Einträge aus der Kategorie 'Lobbyismus'

Julia Reda - ACTA, Lobbyismus, Politik - 2. Juli 2010 - 1 Kommentarhttp://jupis.de/gvw

ACTA bleibt intransparent

ACTABei einem Tref­fen der Ver­hand­lungs­füh­rer des inter­na­tio­na­len Han­dels­ab­kom­mens ACTA mit Ver­tre­tern der Pira­ten­par­teien von Deutsch­land, der Schweiz und Öster­reich am ver­gan­ge­nen Mon­tag wurde den Pira­ten eine trans­pa­rente Fort­set­zung der umstrit­te­nen Geheim­ver­hand­lun­gen zuge­si­chert. Die Skep­sis der Teil­neh­mer des Tref­fens ange­sichts die­ses Lip­pen­be­kennt­nis­ses hat sich nur allzu schnell bestätigt.

Heute, unmit­tel­bar nach Ende der 9. ACTA-Verhandlungsrunde in Luzern, mel­det heise, dass es keine Ver­öf­fent­li­chung des aktu­el­len Ver­trags­ent­wurfs geben wird. Der aktu­elle Stand der Ver­hand­lun­gen wird der Öffent­lich­keit gezielt vor­ent­hal­ten, obwohl die bis­lang ver­öf­fent­lich­ten Doku­mente zu ACTA deut­li­che Ein­schnitte in Bür­ger­rechte ent­hiel­ten und für einen inter­na­tio­na­len Ent­rüs­tungs­sturm aus unter­schied­lichs­ten Tei­len der Zivil­ge­sell­schaft sorgten.

Ohne eine Ver­öf­fent­li­chung des aktu­el­len Ver­hand­lungs­stan­des muss man trotz anders­lau­ten­der Lip­pen­be­kennt­nisse wei­ter­hin davon aus­ge­hen, dass ACTA den Han­del mit gene­ri­schen Medi­ka­men­ten behin­dern und so die Leben tau­sen­der Men­schen in Ent­wick­lungs­län­dern gefähr­den wird. Eine Ver­hand­lungs­füh­rung hin­ter ver­schlos­se­nen Türen, ohne Ein­be­zug der Öffent­lich­keit und der Ver­ein­ten Natio­nen, ist ein Armuts­zeug­nis für die betei­lig­ten demo­kra­ti­schen Staa­ten und wird nicht dazu bei­tra­gen, den Pro­test über die zu erwar­ten­den Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen zum Schwei­gen zu bringen.



Julia Reda - ACTA, Lobbyismus, Politik - 23. Juni 2010 - 2 Kommentarehttp://jupis.de/zo0

Worum gehts bei ACTA?

Hier ein klei­nes Ein­füh­rungs­vi­deo zur soge­nann­ten 3-Strikes-Regelung, mit freund­li­cher Geneh­mi­gung von zeit­weise.



Julia Reda - ACTA, Lobbyismus, Politik, Pressemitteilungen - 23. Juni 2010 - Kommentare deaktivierthttp://jupis.de/x1j

ACTA jetzt stoppen!

Mit inter­na­tio­na­len Pro­tes­ten beglei­tet das Stopp-ACTA-Bündnis die Ver­hand­lun­gen des Anti Coun­ter­feit­ing Trade Agree­ments (ACTA) vom 28. Juni bis 2. Juli in Luzern (Schweiz). Die Jun­gen Pira­ten betei­li­gen sich an den bun­des­wei­ten Demons­tra­tio­nen zum „AdACTA-Day“ am 26. Juni.

ACTAZum wie­der­hol­ten Male kom­men Ver­tre­ter zahl­rei­cher Regie­run­gen und inter­na­tio­na­ler Kon­zerne zusam­men, um hin­ter ver­schlos­se­nen Türen über das Han­dels­ab­kom­men ACTA zu bera­ten. Die Jun­gen Pira­ten haben sich bereits vor Mona­ten dem Stopp-ACTA-Bündnis ange­schlos­sen, um gegen das intrans­pa­rente Abkom­men Stel­lung zu bezie­hen. „ACTA dient vor­geb­lich der Bekämp­fung von Pro­dukt­pi­ra­te­rie. In Wahr­heit liest es sich aber wie ein Wunsch­zet­tel der Con­tent– und Phar­ma­in­dus­trie“, bemän­gelt Julia Reda, Mit­glied im Vor­stand der Jun­gen Pira­ten. (mehr…)



admin - ACTA, Lobbyismus, Politik, Pressemitteilungen - 5. März 2010 - 3 Kommentarehttp://jupis.de/13i

Stop ACTA! — Deine Freiheit in Gefahr!

