ACTA bleibt intransparent
Bei einem Treffen der Verhandlungsführer des internationalen Handelsabkommens ACTA mit Vertretern der Piratenparteien von Deutschland, der Schweiz und Österreich am vergangenen Montag wurde den Piraten eine transparente Fortsetzung der umstrittenen Geheimverhandlungen zugesichert. Die Skepsis der Teilnehmer des Treffens angesichts dieses Lippenbekenntnisses hat sich nur allzu schnell bestätigt.
Heute, unmittelbar nach Ende der 9. ACTA-Verhandlungsrunde in Luzern, meldet heise, dass es keine Veröffentlichung des aktuellen Vertragsentwurfs geben wird. Der aktuelle Stand der Verhandlungen wird der Öffentlichkeit gezielt vorenthalten, obwohl die bislang veröffentlichten Dokumente zu ACTA deutliche Einschnitte in Bürgerrechte enthielten und für einen internationalen Entrüstungssturm aus unterschiedlichsten Teilen der Zivilgesellschaft sorgten.
Ohne eine Veröffentlichung des aktuellen Verhandlungsstandes muss man trotz anderslautender Lippenbekenntnisse weiterhin davon ausgehen, dass ACTA den Handel mit generischen Medikamenten behindern und so die Leben tausender Menschen in Entwicklungsländern gefährden wird. Eine Verhandlungsführung hinter verschlossenen Türen, ohne Einbezug der Öffentlichkeit und der Vereinten Nationen, ist ein Armutszeugnis für die beteiligten demokratischen Staaten und wird nicht dazu beitragen, den Protest über die zu erwartenden Menschenrechtsverletzungen zum Schweigen zu bringen.


Facebook
Flickr
Identi.ca
Twitter
Youtube
Pingback: “Ich war nicht der netteste Junge” | forex-feed.de