Einträge aus der Kategorie 'Internetkultur'

Stephan Urbach - Internetkultur, Jugendschutz, Killerspiele - 19. März 2010 - 5 Kommentare

Schweiz: Killerspielverbot durchgesetzt

In einem Antrag vom Mai 2009 verlangte Evi Allemann, Politikerin und Mitglied der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz, ein allumfassendes Verbot von Spielen, in denen es möglich ist “menschenähnliche” Figuren zu töten. Am gestrigen Donnerstag, dem 18.03.2010, wurde im Schweizer Parlament beschlossen diesen Antrag durchzusetzen.

Der Antrag, welcher von der Piratenpartei Schweiz und von Pro Juventute stark kritisiert wurde, hatte sogar in den Reihen der Schweizer Politik Skeptiker. Der Schweizer Bundesrat hatte in einer Antwort auf den Antrag von Frau Alemann bekanntgegeben, dass Jugendliche zwar vor Gewaltdarstellungen geschützt werden müssen, ein allumfassendes Verbot aber nicht durchsetzbar sei. Zwar seien die Spiele nicht grundsätzlich dafür verantwortlich Gewalt und Aggressionen zu verursachen, jedoch sei von Produkten abzusehen, in denen grundsätzlich nur die Ausübung von Gewalt und Folter zum Ziel führe.

Das Parlament hat nun beschlossen, eine Verbotsrichtlinie zu schaffen, die derer aus Deutschland annähernd gleicht. Indizierungen von Spielen gibt es auch hierzulande und sie sollen nun auch in der Schweiz durchgesetzt werden. Fraglich bleibt jedoch, welche Kriterien nun benutzt werden um ein Verbot von Spielen durchzusetzen. Von Evi Allemann heißt es: “Es wird sich wohl um etwa ein Dutzend Games handeln, wie in Deutschland, wo beispielsweise Mortal Kombat und Manhunt verboten sind, nicht aber Counter-Strike“. Grundsätzlich stimmen wir von Pirate-Gaming zu, dass Spiele wie Manhunt, in dem vom Spieler verlangt wird grausame Folter auszuüben, in Kinderzimmern und in Händen von Jugendlichen nichts verloren haben. Jedoch wird hier wieder deutlich, dass mit dieser Forderung eine Zensur durchgeführt wird, die auch mündige Erwachsene daran hindert, Spiele zu spielen.

Eine Kontrolle, welche Spiele genau auf dem Schweizer Index landen, wird verschleiert. Die Gefahr ist enorm, dass auch Spiele verboten werden, in denen gar kein Gewaltpotential vorhanden ist. Zensur ist somit vorprogammiert. Von Allemann heißt es dazu, dass “ein exzessiver Konsum von Actiongames einen Einfluss auf das Aggressionspotenzial hat.” Wissenschaftliche Belege werden natürlich nicht geliefert. Spiele wie Command & Conquer: Generals sind auch hierzulande in ihrer Originalfassung indiziert worden, auch wenn eine exzessive Darstellung von Gewalt nicht verlangt wurde und vor allem auch nicht vorhanden war. Dazu wurde für Deutschland eine zusätzliche Fassung entworfen, in der die menschlichen Akteure durch Cyborgs ersetzt wurden. Dass hierdurch die grundsätzliche Atmosphäre des Spiels einen groben Einschnitt erfahren hat, scheint egal zu sein.

Wir von Pirate-Gaming können nicht oft genug darauf hinweisen, dass ein Verbot von Spielen keinen Einfluss darauf haben wird, ob irgendwo ein Amoklauf stattfinden wird. Die Eltern sind hier gefragt. “Altersbegrenzungen auf Spiele sind wichtig, aber dürfen nicht als alleiniges Allheilmittel gesehen werden. Denn wirklich nachhaltige Wirkung wird nur erzielt, wenn Eltern sich zusammen mit ihren Kinden mit Computerspielen beschäftigen, anstatt ihnen einfach die gewünschten Spiele unter den Weinachtsbaum zu legen”, sagt auch Jessica W., staatlich gelernte Kinderpflegerin und Pädagogikexpertin von Pirate-Gaming.

