Einträge aus der Kategorie 'Killerspiele'

admin - Killerspiele, Politik - 4. September 2009 - 3 Kommentarehttp://jupis.de/drh

Junge Piraten auf der gamescom 2009 — Ein Fazit

Die games­com ist nun vor­über. Die Jun­gen Pira­ten waren dort in gro­ßer Zahl mit einem Stand ver­tre­ten und konn­ten vor Ort viele lus­tige Dinge erleben.

Am Frei­tag wurde der Stand der Jun­gen Pira­ten in Halle 8 auf­ge­baut. Wir waren im „games com­pe­tence“ Bereich zu fin­den, in unmit­tel­ba­rer Nähe zur bpjm, USK und zum Bun­des­wehr­stand.  Der Zulauf und die Nach­frage waren enorm, das mit­ge­brachte Info­ma­te­rial reichte kaum aus. Wie erwar­tet, ern­te­ten wir viel Lob von den Gamern.  Unsere PG Vod­cast hat auch ein 2-teiliges Video gedreht, wel­ches am Ende des Bei­trags zu fin­den ist.

Berühmte Gäste durf­ten natür­lich nicht aus­blei­ben, und so war es Capt’n Jack Spar­row per­sön­lich, der uns einen Besuch abstat­tete und eine spon­tane Demo vor dem JU Stand mit­machte.  Andere Jugend­or­ga­ni­sa­tio­nen blie­ben aus, jedoch wurde die Umge­bung der Köl­ner Messe für den Wahl­kampf genutzt.

Die Jun­gen Pira­ten haben mit ihrer Prä­senz auf der games­com 2009 gezeigt, dass sie nicht nur für, viel­mehr mit den Gamern gegen Spie­le­ver­bote kämp­fen. Wir hat­ten sehr viel Spaß vor Ort, und kön­nen die Aktion als vol­len Erfolg bezeichnen!

Das Video:

Part1:

Part2:

Bild via pirate-gaming — thx!



admin - Internetkultur, Jugendschutz, Killerspiele, Politik - 19. August 2009 - 5 Kommentarehttp://jupis.de/0978

Pirate Gaming geht an den Start!

Pirate Gaming Logo

Pünkt­lich zur ers­ten games­com in Köln star­tet Pirate Gaming als Com­mu­nity für alle poli­tik­in­ter­es­sier­ten Gamer. Ab sofort ver­sorgt euch die Web­site mit News von Gro­ßevents wie der games­com, dem Neu­es­ten aus der Spie­le­bran­che und der Poli­tik — spe­zi­ell alle The­men, die für Jugend­li­che und Gamer inter­es­sant sind.

Auch soll das Image der Gamer-Szene in der Öffent­lich­keit gerade gerückt und eine umfas­sende Infor­ma­ti­ons­quelle für inter­es­sierte Eltern und die Presse gebo­ten wer­den. Neben unse­rem Infor­ma­ti­ons­an­ge­bot könnt ihr auch Teil der Gamer-Community wer­den und Pirate Gaming mitgestalten!

Ihr wollt mehr über Pirate Gaming wis­sen? Hier fin­det ihr alle wich­ti­gen Basis-Infos!

(XPost von hier). Pirate Gaming ist ein Pro­jekt der Jun­gen Piraten.



admin - Internetkultur, Jugendschutz, Killerspiele, Politik - 22. Juli 2009 - 9 Kommentarehttp://jupis.de/3o3

Gamer gegen Zensur

Über die Initia­tive „Wir sind Gamer!“

Im Zuge der For­de­run­gen nach einem bun­des­wei­tem Ver­bot soge­nann­ter „Kil­ler­spiele“ hat sich inzwi­schen eine Gegen­in­itia­tive gebil­det, wel­che mit Demons­tra­tio­nen in ganz Deutsch­land auf sich auf­merk­sam macht.

Die „Wir sind Gamer“ — Initia­tive hat es sich zur Auf­gabe gemacht, der All­ge­mein­heit zu ver­deut­li­chen, das Com­pu­ter­spie­ler keine poten­zi­el­len Kil­ler sind, son­dern Men­schen mit einem bestimm­ten Hobby. Nicht mehr und nicht weni­ger. Zudem soll dar­auf hin­ge­wie­sen wer­den, dass das Ver­hal­ten der Poli­tik und der Medien, Com­pu­ter– und Video­spiele zuneh­mend als Sün­den­bö­cke zu miss­brau­chen, nicht akzep­ta­bel ist. Statt­des­sen wird die kon­struk­tive Aus­ein­an­der­set­zung mit Com­pu­ter­spie­len als einer Jugend­kul­tur gefordert.