Stop ACTA!ACTA — das  Anti-Counterfeiting Trade Agree­ment (ACTA) — ist ein Han­dels­ab­kom­men, das im Moment von meh­re­ren Staa­ten und Staa­ten­bün­den hin­ter ver­schlos­se­nen Türen ver­han­delt wird. Zu den Staa­ten gehö­ren neben Deutsch­land unter ande­rem die USA, Kanada, die Schweiz, Japan, die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­rate und die Län­der der Euro­päi­schen Union. Ziel des Ver­tra­ges ist die Ein­schrän­kung von Pro­dukt­pi­ra­te­rie. Die Metho­den sind jedoch sehr zwei­fel­haft. Unter dem Deck­man­tel eines Han­dels­ab­kom­mens wird ohne jeg­li­chen demo­kra­ti­schen Dis­kurs in der Öffent­lich­keit ein Abkom­men geschlos­sen, das Inter­net­zu­gänge kon­trol­liert und unlieb­same Nut­zer von der Teil­nahme am welt­wei­ten Infor­ma­ti­ons­fluss abschneidet.
Das EU-Parlament for­dert ver­ge­bens Ein­sicht, wäh­rend Inter­es­sen­ver­bände aus der Medi­en­in­dus­trie Zutritt zu den Ver­hand­lun­gen erhal­ten. (mehr…)


Lukas Martini - Internetkultur, Lobbyismus - 27. Februar 2010 - 8 Kommentarehttp://jupis.de/7n8

Junge Piraten gegen Verbot von freier Software

Die Jun­gen Pira­ten zei­gen sich scho­ckiert in Anbe­tracht der Äuße­run­gen der Inter­na­tio­nal Intel­lec­tual Pro­perty Alli­ance (IIPA) zu Open Source Soft­ware, in wel­chen sie diese mit ille­gal kopier­ten Anwen­dun­gen gleich­stellt [1]. Sie zei­gen eine fata­les Unver­ständ­nis sowie eine Ver­leug­nung der Eigen­schaf­ten freier Soft­ware. Noch weni­ger ist es akzep­ta­bel, Län­der, die die Ver­brei­tung von freien Alter­na­ti­ven zu gewöhn­li­cher kom­mer­zi­el­ler Soft­ware för­dern, auf „Risi­ko­lis­ten“ zu set­zen. (mehr…)



admin - Internetkultur, Kommentare, Lobbyismus, Politik, Überwachung, Zensur - 28. August 2009 - Kommentare deaktivierthttp://jupis.de/1ro

Internetentzug für „Filesharer“: Auch in Großbritannien die falsche Lösung – Vorsicht vor falschen Schritten in Deutschland

Wie berich­tet wurde, plant nun auch Groß­bri­tan­nien, als sog. „Raub­ko­pie­rer“ ver­ur­teilte Bür­ger von der Par­ti­zi­pa­tion am Inter­net aus­zu­schlie­ßen. [1] Die Jun­gen PIRATEN sehen in die­sen Bestre­bun­gen einen gefähr­li­chen Trend, wel­cher nach dem Vor­bild der mas­siv kri­ti­sier­ten „Netz­sper­ren“ durch das Zugangs­er­schwe­rungs­ge­setz allzu leicht auch auf Deutsch­land überg­rei­fen könnte! Vor der­ar­ti­gen Schrit­ten in die fal­sche Rich­tung möch­ten die Jun­gen Pira­ten warnen!

Das Inter­net ist, beson­ders für die junge Gene­ra­tion, ein Teil des öffent­li­chen Lebens gewor­den. Die Ent­wick­lung zu die­sem, neu­er­dings als „Web 2.0“ bekann­ten Phä­no­men ver­lief, gemes­sen an ande­ren kul­tu­rel­len Revo­lu­tio­nen, sehr rasant und so ist es kaum ver­wun­der­lich, das viele Mög­lich­kei­ten, die sich durch ein welt­wei­tes Netz­werk bie­ten, nicht in aus­rei­chen­dem Maße recht­lich abge­deckt sind. Gerade das Thema „File­sha­ring“ sorgt nicht nur in der Poli­tik für Kon­tro­ver­sen. Erschre­ckend ist hier­bei nach Ansicht der Jun­gen PIRATEN, dass hoch­ran­gige Poli­ti­ker aller Par­teien die Rea­li­tä­ten des Inter­nets heute immer noch nicht erkannt haben.