Der Artikel stammt im Ursprung von Pirat Gaming und ist hier zu finden.



Stephan Urbach - Internetkultur, Pressemitteilungen - 17. März 2010 - 5 Kommentare

Hol dir deine Daten zurück!

„Hol dir deine Daten zurück!“ lautet das Motto der aktuellen Aktion der Jungen Piraten. Sie soll das Bewusstsein Jugendlicher, junger Erwachsener und auch der Eltern dafür schärfen, welche Daten in Social Networks wie Facebook, den VZ-Netzwerken, wer-kennt-wen oder auch MySpace die Runde machen und wer sie alles sehen kann. Die Jungen Piraten sehen das Ziel der Aktion darin, dass Profile aufgeräumt werden und die Nutzer verantwortungsvoller mit ihren persönlichen Daten und Bildern umgehen. „Gerade Kinder und Jugendliche sind sich oft nicht bewusst, dass sich Daten zwar einfach ins Netz stellen, aber nur aufwändig – wenn überhaupt – wieder entfernen lassen“, so Jan Zaeske (18), Leiter der Aktion bei den Jungen Piraten. Anhand einiger Beispielszenarien erläutert die Website www.hol-dir-deine-daten-zurück.de anschaulich, was man nicht tun sollte.

„Es ist keine Seltenheit mehr, dass Personalchefs sich die Social-Network-Profile Ausbildungssuchender ansehen und aufgrund dieses Eindrucks über die Vergabe des Ausbildungsplatzes entscheiden“, warnt Heiko Herberg (22), Vorsitzender der Jungen Piraten eindringlich. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – ein Social-Network-Profil erzählt einen ganzen Roman. Und er geht nicht immer gut aus.“

Die Junge Piraten erhoffen sich von dieser Informationskampagne, mehr Menschen zum Nachdenken im Umgang mit ihren persönlichen Daten anzuregen – ganz nach dem Motto der Aktion: „Hol dir deine Daten zurück!“


Verantwortlich für das Erstellen der Pressemitteilung: Bundespressestelle der Jungen Piraten
Verantwortlich für den Versand der Pressemitteilung: Bundespressestelle der Jungen Piraten



Stephan Urbach - Internetkultur, Jugendschutz, Politik, Pressemitteilungen - 10. März 2010 - 3 Kommentare

Piratenpartei und Junge Piraten diskutieren JMStV in der Mainzer Staatskanzlei

Vertreter der Piraten trafen sich am Dienstag in Mainz mit dem Chef der Staatskanzlei Martin Stadelmaier, um ihre massive Kritik am Neuentwurf des Jugendmedienschutzstaatsvertrages (JMStV-E) vorzutragen. Auch nach dem Gespräch bleiben die Piraten bei ihrer vehementen Kritik: „Verpflichtungen zur Kennzeichnung von Webseiten müssen aus dem Vertrag gestrichen werden. Inhaltliche Vorab-Prüfpflichten für Webseitenbetreiber sind unzumutbar und gefährden die freie Kommunikation im Internet“, so Julia Reda, Mitglied im Bundesvorstand der Jungen Piraten (JuPis). „Trotz der Lippenbekenntnisse der Landesregierung haben wir die begründete Sorge, dass Webseitenbetreiber nach dem aktuellen Gesetzesentwurf nutzergenerierte Inhalte, wie etwa Kommentare, präventiv inhaltlich kontrollieren müssen. Dies muss im Gesetzestext glasklar ausgeschlossen werden!“

Die Piraten fordern, dass aus dem Staatsvertrag deutlich hervorgeht, dass Anbieter nicht für Inhalte von verlinkten Webseiten oder nutzergenerierten Inhalt belangt werden können. Stephan Urbach, Pressesprecher der Jungen Piraten, ergänzt dazu: „Ich wünsche mir, dass die angekündigte Präzisierung der Formulierungen im Staatsvertrag umgesetzt wird und Rechtssicherheit für Webseitenbetreiber gewährleistet ist.“ Die PIRATEN und JuPis sehen in dem Vertrag eine Verletzung der Netzneutralität, die nicht toleriert werden darf. Zugangsprovider können per gerichtlichem Beschluss zur Sperrung von Webseiten gezwungen werden.

