Junge Piraten fordern Neuordnung des Medienrechts
„Das Internet ist kein Rundfunkmedium!“
Diese simple Erkenntnis muss der Ausgangspunkt einer Neuausrichtung des Medienrechts für das Internet sein, so die Forderung der Jungen Piraten, die sie in einer Analyse der Begründung zum neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV-E) vorstellen.
„Wir wenden uns entschieden gegen die vergeblichen Versuche der Politik, durch Sendezeiten und Kennzeichnungspflichten die Logik des Rundfunks auf das Read-Write-Medium Internet zu übertragen“, erläutert Heiko Herberg, Vorsitzender der Jungen Piraten. „Wo der Rundfunk regional ist, ist das Internet global, wo der Rundfunk ein geordnetes Programm bietet, hat das Internet eine nahezu unendliche Auswahl“, kontrastieren die Jungen Piraten zwei Medientypen, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Um dem Internet, das keine Staatsgrenzen kennt, gerecht zu werden, ist eine Ansiedlung der Gesetzgebungskompetenz bei den Ländern irrwitzig. Politische Entscheidungen, die sich für den Rundfunk etabliert haben, müssen in Hinblick auf das Internet komplett in Frage gestellt werden. Eine Auseinandersetzung mit der digitalen Realität in Enquete-Kommissionen und Gesprächskreisen ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, wird aber durch eine rückwärtsgewandte Medienpolitik und einen falsch verstandenen Jugendschutz konterkariert. Julia Reda, Mitglied im Vorstand der Jungen Piraten, bemängelt: „Der deutschen Debatte um die Netzpolitik mangelt es vor allem an Ehrlichkeit und Sachverstand. Die Politk schützt mit Hilfe des Jugendschutzes vor der Jugend anstatt sich ihr zu nähern und hat ihren Auftrag klar verfehlt.“
Verantwortlich für das Erstellen der Pressemitteilung: Bundespressestelle der Jungen Piraten
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Thomas F. am Juli 5th, 2010 um 11:14
Okay.. die Unterschiede von Rundfunk und Internet dürften selbst die verschnarchtesten PolitikerInnen verstanden haben.
Spannender fände ich aber die Frage, wie sich Junge PiratInnen den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Web-Inhalten vorstellen, die nicht für die Altersgruppe geeignet sind.
Senficon am Juli 5th, 2010 um 15:38
@Thomas: Leider haben sie diesen Unterschied nicht verstanden. Sonst wären solche Ideen wie Internetsendezeiten doch nie hoffähig geworden. Ehe wir uns auf diesen kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt haben, können wir auch nicht sinnvoll über zukünftige Regelungen nachdenken.
SD am Juli 5th, 2010 um 20:24
Kann es sein, dass im allerletzten Satz was fehlt?
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Iz am Juli 6th, 2010 um 13:05
Na, solch ein Verbot werden sie kaum durchbringen. Einige der größten Free2Play-Entwickler wie Gamigo, BigPoint und andere deutsche Unternehmen mischen in diesem Geschäft nämlich ganz gut mit und der Markt der Online-Spiele wächst und generiert große Umsätze. Eltern, die ihre Kinder vor solchen Inhalten schützen möchten, könnten selbst ein geeignetes Casual Game mit ihnen zocken. Es gibt um die 200 Spiele auf dem Markt — also auch kinderfreundliche Spiele wie zum Beispiel Rennspiele im Mario Kart Style, Kinderfantasy etc etc. Indem man mit den Kindern zusammen spielt, kann man ihnen den moderaten Umgang mit solchen Medien lehren. Bin auch kein Fan von blutrünstigen Spielen, aber besser als das Nachmittagsprogramm von Pro Sieben ist manches Spiel allemal, trotz der Kontrapunkte, denn ganz schützen kann man kein Kind vor PC oder Konsolengames. Einfach einmal schauen, was das Kind in solch einem Spiel macht und natürlich das richtige Spiel wählen. Habe schon öfter Mutter/Vater mit Kind in einem Spiel getroffen und die Kids fanden das toll.
Viele Grüße
Iz am Juli 6th, 2010 um 13:09
Entschuldigung, das Kommentar war für den Artikel „Spiele töten keine Menschen“ gedacht…
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