Dabei igno­rie­ren nicht nur sowohl Frank­reich als auch Groß­bri­tan­nien — offen­bar unter dem Druck der Musik­in­dus­trie — die Gründe für die unter dem Kampf­be­griff „Raub­ko­pie“ zusam­men­ge­fass­ten Nut­zungs­rechts­ver­let­zun­gen: Nut­zer, Pri­vat­leute ohne kom­mer­zi­elle Inter­es­sen, wer­den auch Deutsch­land in hohem Maße kri­mi­na­li­siert, weil sie einem Ver­wer­ter die Geld­mit­tel, die sie dem Urhe­ber für seine Werke zur Ver­fü­gung stel­len wol­len, nicht mehr zubil­li­gen möch­ten. Künst­ler erhal­ten durch die Musik– und Film­in­dus­trie nur einen ver­schwin­den­den Bruch­teil des Pro­fits ver­kauf­ter Werke, ob auf phy­si­ka­li­schen Daten­trä­gern ver­kauft oder im Inter­net ange­bo­ten. Nach Mei­nung der Jun­gen PIRATEN ist es der fal­sche Schritt, an einer sol­chen über­al­ter­ten Struk­tur fest­zu­hal­ten und statt­des­sen dem Vor­bild vie­ler Künst­ler zu fol­gen, und ein auch zukünf­tig trag­fä­hi­ges Kon­zept für erfolg­rei­che wirt­schaft­li­che Ver­wer­tung ohne Ein­schrän­kung (und Kri­mi­na­li­sie­rung!) des Nut­zers zu entwickeln.

Die Andro­hung und Durch­set­zung dra­ko­ni­scher Stra­fen wie Frei­heits­ent­zug hilft dabei in kei­ner Weise bei der Lösung die­ser Pro­bleme! Des­we­gen rufen die Jun­gen PIRATEN die eta­blier­ten Par­teien, die Künst­ler und Nut­zer auf, zusam­men mit der Pira­ten­par­tei und den Jun­gen PIRATEN Lösungs­an­sätze zu ent­wi­ckeln, die für alle direkt betei­lig­ten Men­schen ver­tret­bar sind!

Weder eine Inhaf­tie­rung, der Frei­heits­ent­zug „off­line“, noch der Aus­schluss vom digi­ta­len Leben, Ler­nen, Dis­ku­tie­ren und Kom­mu­ni­zie­ren, der Frei­heits­ent­zug „online“ durch Ver­bot der Inter­net­nut­zung hel­fen effek­tiv, das gesell­schaft­li­che Phä­no­men nahezu kol­lek­ti­ver Urhe­ber– und Nut­zungs­rechts­ver­let­zun­gen zum Wohle der Gesell­schaft zu lösen. Sol­che Maß­nah­men der Straf­ver­fol­gung gefähr­den durch mas­sive Ver­let­zung der Netz­neu­tra­li­tät nicht nur das Wesen des Inter­nets an sich, son­dern beinhal­ten außer­dem, ein­mal ein­ge­führt, die imma­nente Gefahr einer noch viel stär­ker rechts­staats­wid­ri­gen Aus­wei­tung auf the­men­ver­wandte Gebiete. Die Trends aktu­el­ler Inter­net– und Jugend­po­li­tik betrach­tend, ist es bis zu einer For­de­rung nach einem Com­pu­ter und Inter­net­nut­zungs­ver­bot für Spie­ler von First-Person-Shootern (sach­fremd auch als „Kil­ler­spiele“ bezeich­net) nicht mehr weit.

Die Jun­gen PIRATEN for­dern daher dazu auf, sich klar gegen der­ar­tige Maß­nah­men im Straf­voll­zug aus­zu­spre­chen und die Vor­ha­ben der EU-Mitgliedsstaaten Frank­reich und Groß­bri­tan­nien scharf zu kri­ti­sie­ren. Der deut­sche Rechts­staat kann der­ar­tige unbe­grün­dete Ein­schrän­kun­gen der per­sön­li­chen und kol­lek­ti­ven Frei­heit nicht mit sei­ner frei­heit­lich demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung vereinbaren!

[1] Ein sol­cher Vor­gang könnte „Shar­er­blo­cking“ genannt werden.