„Es ist nicht Aufgabe von Zugangsprovidern, im Namen eines vermeintlichen Jugendschutzes Einfluss darauf zu nehmen, welche Inhalte ihre Kunden im Internet abrufen. Die technischen Voraussetzungen, die Provider zur Sperrung von Webseiten schaffen müssen, bergen stets die Gefahr, zur Filterung unliebsamer Webinhalte missbraucht zu werden.“ so Anna Scherer, Landesvorsitzende der Piratenpartei Rheinland-Pfalz.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die mangelnde Transparenz des Gesetzgebungsprozesses, der zum Gesetzesentwurf geführt hat. Man war sich einig, dass hier Nachholbedarf besteht. Angelo Veltens, politischer Geschäftsführer der Piratenpartei Rheinland-Pfalz, fügt abschließend hinzu: „Wir sind der Meinung, dass die Ausarbeitung solcher Vertragsentwürfe nicht im Geheimen stattfinden darf. Vertragsentwürfe müssen zeitnah veröffentlicht und Änderungen dabei hervorgehoben und klar aufgezeigt werden. Darauf haben die Bürgerinnen und Bürger ein Anrecht. Unsere Gesprächspartner haben hier Einsicht gezeigt und für die Zukunft Besserung gelobt. Leider ist der aktuelle Vertragsentwurf dennoch bisher nicht veröffentlicht.“

Die Piratenpartei fordert:

  • den Stopp der irrsinnigen Sendezeiten-Regelungen
  • die Gewährleistung der freien Diskussionskultur im Netz
  • den Schutz der Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit
  • keine Pflicht zur Kennzeichnung von Inhalten!
  • keine Vorab-Prüfpflichten für Webseiten-Anbieter!
  • keine Haftung für das Setzen von Hyperlinks!
  • keine Netzsperren-Infrastruktur!
  • keine Zwangsfilterung auf Anbieterebene!
  • keine Haftung der Zugangsanbieter für Inhalte!
  • die Verankerung von Zensur-Freiheit im JMStV
  • die Verankerung von Netzneutralität im JMStV
  • die umgehende Veröffentlichung des aktuellen Gesetzesentwurfs
  • die Einbindung der Öffentlichkeit in die Diskussion
  • öffentliche Sitzungen der Rundfunkkommission
  • die Einrichtung einer Grundrechte-Agentur
  • eine stärkere Förderung von Medienkompetenz an Schulen

Verantwortlich für den Inhalt dieser Pressemitteilung:
Landespressestelle der Piratenpartei Rheinland-Pfalz

Verantwortlich für den Versand dieser Pressemitteilung:
Landespressestelle der Piratenpartei Rheinland-Pfalz und die Bundespressestelle der Jungen Piraten




Lukas Martini - Internetkultur, Lobbyismus - 27. Februar 2010 - 7 Kommentare

Junge Piraten gegen Verbot von freier Software

Die Jungen Piraten zeigen sich schockiert in Anbetracht der Äußerungen der International Intellectual Property Alliance (IIPA) zu Open Source Software, in welchen sie diese mit illegal kopierten Anwendungen gleichstellt [1]. Sie zeigen eine fatales Unverständnis sowie eine Verleugnung der Eigenschaften freier Software. Noch weniger ist es akzeptabel, Länder, die die Verbreitung von freien Alternativen zu gewöhnlicher kommerzieller Software fördern, auf “Risikolisten” zu setzen.

