo,
alles alles GUTE und feiert heftig
!
Grüße von den Welzheimer Piraten
Jonas am April 18th, 2010 um 14:59
Hipp Hipp Hurra!!
Jul am April 18th, 2010 um 16:20
alles gute! Lasst euch schön beschenken bzw. lassen wir uns schön beschenken
Anonymous am April 18th, 2010 um 21:10
Herzlichen Glückwunsch und weiter so!
gheed am April 19th, 2010 um 22:17
Ich freu mich auf ein weiteres tolles Jahr mit euch
Bytes Land am März 29th, 2011 um 08:44
es ist so toll, dass die junge Leute sich fur so was interessieren. ich wunsche euch alles gute und freue mich auf euer Erfolg)