Am 25.07.09 wird mit Ber­lin, Karls­ruhe und Köln in drei deut­schen Groß­städ­ten auf sich auf­merk­sam gemacht. Die Ver­an­stal­ter hof­fen auf rege Betei­li­gung, nach­dem bereits am 5. Juni in Karls­ruhe meh­rere hun­dert Gamer fried­lich demons­triert hatten.

Die „Inde­pen­dent Fri­day Night Game — Demons­tra­tion für Jugend­kul­tur“ war der Auf­takt zu der kom­men­den Sams­tag statt­fin­den Demons­tra­tion. Obwohl die Ein­wände laut­stark deut­lich gemacht wur­den, folgte am sel­ben Tag der Vor­schlag der Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz der Län­der, ein „Her­stel­lungs– und Ver­brei­tungs­ver­bot“ für die sog. „Kil­ler­spiele“ ein­zu­set­zen. (die Jun­gen Pira­ten berich­te­ten).

Die Hetz­jagd gegen fried­li­che Spie­ler hat danach immer absur­dere Aus­maße ange­nom­men. Ihr trau­ri­ger Höhe­punkt war die Absage der ‚Con­ven­tion Xtreme‘ in Karlsdorf-Neuthard, einer der größ­ten und bekann­tes­ten LAN-Parties im süd­deut­schen Raum. Durch die Auf­lage der Stadt, dass auf der Ver­an­stal­tung Spiele wie ‚War­craft 3′ (frei­ge­ge­ben ab 12 Jah­ren) oder ‚Coun­ter Strike‘ (frei­ge­ge­ben ab 16 Jah­ren) nicht gespielt wer­den dür­fen, muss­ten die Ver­an­stal­ter die LAN-Party absa­gen. Ohne diese bei­den über­aus belieb­ten Spiele hätte die LAN-Party kei­nen Zuspruch der Spie­ler erhal­ten.“, so die Wir sind Gamer — Initia­tive in einer Presseerklärung.

Com­pu­ter­spie­ler gibt es in allen Alters– und Berufs­grup­pen. Ob Rechts­an­walt oder Hand­wer­ker, Ver­mö­gen­der oder Hartz4-Bezieher, Com­pu­ter­spie­ler gibt es über­all. Von ihnen gibt es über drei Mil­lio­nen in Deutsch­land. Wie diese Zahl ein­drucks­voll zeigt: Offen­sicht­lich formt ein Spiel alleine noch keine Amok­läu­fer. Der­ar­tige Ver­dachts­mo­mente konn­ten von wis­sen­schaft­lich Stu­dien nie ein­wand­frei belegt wer­den. Ein Ver­bot von Com­pu­ter­spie­len wie „Coun­ter­strike“ oder „Call of Duty“ könnte dage­gen nicht nur Wirt­schafts­zweige aus Deutsch­land ver­trei­ben, son­dern stellt eben­falls eine Ein­schrän­kung des Per­sön­lich­keits­rechts dar und ver­stößt gegen das Grund­ge­setz. Jeder Mensch hat das Recht sich mit den Medien zu beschäf­ti­gen und zu unter­hal­ten, die ihn inter­es­sie­ren. Ein umfang­rei­ches Ver­bot bestimm­ter Spiele kommt einer mas­si­ven Ein­schrän­kung die­ses Rechts gleich und ist so nicht hin­zu­neh­men. Die Hin­weise der FSK (Frei­wil­lige Selbst­kon­trolle), der USK (Unter­hal­tungs­soft­ware Selbst­kon­trolle), der PEGI (Pan Euro­pean Game Infor­ma­tion) und ande­rer sowie beste­hende Ein­schrän­kun­gen sind bei wei­tem aus­rei­chend, um sich selbst und als Eltern seine Kin­der zu schüt­zen. Insti­tu­tio­nen ver­fü­gen nicht über das mora­li­sche Recht zu bestim­men, was für einen frei den­ken­den Men­schen zumut­bar ist und was nicht. Die exis­tie­ren­den Kin­der­schutz­me­cha­nis­men in einem gewis­sen Rah­men und Unter­stüt­zung für die Eltern (Prä­ven­ti­ons– und Infor­ma­ti­ons­kam­pa­gnen, Eltern-LANs, usw.) sind als Schutz­maß­nah­men aus­rei­chend, wei­tere Ver­bote sind der fal­sche Weg. Deutsch­land hat, so muss man beach­ten, bereits heute eins der schärfs­ten Jugend­schutz­ge­setze weltweit.