“Dass diese Bitte der IIPA durch das fadenscheinige Argument begründet wird, Open Source sei antikapitalistisch und kommunistisch, zeigt, dass es in dieser Debatte nicht um Argumente, sondern vielmehr um die Verdrängung von aufstrebender Konkurrenz vom Markt geht.”, erläutert Mathis Elling, Leiter der AG Freie Software der Jungen Piraten, welche sich mit dieser Thematik auseinandersetzt. “Welche Vorteile dies für die Mitglieder der Lobbyorganisation IIPA hätte, ist offensichtlich. So fürchten viele Hersteller von kommerzieller Software schwere Gewinneinbußen durch freie Alternativen.”, so Elling weiter. Anstatt sich mit der Materie auseinanderzusetzen und zu bedenken, wie auch kommerzielle Firmen freie Lizenzen nutzen könnten, würde hier durch billige Panikmache und Schmutzkampangen versucht, die Konkurrenz in ein negatives Licht zu rücken.

Dabei hat freie Software viele Vorteile gegenüber kommerzieller. Da sie häufig kostenlos verfügbar ist, bekommen durch sie gerade sozial schlechter gestellte Menschen die Möglichkeit, an technlogischem Fortschritt teilzuhaben, den sie sich im Normalfall nicht leisten könnten. Auch Entwicklungsländer, welche nur über knappe finanzielle Mittel verfügen, wären, würden sie kommerzielle Software benutzen, benachteiligt, da ihnen das Geld, das sie für teure Lizenzen ausgeben müssten, in anderen Bereichen fehlen würde.

Fatal ist zudem, dass durch ein mögliches Verbot von freier Software nicht nur die Programme selbst, sondern auch eine riesige Gemeinde von Entwicklern in die Illegalität gedrängt würde. Denn da der Quellcode von freier Software fast ausnahmslos verfügbar ist, hat jeder die Möglichkeit, seine Ideen einzubringen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Anwendungen, die meistens nur von einem kleinen Team von Personen entwickelt werden, ist freie Software wesentlich facettenreicher und kann die Anforderungen und Vorstellungen von vielen verschiedenen Personen abdecken. Jedem ist nicht nur freigestellt, zu äußern, welche Funktionen er in dem Programm vermisst, er kann sie auch selbst hinzufügen. Auch beinhaltet Software, deren Quellcode frei verfügbar ist, oftmals weniger Fehler, da diese schneller auffallen, wenn mehrere Personen den Code durchsehen. Diese Liste der Vorteile ließe sich noch lange fortsetzen.

Unter diesem Aspekt verweisen die Jungen Piraten auch auf ihre AG Freie Software [2], welche sich dafür einsetzt, Open Source Software in der Gesellschaft zu etablieren und deren Nutzung zu fördern sowie Hilfestellung beim Wechsel von kommerzieller Software zu geben.

[1] http://www.gulli.com/news/lobbyorganisation-open-source-software-gleich-raubkopie-2010-02-25
[2] http://wiki.junge-piraten.de/wiki/AG_Freie_Software



Stephan Urbach - Allgemein, Internetkultur, Jugendschutz, Zensur - 19. Februar 2010 - 7 Kommentare

Mahnwache gegen den Jugendmedienschutzstaatsvertrag

Zeige Flagge gegen den Jugendmedienschutzstaatsvertrag!

Am Mittwoch, den 24.02.2010 wird auf dem Gutenbergplatz in Mainz von 14-19 Uhr eine Mahnwache gegen den geplanten JMStV-E statt finden. Wie wichtig es ist, diesen Vertrag zu verhindern, ist ja hinreichend bekannt. Wer den Inhalt noch nicht kennt, kann ihn in unserer Stellungnahme nachlesen und wird vermutlich genauso erschrocken sein wie wir. Wir wollen kein zensiertes Netz, wir wollen freien Austausch von Informationen.

Zeige am 24.02. Flagge, sei aktiv!



Stephan Urbach - Internetkultur, Jugendschutz, Politik - 26. Januar 2010 - 3 Kommentare

Die Stellungnahme der Jungen Piraten zum Jugendmedienschutzstaatsvertrag

Auch die Jungen Piraten mischen sich in die Debatte um den Jugendmedienschutzstaatsvertrag ein und haben heute eine Stellungnahme zu dem Vertragsentwurf in das Medienreferat der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz gesendet. Die Stellungnahme kann hier als PDF eingesehen werden.

