IndizierungAls Erst­un­ter­zeich­ner unter­stüt­zen die Jun­gen Pira­ten und der Pirate Gaming e.V. die Peti­tion des Ver­bands für Deutsch­lands Video– und Com­pu­ter­spie­ler (VDVC) gegen die Indi­zie­rung von Kul­tur­gü­tern. „Mit der Indi­zie­rung befin­det sich die deut­sche Poli­tik auf dem Holz­weg. Das wich­tige Ziel des Jugend­schut­zes wird durch sie nicht geför­dert. Statt­des­sen ver­hin­dert die Indi­zie­rung eine dif­fe­ren­zierte Aus­ein­an­der­set­zung mit Medi­en­in­hal­ten auch durch erwach­sene Rezi­pi­en­ten“, bemän­gelt Julia Reda, Vor­sit­zende der Jun­gen Pira­ten. Sven Krum­beck, Vor­sit­zen­der von Pirate Gaming, fügt hinzu: „Der deut­sche Jugend­schutz ist einer der här­tes­ten der Welt. Große Erfolge hat diese Ver­bots­po­li­tik nicht vor­zu­wei­sen. Es muss ein Umden­ken erfol­gen.“

Der fol­gende Peti­ti­ons­text kann auf www.ich-bin-gamer.net mit­ge­zeich­net werden:

Indi­zie­rung und Ver­bote sol­len Maß­nah­men zum Jugend­schutz sein, sind aber in der heu­ti­gen Zeit eher das Gegen­teil. In einer Zeit, in der sich das Nut­zungs­ver­hal­ten des eige­nen Nach­wuch­ses mit Hilfe tech­ni­scher Mit­tel sehr genau nach­voll­zie­hen lässt, jeder Inhalt jedoch nur einen Klick ent­fernt liegt, wiegt eine Ver­drän­gung bestimm­ter Medien aus der öffent­li­chen Wahr­neh­mung Eltern in einer fal­schen Sicher­heit. Die Pra­xis der Indi­zie­rung erschwert damit vor allem geis­tig rei­fen Inter­es­sen­ten die legale Aus­ein­an­der­set­zung mit Inhal­ten, die sich expli­zit an Erwach­sene rich­ten. Hier ist zu beden­ken, dass Video­spiele wie auch Filme und Bücher einen Spie­gel der Gesell­schaft dar­stel­len, die kul­tu­relle Ängste und Sor­gen auf­grei­fen, bei der Ver­ar­bei­tung hel­fen und Anre­gung zur Dis­kus­sion geben kön­nen. Mit fort­schrei­ten­der Reife eines Medi­ums ist ver­stärkt kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Thema Gewalt zu beob­ach­ten, rigo­rose Ver­bote von Gewalt­dar­stel­lung könn­ten hier die Ent­wick­lung des noch jun­gen Kul­tur­guts im Keim ersti­cken. Die gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung gebie­tet folg­lich, sich sich für ein Ende der Indi­zie­rung und gegen die Ein­füh­rung wei­te­rer Zen­sur­maß­nah­men ein­zu­set­zen. Wir for­dern also:

- die unmiss­ver­ständ­li­che Klar­stel­lung, dass Ver­ant­wor­tung nicht durch Ver­bote ersetzt wer­den kann;

- die Stär­kung der Ver­ant­wor­tung der Erzie­hungs­be­rech­tig­ten, sowie die Ein­lei­tung ent­spre­chen­der Maß­nah­men, damit diese ihrer Ver­ant­wor­tung leich­ter nach­kom­men können;

- den Ver­zicht auf Ver­bote, die ledig­lich auf­grund von Gewalt­dar­stel­lung erfolgen;

- die Abschaf­fung der ver­al­te­ten Methode der Indizierung.


Bild [CC-by-nd] by Marina Weis­band


Ver­ant­wort­lich für das Erstel­len der Pres­se­mit­tei­lung: Bun­des­pres­se­stelle der Jun­gen Pira­ten
Ver­ant­wort­lich für den Ver­sand der Pres­se­mit­tei­lung: Bun­des­pres­se­stelle der Jun­gen Piraten