Die Jun­gen Pira­ten unter­stüt­zen die Aktio­nen der „Wir sind Gamer!“ — Initia­tive und rufen zur Teil­nahme an den Demons­tra­tio­nen auf, denn auch Gamer haben eine Stimme. Zudem sind viele inter­es­sante Ver­an­stal­tun­gen geplant:

In Ber­lin wird Kil­ler­schach gespielt. Kil­ler­schach ist eine Satire auf den Begriff der Kil­ler­spiele, bei dem gezeigt wird, dass das tra­di­tio­nelle, uralte Spiel Schach viel gewalt­sa­mer ist als die meis­ten heute ver­brei­te­ten. Dort geht es, im Gegen­satz zu den meis­ten Action-Computerspielen, darum, die Figu­ren des Geg­ners mög­lichst effek­tiv zu besei­ti­gen. Dabei wer­den Ver­luste in den eige­nen Rei­hen hem­mungs­los und absicht­lich in Kauf genom­men, sind sogar Teil von bewähr­ten Tak­ti­ken. Mensch­li­che Spie­ler ver­deut­li­chen die­sen Aspekt mit viel Kunstblut.

Eine zurück­lie­gende, ähnli­che Aktion hier:

In Karls­ruhe wer­den Retro-Computerspiele gezeigt wer­den, die auf genau den kri­ti­sier­ten gewalt­sa­men Kon­zep­ten beru­hen, aller­dings nicht unter Ver­botsan­dro­hung ste­hen. Ebenso wird MdB Jörg Tauss an Bord sein!

In Köln wer­den die Gamer als Schüt­zen­ver­ein oder auch Son­der­ein­satz­kom­mando auf­mar­schie­ren. Tas­ta­tu­ren im Anschlag wer­den die ver­meit­lich gefähr­lichs­ten Men­schen in Deutsch­land fried­lich ihrem Ärger Luft machen.

Es ist also viel Spaß inklu­sive: Teil­neh­men lohnt sich!

Wer dage­gen wegen der Ent­fer­nung nicht teil­neh­men kann, kann trotz­dem mit­hel­fen: Unter­schreibt die Online­pe­ti­tion gegen ein Ver­bot von Action-Computerspielen!

Genauere Anga­ben zu den geplan­ten Demons­tra­tio­nen fin­det ihr auf der Home­page: www.wirsindgamer.de

- der Pres­se­spre­cher sowie die AG Presse für die Jun­gen Piraten -

- Kon­takt: presse@junge-piraten.de -



admin - Killerspiele, Kommentare - 3. Juli 2009 - 4 Kommentarehttp://jupis.de/5cn

Unterstützt die Petition gegen das Paintball-Verbot!

Der Peti­tion gegen ein Ver­bot des Paintball-Sports feh­len bis jetzt noch über der Hälfte der Mit­zeich­ner, um im Peti­ti­ons­aus­schuss des deut­schen Bun­des­ta­ges ange­hört zu wer­den. Wir als JuPis unter­stüt­zen natür­lich die Peti­tion und rufen euch dazu auf, sie mit­zu­zeich­nen und ein Zei­chen gegen sinn­lose Ver­bote zu set­zen. Zeich­net jetzt mit, bevor die Mit­zeich­nungs­frist ausläuft!

Fol­gen­des Wer­be­vi­deo für die Peti­tion stammt von Space­balls und Beas­tie­ballz und ist auch auf Youtube und als mpg-Datei verfügbar.



admin - Internetkultur, Jugendschutz, Killerspiele, Politik, Pressemitteilungen - 5. Juni 2009 - 4 Kommentarehttp://jupis.de/4qz

Innenminister gegen Killerspiele — JuPis gegen Spielekiller

Wie die Welt berich­tete, hat sich die Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz (IMK) in Bre­mer­ha­ven heute, Frei­tag den 5.6.09, für ein Her­stel­lungs– und Ver­brei­tungs­ver­bot von soge­nann­ten „Kil­ler­spie­len“ ausgesprochen.

Für Spiele, bei denen ein wesent­li­cher Bestand­teil der Spiel­hand­lung die vir­tu­elle Aus­übung von wirk­lich­keits­nah dar­ge­stell­ten Tötungs­hand­lun­gen oder ande­ren grau­sa­men oder sonst unmensch­li­chen Gewalt­tä­tig­kei­ten gegen Men­schen oder men­schen­ähn­li­che Wesen ist, [ist] ein aus­drück­li­ches Her­stel­lungs– und Ver­brei­tungs­ver­bot so schnell wie mög­lich umzu­set­zen.“ heißt es in der Beschluss­vor­lage der IMK, die WELT ONLINE vor­liege, so der Autor. Die Beschlüsse sind bis­her (Stand 15:10) nicht einsehbar.