Stellungnahme der Jungen Piraten als PDF



DnC - Allgemein, Internetkultur, Jugendschutz, Killerspiele - 21. Oktober 2009 - 3 Kommentare

Den Kahn wieder seetauglich gemacht: Pirate-Gaming.de meldet “Klar Schiff!”

Soeben erreichte mich eine Mitteilung von Pirate Gaming, die natürlich gerne veröffentlicht wird!

Nach einem kompletten Ausfall der Serverhardware und dem damit verbundenen Verlust aller Backups ist jetzt nach eineinhalb Wochen Downtime das Portal “Pirate-Gaming.de”, einem Projekt der Jungen Piraten unter der Piratenflagge des Landesverbandes NRW der Piratenpartei, wieder Verfügbar.

Durch den vollständigen Datenbankverlust müssen sich leider alle User neu registrieren, allerdings wurde die Downtime auch genutzt, um einige technische und optische Verbesserungen an der Seite und den Communitymodulen vorzunehmen.

Weiterhin bestehend bleibt unser im Aufbau befindliches Angebot an kostenlosen und registerfreien Dienstleistungen, wie der Serverperipherie für mehrere Sprachkommunikations-Softwares wie Teamspeak 2 und Mumble, einem IRC-Channel im Quakenet und selbstverständlich der Serverbrowser mit den eigenen, derzeit angebotenen Servern. Dazu bieten wir die üblichen Kommunikationskanäle in Form eines Forum, das bis zum “auf Grund laufen” der Seite sich wachsender Beliebtheit erfreuen konnte.

Pirate Gaming versteht sich als Online-Magazin aus dem Gaming-Sektor. Pirate Gaming bietet allen medienpolitisch Interessierten Gamern, ob Jung oder Alt, eine Plattform für den Austausch, der Organisation und natürlich dem Gamen selbst und kann auf eine große Gemeinde an Interessierten, Unterstützern und Beteiligten blicken.

Trefft Pirate-Gaming.de auf dem ESL-Friday Night Game in Essen!

Pirate-Gaming.de wird mit einem kleinen Team zur Berichterstattung in der Essener Grugahalle vertreten sein – Lass dich ablichten und nimm an unserem exklusiven Live-Gewinnspiel teil!

Set sail for gaming!

Jan Hinzer
Chefredakteur “Pirate-Gaming.de”

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pirate-gaming – set sail for gaming!

http://www.pirate-gaming.de



DnC - Internetkultur, Jugendschutz, Killerspiele - 16. Oktober 2009 - 1 Kommentar

„Videospiele für Integration” – Kultur sinnvoll einsetzen statt vernichten

Pressemitteilung des Verbands für Deutschlands Video- und Computerspieler (VDVC)

Die Nachricht vom geplanten Vorhaben des „Aktionsbündnisses Amoklauf
Winnenden”, Spiele zu sammeln, nur um diese anschließend zu entsorgen,
wurde vom VDVC und zahlreichen weiteren Computerspielern mit Entsetzen
entgegengenommen. Vor allem die Symbolik, welche von dem Vorhaben
ausgeht, wird kritisiert.

Der VDVC begrüßt die Bemühungen des Aktionsbündnisses, Eltern aufmerksam
zu machen, dass nicht alle Medien für ihre Kinder geeignet sind.
Offenbar fehlte aber bisher eine sinnvolle Möglichkeit, was mit im
Haushalt vorhandenen, nicht kindgerechten Spielen passieren soll. Diese
Lücke möchte der VDVC mit seiner Aktion „Videospiele für Integration”
schließen: Anstatt anerkanntes Kulturgut zu vernichten, werden beim VDVC
abgegebenen Spiele zugunsten der Integration eingesetzt.

