Denken verboten – auch in NRW
Die Jungen Piraten NRW unterstützen die Kritik der Piratenpartei Bayern am Schulfiltersystem der Firma „Time for Kids“. Das System soll primär Webseiten mit gefährdenden Inhalten von Schulcomputern verbannen, sperrt dabei aber auch unter anderem Nachrichtenmagazine.
Der Schulfilter von „Time for Kids“ wurde und wird vor allem in bayrischen Schulen genutzt, aber er findet auch immer häufiger an Schulen in NRW und anderen Bundesländern Anklang. Laut Herausgeberangaben soll er Schüler davon abhalten, Webseiten z.B mit pornografischen Inhalten in der Schule abzurufen. Allerdings werden auch Nachrichtenseiten und Informationsportale wie die Webpräsenz der Tagesschau sowie kritische Seiten zum Thema Urheberrecht oder zum Thema Abtreibung gesperrt. Auch wurden in der Vergangenheit Webseiten der Jungen Piraten und Projektwebseiten wie HDDDZ gesperrt. Durch diese vielen, meistens unbegründeten Sperren ist es nicht möglich, effektiv zu recherchieren, was den Sinn eines Schulcomputers stark anzweifelbar macht.
Gero Wollgarten, stellvertretender Vorsitzender der Jungen Piraten NRW, kann nur Kritik äußern. „Natürlich wollen wir nicht, dass sich Schüler anderweitig an den Rechnern vergnügen, aber es ist fragwürdig, ob es förderlich für die Meinungsbildung der Schüler ist, wenn Informationsseiten wie Netzpolitik.org oder Seiten, die mit Informationen zu Themen wie Abtreibung und ähnlichem dem Ideal der „Time for Kids Foundation“ widersprechen, grundlos geblockt werden.“
Verantwortlich für den Inhalt der Pressemitteilung: Landespressestelle der Jungen Piraten NRW
Korrektur: Ursprünglich hatten wir bemängelt, dass gesperrte Webseiten nicht durch die Schulen selbständig entsperrt werden können. Dies ist nicht korrekt, eine Freischaltung gesperrter Seiten durch Lehrkräfte ist in der Software vorgesehen.


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