Der Vor­schlag für ein Ver­bot ist in Zusam­men­hang mit dem Amok­lauf von Win­nen­den Anfang März zu sehen, bei dem ein jugend­li­cher Täter in einer Schule und auf der Flucht 15 Men­schen und nach­dem er von der Poli­zei gestellt wurde, sich selbst erschos­sen hatte.

Überein­stim­mend berich­tet auch FOCUS.

Die Jun­gen Pira­ten sehen diese Ent­wick­lung mit Sorge. Wie auch bei Inter­net­sper­ren wird ver­sucht, durch Ver­bote gesell­schaft­li­chen Ten­den­zen ent­ge­gen­zu­wir­ken, die so nicht umkehr­bar sind. Abge­se­hen davon, dass ver­mehr­tes Spie­len von „Kil­ler­spie­len“ die Agres­si­ons­be­reit­schaft und die Hemm­schwelle nur bei dafür prä­des­ti­nier­ten, also psy­chisch labi­len Indi­vi­duen beein­flusst, kann so einem gene­rel­len Wer­te­ver­fall in der Gesell­schaft nicht ent­ge­gen­ge­wirkt werden.

Stei­gende Aus­län­der­feind­lich­keit, gene­relle Jugend­kri­mi­na­li­tät, man­gel­hafte Inte­gra­tion, Defi­zite an Men­schen­rech­ten in Deutsch­land (Ver­weis: Tages­spie­gel) kön­nen so nicht bekämpft werden.

Dane­ben bie­tet das Jugend­schutz­ge­setz bereits heute aus­rei­chende Mög­lich­kei­ten: Spiele, die aus­ge­spro­chen grau­same, rea­lis­ti­sche und rei­ße­ri­sche Gewalt beinhal­ten, unter­lie­gen seit einer Über­ar­bei­tung des Geset­zes seit Juli 2008 Werbe-, Abgabe– und Ver­triebs­ver­bot. Vor der Über­ar­bei­tung betraf dies nur kriegs– und gewalt­ver­herr­li­chende Spiele. Spiele, „in denen Gewalt­hand­lun­gen wie Mord– und Met­zel­sze­nen selbst­zweck­haft und detail­liert dar­ge­stellt wer­den oder Selbst­jus­tiz als ein­zig bewähr­tes Mit­tel zur Durch­set­zung der ver­meint­li­chen Gerech­tig­keit nahe gelegt wird“, lan­den bereits jetzt auf dem Index.

In die­sem Sinne ist ein noch wei­ter gehen­des Ver­bot nur als Armuts­zeug­nis und als Ein­ge­ständ­nis der Nutz­lo­sig­keit von Ver­bo­ten zu sehen.

Vor allem als Reak­tion auf Amok­läufe an Schu­len wird sich ein Pro­duk­ti­ons­ver­bot für die soge­nann­ten „Kil­ler­spiele“ als wir­kungs­los erweisen:

Nur inten­sive Jugend­ar­beit und ein vor­sich­ti­ger gesamt­ge­sell­schaft­li­cher Umgang mit Waf­fen und Gewalt kann Erfolge bei der Ver­mei­dung von Gewalt­ta­ten brin­gen. Wie auch im Fall der Kin­der­por­no­gra­phie müss­ten Poli­zei­be­hör­den mit aus­rei­chen­den Mit­teln aus­ge­stat­tet wer­den, um nicht nur Ver­bre­chens­be­kämp­fung, son­dern auch –prä­ven­tion Arbeit zu leis­ten. Wei­ter­hin müs­sen Jugend­clubs wie­der­er­öff­net wer­den, alter­na­tive Frei­zeit­mög­lich­kei­ten erhal­ten und geschaf­fen wer­den. Was nötig ist, ist kein Ver­bot, son­dern ein Über­den­ken der Gesell­schaft. Inves­ti­tion in Prä­ven­tion, in bes­sere Bil­dungs­sys­teme mit neuen Struk­tu­ren, die Schü­ler ein­bin­den anstatt durch­zu­schleu­sen, in Sozi­al­ar­beit anstatt in Ver­bote wären nötig, aber auch kostenintensiver.

Sollte hin­ge­gen ein der­ar­ti­ges Gesetz wirk­lich ver­ab­schie­det wer­den, wer­den sich Spie­le­her­stel­ler wie z.B. Cry­tek mög­li­cher­weise völ­lig aus Deutsch­land zurück­zie­hen. Nicht nur, dass damit wich­tige Teile einer moder­nen Kul­tur völ­lig ver­schwin­den wür­den, wür­den auch Arbeits­plätze ver­lo­ren gehen.