Gemeinsames Spielen schafft bekanntlich Freundschaften und trägt somit
zu einem besseren Miteinander bei. Auch gegenüber Menschen, denen die
Gesellschaft oft mit Vorurteilen gegenüber tritt, kann so ein
positiveres Klima geschaffen werden: Spiele bringen von Natur aus
verbindliche Regeln mit sich. Durch das Befolgen dieser gemeinsamen
Regeln wird eine Gemeinschaft unter den Spielenden geschaffen. Während
die Regeln des Spiels nach Spielende ihre Gültigkeit verlieren, kann die
emotionale Bindung auch außerhalb des Spieles erhalten bleiben.

So möchte der VDVC die abgegebenen Videospiele im Sinne der
Verständigung einsetzen. Die Sammlung startet voraussichtlich am
Samstag, den 17. Oktober, ab 10:30 Uhr auf dem Schlossplatz Stuttgart.
Dort werden im Rahmen einer Mahnwache unter dem Titel „Videospiele –
Menschen verbinden statt aufhetzen” auch Spiele angenommen werden. Für
den Zweck gut geeignete Spiele wird der VDVC direkt zugunsten der
Kommunikationsförderung an entsprechende Gruppen weiter geben. Natürlich
wird dabei auf den Jugendschutz geachtet werden: Die strengen Vorgaben
der deutschen Gesetze werden selbstredend eingehalten.

Der VDVC ruft das „Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden”, Eltern und Gamer
auf, nicht genutzte Spiele einem sinnvollen Zweck zu stiften, anstatt
sie in den Müll zu werfen. Patrik Schönfeldt, stellvertretender
Vorstandsvorsitzender des VDVC, unterstreicht: „Die massenhafte
Vernichtung von Kulturgut könnte angesichts der Geschichte falsch
aufgefasst werden. Einen solchen Fehltritt möchten wir niemandem
wünschen.”

Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler:
http://www.vdvc.de

Aufruf des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden:
http://www.memo-software.de/aaw/index.php/aktionen/148-familien-gegen-killerspiele

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Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
Patrik Schönfeldt

Stellvertretender
Vorstandsvorsitzender

Verband für Deutschlands
Video- und Computerspieler
www.vdvc.de
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Die Jungen Piraten unterstützen die Intentionen des VDVC.


DnC - Internetkultur, Kommentare, Lobbyismus, Politik, Zensur, Überwachung - 28. August 2009 - 0 Kommentare

Internetentzug für „Filesharer“: Auch in Großbritannien die falsche Lösung – Vorsicht vor falschen Schritten in Deutschland

Wie berichtet wurde, plant nun auch Großbritannien, als sog. „Raubkopierer“ verurteilte Bürger von der Partizipation am Internet auszuschließen. [1] Die Jungen PIRATEN sehen in diesen Bestrebungen einen gefährlichen Trend, welcher nach dem Vorbild der massiv kritisierten „Netzsperren“ durch das Zugangserschwerungsgesetz allzu leicht auch auf Deutschland übergreifen könnte! Vor derartigen Schritten in die falsche Richtung möchten die Jungen Piraten warnen!

Das Internet ist, besonders für die junge Generation, ein Teil des öffentlichen Lebens geworden. Die Entwicklung zu diesem, neuerdings als „Web 2.0“ bekannten Phänomen verlief, gemessen an anderen kulturellen Revolutionen, sehr rasant und so ist es kaum verwunderlich, das viele Möglichkeiten, die sich durch ein weltweites Netzwerk bieten, nicht in ausreichendem Maße rechtlich abgedeckt sind. Gerade das Thema „Filesharing“ sorgt nicht nur in der Politik für Kontroversen. Erschreckend ist hierbei nach Ansicht der Jungen PIRATEN, dass hochrangige Politiker aller Parteien die Realitäten des Internets heute immer noch nicht erkannt haben.