Dane­ben wird ein Ver­bot für Men­schen, die sich wei­ter­hin „Kil­ler­spiele“ kau­fen möch­ten, kein gro­ßes Pro­blem dar­stel­len. Sei es, indem sie aus ande­ren Län­dern direkt gekauft, indem sie über das Inter­net in Online-Shops wie Ama­zon oder eBay legal bestellt, oder indem sie von File­sha­ring­sei­ten oder Tausch­bör­sen ille­gal her­un­ter­ge­la­den werden.

Hier ent­ste­hen bereits die wei­te­ren Gefah­ren: Wenn ein (wenn auch mög­li­cher­weise zwei­fel­haf­tes) Frei­zeit­ver­gnü­gen kri­mi­na­li­siert wird, erzeugt dies eine Spi­rale, die über den Bruch des Ver­bots zu wei­te­ren Ver­bots­maß­nah­men führt. Mit der Legi­ti­ma­tion des Ver­bots der „Kil­ler­spiele“ ist es nicht undenk­bar, dass in abseh­ba­rer Zeit die Web­sites von Spie­le­her­stel­lern (die bei­spiels­weise eng­lisch­spra­chige Demo-Versionen anbie­ten), Tausch­bör­sen und viele wei­tere auf einer erwei­ter­ten Zen­s­ur­liste plat­ziert werden.

Dadurch, dass die Ver­brei­tung ver­bo­ten wird, würde das Gesetz inso­fern keine Wir­kung erlan­gen, dass die Ver­brei­tung über andere Quel­len als dem lega­len Han­del wei­ter­hin statt­fin­den würde. Die Effekte auf den Jugend­schutz wür­den auch durch Ver­bots­maß­nah­men aus­blei­ben, was Anlass für wei­tere Ver­bote wäre. Auch das jet­zige Ver­bot folgt nur dem Ver­schär­fen der Kri­te­rien für eine Indi­zie­rung von Spie­len im Juli 2008. Dies hatte, wie die meis­ten ande­ren Maß­nah­men, so gut wie keine Wir­kung, da das zwar strenge Jugend­schutz­ge­setz sel­ten im vol­len Maße umge­setzt wird. Dies zeigt sich unter ande­rem dadurch, dass Min­der­jäh­rige wei­ter­hin in der Lage sind für sie unge­eig­nete Spiele oder Filme zu kau­fen und zu spie­len bzw. zu sehen.

Daher bezie­hen die jun­gen Pira­ten klar Posi­tion gegen das geplante Ver­bot der soge­nann­ten „Kil­ler­spiele“ und for­dern statt­des­sen die För­de­rung von Medi­en­kom­pe­tenz in der gesam­ten Gesellschaft.

Wir Jun­gen Pira­ten sind Teil der inter­na­tio­na­len Pira­ten­be­we­gung, ins­be­son­dere als Jugend­or­ga­ni­sa­tion der deut­schen Pira­ten­par­tei, die 2009 an Euro­pa­wahl, Bun­des­tags­wahl und Land­tags­wah­len teil­neh­men wird. Wir ver­ste­hen uns als basis­de­mo­kra­ti­sche Bewe­gung, die beson­ders moderne und aktu­ell bri­sante Inhalte wie Daten­schutz und Pri­vat­sphäre, File­sha­ring, Urhe­ber­rechte und Jugend­schutz the­ma­ti­siert, aller­dings aber auch die ver­stärkte Gleich­stel­lung von Men­schen, unab­hän­gig von Geschlecht, Beschäf­ti­gung, sozia­ler Schicht oder sexu­el­ler Ori­en­tie­rung for­dert und neue gesamt­staat­li­che Kon­zepte, bei­spiels­weise für mehr Bür­ger­be­tei­li­gung, ein­brin­gen möchte.

Für eine erfolg­rei­che Arbeit brau­chen wir aber vor allem eines: enga­gierte Mit­glie­der und Unter­stüt­zer! Wer Lust und Zeit hat, kann auf der Web­site (http://www.junge-piraten.de) im IRC-Channel (#JuPis auf freenode), in der Mai­ling­liste (https://service.piratenpartei.de/mailman/listinfo/jugend) oder im Wiki (http://wiki.junge-piraten.de) genauere Infor­ma­tio­nen ein­ho­len. Die Mit­ar­beit steht jedem Men­schen offen, auch wer sich noch nicht sicher ist, ob eine Mit­glied­schaft gewünscht ist, ist willkommen.

Der Pres­se­spre­cher der Jun­gen Piraten

Kon­takt: presse@junge-piraten.de



admin - Killerspiele, Politik - 12. Mai 2009 - 12 Kommentarehttp://jupis.de/t6f

Junge Piraten bedauern Segelkurs der Grünen zum Thema Computerspiele

Wie gulli berich­tet, sind nun lei­der auch die Grü­nen auf dem Pfade des Popu­lis­mus ange­langt und for­dern frag­wür­dige Vor­ge­hens­wei­sen mit Ego-Shootern oder „Kil­ler­spie­len“, wie sie lie­be­voll genannt wer­den. Wie wir bereits berich­te­ten, wurde die Intel Fri­day Night Game von Nürn­berg auf Karls­ruhe ver­legt, da die Stadt sich wei­gerte, dem Ver­an­stal­ter Räum­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung zu stel­len. Da dort unter ande­rem der First Per­son Shoo­ter Counter-Strike gespielt wer­den wird, gelangt die Ver­an­stal­tung unter Beschuss der Spie­le­geg­ner. Lei­der füh­len sich nun auch die Grü­nen dazu auf­ge­for­dert, ein Ver­bot für Spiele wie Counter-Strike zu for­dern und ste­hen so auch der Intel Fri­day Night Game kri­tisch gegenüber:

„Wir haben große Beden­ken gegen diese Art von Frei­zeit­be­schäf­ti­gung. Spiele wie Counter-Strike ver­herr­li­chen Gewalt und ver­let­zen die Würde der Men­schen. Sie kön­nen bei exzes­si­vem Gebrauch abstump­fen und ber­gen dann ein enor­mes Gefah­ren­po­ten­tial. Als Grüne for­dern wir, dass die Stadt hier ein­deu­tig Stel­lung bezieht“, so Lis­bach und Segor.

Wei­ter­hin zur Veranstaltung:

„Wir erwar­ten von der städ­ti­schen Gesell­schaft KMK, dass sie in Zukunft vor der Ver­mie­tung einer Halle Infor­ma­tio­nen über deren geplante Nut­zung ein­holt und gege­be­nen­falls die Räum­lich­keit nicht oder nur unter Auf­la­gen zur Ver­fü­gung stellt. Wenn es nach uns ginge, hätte Karls­ruhe dem Intel Fri­day Night Game in der jetzt geplan­ten Form früh­zei­tig einen Rie­gel vor­ge­scho­ben, indem die KMK für diese Ver­an­stal­tung keine Halle zur Ver­fü­gung gestellt hätte.“

Bünd­nis 90/Die GRÜNEN schei­nen nun also den glei­chen Kurs wie CDU und SPD ein­zu­schla­gen. Dies bedau­ern die Jun­gen Pira­ten sehr, denn nun stre­ben sie, ähnlich wie die Regie­rungs­par­teien, nur nach Pla­ce­bo­lö­sun­gen und ver­drän­gen das eigent­li­che Pro­blem. Es sollte nahe­lie­gen­der sein, die Gründe für Amok­läufe und Gewalt im sozia­len Umfeld, den Schu­len und deren Schü­lern sowie dem Eltern­haus zu suchen und nicht bei Videospielen.

Sarah Linda, Junge Pira­tin zum Segel­kurs der GRÜNEN:

„Ich finde es schade, dass jetzt auch die Grü­nen auf den Popu­lis­mus­zug der SPD und CDU/CSU auf­sprin­gen. Es kann doch nicht sein, dass ein Groß­teil der heu­ti­gen Jugend von Poli­ti­kern als „Kil­ler­spiel­spie­ler“ denun­ziert wird. Wo blei­ben die Alter­na­ti­ven für mün­dige Wäh­ler, die sich nicht unter dem Vor­wand des Jugend­schut­zes von unin­for­mier­ten Poli­ti­kern bevor­mun­den las­sen wollen?“



admin - Killerspiele, Politik, Überwachung, Zensur - 7. Mai 2009 - 3 Kommentarehttp://jupis.de/qtr

Traurige Bilanz dieser Woche…

Die Bun­des­tags­de­batte war mehr als trau­rig. Die große Koali­tion argu­men­tierte gera­dezu pole­misch für die geplan­ten Netz­sper­ren. So wur­den Geg­ner der Sper­ren als „Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker“ abge­kan­zelt. Super Frau Noll! Jeder der nicht ihrer Mei­nung ist, ist also ein Ver­schwö­rungs­t­er­rori.. Theo­re­ti­ker. Die Debatte zeigte nur ein­mal mehr, dass die aktu­elle Bun­des­re­gie­rung nicht im Stande ist, sich aus­rei­chend mit dem Inter­net und sei­ner Viel­falt aus­ein­an­der­zu­set­zen. Statt­des­sen wird wie­der nur dumpf argu­men­tiert, die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten gar­nicht beach­tet, aber das ist bei CDU und SPD ja Gang und Gebe. „Das Inter­net ist böse!“.