Dabei ignorieren nicht nur sowohl Frankreich als auch Großbritannien – offenbar unter dem Druck der Musikindustrie – die Gründe für die unter dem Kampfbegriff „Raubkopie“ zusammengefassten Nutzungsrechtsverletzungen: Nutzer, Privatleute ohne kommerzielle Interessen, werden auch Deutschland in hohem Maße kriminalisiert, weil sie einem Verwerter die Geldmittel, die sie dem Urheber für seine Werke zur Verfügung stellen wollen, nicht mehr zubilligen möchten. Künstler erhalten durch die Musik- und Filmindustrie nur einen verschwindenden Bruchteil des Profits verkaufter Werke, ob auf physikalischen Datenträgern verkauft oder im Internet angeboten. Nach Meinung der Jungen PIRATEN ist es der falsche Schritt, an einer solchen überalterten Struktur festzuhalten und stattdessen dem Vorbild vieler Künstler zu folgen, und ein auch zukünftig tragfähiges Konzept für erfolgreiche wirtschaftliche Verwertung ohne Einschränkung (und Kriminalisierung!) des Nutzers zu entwickeln.

Die Androhung und Durchsetzung drakonischer Strafen wie Freiheitsentzug hilft dabei in keiner Weise bei der Lösung dieser Probleme! Deswegen rufen die Jungen PIRATEN die etablierten Parteien, die Künstler und Nutzer auf, zusammen mit der Piratenpartei und den Jungen PIRATEN Lösungsansätze zu entwickeln, die für alle direkt beteiligten Menschen vertretbar sind!

Weder eine Inhaftierung, der Freiheitsentzug „offline“, noch der Ausschluss vom digitalen Leben, Lernen, Diskutieren und Kommunizieren, der Freiheitsentzug „online“ durch Verbot der Internetnutzung helfen effektiv, das gesellschaftliche Phänomen nahezu kollektiver Urheber- und Nutzungsrechtsverletzungen zum Wohle der Gesellschaft zu lösen. Solche Maßnahmen der Strafverfolgung gefährden durch massive Verletzung der Netzneutralität nicht nur das Wesen des Internets an sich, sondern beinhalten außerdem, einmal eingeführt, die immanente Gefahr einer noch viel stärker rechtsstaatswidrigen Ausweitung auf themenverwandte Gebiete. Die Trends aktueller Internet- und Jugendpolitik betrachtend, ist es bis zu einer Forderung nach einem Computer und Internetnutzungsverbot für Spieler von First-Person-Shootern (sachfremd auch als „Killerspiele“ bezeichnet) nicht mehr weit.

Die Jungen PIRATEN fordern daher dazu auf, sich klar gegen derartige Maßnahmen im Strafvollzug auszusprechen und die Vorhaben der EU-Mitgliedsstaaten Frankreich und Großbritannien scharf zu kritisieren. Der deutsche Rechtsstaat kann derartige unbegründete Einschränkungen der persönlichen und kollektiven Freiheit nicht mit seiner freiheitlich demokratischen Grundordnung vereinbaren!

[1] Ein solcher Vorgang könnte „Sharerblocking“ genannt werden.



DnC - Internetkultur, Jugendschutz, Killerspiele, Politik - 19. August 2009 - 5 Kommentare

Pirate Gaming geht an den Start!

Pirate Gaming Logo

Pünktlich zur ersten gamescom in Köln startet Pirate Gaming als Community für alle politikinteressierten Gamer. Ab sofort versorgt euch die Website mit News von Großevents wie der gamescom, dem Neuesten aus der Spielebranche und der Politik – speziell alle Themen, die für Jugendliche und Gamer interessant sind.

Auch soll das Image der Gamer-Szene in der Öffentlichkeit gerade gerückt und eine umfassende Informationsquelle für interessierte Eltern und die Presse geboten werden. Neben unserem Informationsangebot könnt ihr auch Teil der Gamer-Community werden und Pirate Gaming mitgestalten!

Ihr wollt mehr über Pirate Gaming wissen? Hier findet ihr alle wichtigen Basis-Infos!

(XPost von hier). Pirate Gaming ist ein Projekt der Jungen Piraten.