Fol­gend einige Zitate vor und nach der Debatte.

Scho­ckiert sind wir über die­ses Zitat von Frau von der Leyen. Sie bezeich­net jeden, der diese Sper­ren umge­hen kann (und wer von uns kann das nicht?) erst­mal als pädokriminell.

“Wir wis­sen, dass bei den vie­len Kun­den, die es gibt, rund 80 Pro­zent die ganz nor­ma­len User des Inter­nets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigent­lich sich sel­ber fra­gen, wen kenne ich, der Sper­ren im Inter­net aktiv umge­hen kann. Die müs­sen schon deut­lich ver­sier­ter sein. Das sind die 20 Pro­zent. Die sind zum Teil schwer Pädo­kri­mi­nelle. Die bewe­gen sich in ganz ande­ren Foren. Die sind ver­sierte Inter­net­nut­zer, natür­lich auch geschult im Laufe der Jahre in die­sem wider­wär­ti­gen Geschäft

erklärte Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ursula von der Leyen dem Ber­li­ner Radio­sen­der Radio Eins leicht missverständlich.

Hier fol­gen wei­tere Zitate aus der Bun­des­tags­de­batte. Der Vor­sit­zende der Jun­gen Pira­ten, Car­me­lito Bauer dazu: „Die Fachun­kennt­nis ist gera­dezu erschre­ckend. Die Debatte beweist ein­mal mehr, dass die Regie­rungs­par­teien CDU und SPD es über­haupt nicht für nötig hal­ten, ein­fach mal ein paar Dinge zu recher­chie­ren. Das Umge­hen der Netz­sper­ren ist eine Sache von zwei Minu­ten, und das zeigt doch, dass miss­brauch­ten Kin­dern damit nicht gehol­fen ist. Im Gegen­teil: Die Regie­rung schaut weg, und nun sol­len wir auch weg­schauen. Aber natür­lich sind das nur Ver­schwö­rungs­theo­rien, wie Jür­gen Kuch­arczyk von der SPD ver­lau­ten ließ:

In vie­len Blogs wird dar­über dis­ku­tiert, zum Teil gehen die Bei­träge aber in Rich­tung Ver­schwö­rungs­t­er­rori.. Theo­rien, es gibt aber auch viele sinn­volle Beiträge“

Ver­schwö­rungs­t­er­ro­ris­ten? Wohl eine ganz neue Form des Ter­rors. Jeder der nicht die Mei­nung der Regie­rungs­par­teien teilt, ist also ab sofort ein Gefähr­der. Das erin­nert mich irgend­wie an eine Zeit, in der noch Bücher ver­brannt und diverse Bevöl­ke­rungs­grup­pen ermor­det wur­den. I Wel­len­reu­ther von der CDU fin­det natür­lich alle, die gegen die Sper­ren sind böse, und betont, dass es ja eigent­lich egal ist, ob man Sper­ren umge­hen kann oder nicht:

“wer sich gegen das Gesetz stellt hat ent­we­der sämt­li­che Wert­maß­stäbe ver­lo­ren oder weiß nicht worum es bei Kin­der­por­no­gra­phie geht.”

“»Das es wir­kungs­los ist [sinn­ge­mäß]«, ist über­haupt kein Argu­ment es nicht zu tun”

Nach die­ser Debatte folg­ten gleich noch zwei wei­tere scho­ckie­rende Maß­nah­men. So plant Bri­gitte Zypries nun die Abschaf­fung der Netz­neu­tra­li­tät. Das Gesetz zur Zen­sur von KiPo ist noch nicht mal raus, und schon bestä­ti­gen die regie­ren­den Par­teien das, was wir schon so lange fürch­te­ten. (Quelle)

Ange­sichts der “zahl­rei­chen Ver­let­zun­gen des geis­ti­gen Eigen­tums im Inter­net” fragte sich die Minis­te­rin auch, ob bei­spiels­weise eine stär­kere Regu­lie­rung des Net­zes erfor­der­lich ist. So werde es die Poli­tik sicher “die nächs­ten Jahre beschäf­ti­gen”, was aus den geplan­ten Sper­ren kin­der­por­no­gra­phi­scher Sei­ten “fol­gen wird”, schloss sie eine Aus­wei­tung auf ille­gale Ange­bote geschütz­ter Werke zumin­dest nicht kom­plett aus. Even­tu­ell sinn­voll sei zudem eine “par­ti­elle Ein­schrän­kung der Anony­mi­tät im Inter­net”, um etwa “Schü­ler in Chat-Räumen” bes­ser zu schützen.

Einen Schwen­ker zu einem alt­be­kann­ten Thema. Ego-Shooter, First-Person-Shooter, oder aus CDU’lers Munde „Kil­ler­spiele“, sind ja nach wie vor heiß in der (sinn­freien) Dis­kus­sion. Nun aber will die Große Koali­tion Paint­ball (Got­cha) und Laser­drome ver­bie­ten. „Men­schen­ver­ach­tend“ seien diese Spiele, die Gefahr bestünde, dass „„dass Gewalt ver­harm­lost wird und hier­durch Hemm­schwel­len zur Gewalt­an­wen­dung abge­baut wer­den“, so das „Exper­ten­team“, dass sich nach Anwei­sung der Gro­ßen Koali­tion zusam­men­ge­fun­den, und über mög­li­che Ursa­chen des Amok­laufs von Win­nen­den sprach. Hier stellt sich mir wie­der die Frage, warum soziale Hin­ter­gründe mit kei­nem Wort erwähnt wur­den. Was sind heut­zu­tage „Exper­ten­teams“?  Bei Paint­ball oder Laser­drome ster­ben jedes Jahr exakt 0 Men­schen, und nach so einer pole­mi­schen Argu­men­ta­ti­ons­weise könnte man auch „Tot­schlag­spie­lin­stru­mente“ wie Was­ser­pis­to­len oder bes­ser gleich Stö­cke und Steine ver­bie­ten, oder etwa jedes Spiel was eine „Tötung“ simu­liert? Somit wären auch Schach und Mensch ärgere dich nicht Kil­ler­spiele. Lie­ber Herr Wolf­gang Bos­bach. Ihrem Amt als Uni­ons­frak­ti­ons­vor­sit­zen­der in allen Ehren. Fra­gen sie sich doch bitte ein­mal selbst, ob ihre For­de­run­gen nicht ein­fach lächer­lich und unwirk­sam sind.(Quelle)

Scho­ckiert.“ — Car­me­lito Bauer, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Jun­gen Piraten

Die Jun­gen Pira­ten leh­nen die geplan­ten Maß­nah­men zur Zen­sur des Inter­nets ab, und wol­len Medi­en­kom­pe­tenz effi­zi­ent för­dern, anstatt die popu­lis­ti­sche For­de­rung, Kil­ler­spiele und „Mord­spiele“ wie Paint­ball oder Laser­drome zu ver­bie­ten, zu unter­stüt­zen. Beide Maß­nah­men sind sinn­frei und nicht för­der­lich im Kampf gegen Kin­der­por­no­gra­fie, oder eben im Kampf gegen Amokläufe.



admin - Killerspiele, Kommentare - 23. April 2009 - 1 Kommentarhttp://jupis.de/rt6

Politiker verhindern auch Intel Friday Night Game Nürnberg

Nun musste nach polit­schem Druck auch in Nürn­berg die Intel Fri­day Night Game abge­sagt wer­den. Laut Ver­an­stal­ter Turtle Enter­tain­ment sollte diese am 18. Mai 2009 in der Meis­ter­sin­ger­halle Nürn­berg statt­fin­den. Nun wurde aber der Miet­ver­trag von der Stadt gekün­digt. Bereits im März 2009 wurde in Stutt­gart aus ähnli­chen Grün­den ein Intel Fri­day Night Game ver­hin­dert. In Nürn­berg war außer­dem eine Eltern-LAN vor­ge­se­hen, um über das größ­ten­teils nicht ver­stan­dene Hobby des Nach­wuch­ses auf­zu­klä­ren. Nun soll die Intel Fri­day Night Game am 29m Mai 2009 in Han­no­ver stattfinden.

Car­me­lito Bauer, der Vor­stands­vor­sit­zende der Jun­gen Pira­ten bedau­ert die­sen Vor­fall: „Gerade die Idee einer Eltern-LAN ist doch mehr als löb­lich. Viel­leicht soll­ten Poli­ti­ker der Regie­rungs­par­teien diese selbst mal besu­chen, um zu sehen, dass es sich bei Gaming um ein all­ge­gen­wär­ti­ges Hobby han­delt. Statt­des­sen wird hier wie­der dreist gehan­delt und das Ereig­nis zum zwei­tem Mal blo­ckiert. Nun bleibt zu hof­fen, dass es in Han­no­ver gelingt.“

Die Jun­gen Pira­ten sehen es als eine ihrer Auf­ga­ben, Medi­en­kom­pe­tenz zu schaf­fen. Jugend­li­che sol­len sich kri­tisch mit Com­pu­ter­spie­len aus­ein­an­der­set­zen und auf­ge­klärt werden.

> Zum Ein­trag in Carmelito’s Blog



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