Einträge zum Stichwort 'Aufruf'

admin - Politik, Überwachung - 19. November 2009 - 4 Kommentarehttp://jupis.de/blg

Demonstration gegen Videoüberwachung in Wiesbaden — Junge Piraten rufen zur Teilnahme auf

Am Sams­tag, den 21.11.2009 fin­det ab 11 Uhr auf dem Bahn­hofs­vor­platz Wies­ba­den eine Demons­tra­tion gegen die dort geplante, flä­chen­de­ckende Video­über­wa­chung statt. Die Jun­gen Pira­ten unter­stüt­zen den Protest.

Seit 2003 wird der ?Platz der deut­schen Ein­heit? video­über­wacht. Wel­chen Erfolg, wenn über­haupt, diese Anlage erbracht hat, lässt sich leicht anhand der dort erfass­ten Straf­ta­ten mes­sen. Igno­riert man die Zahl der Schwarz­fah­rer, sind die regis­trier­ten Straf­ta­ten im Bereich des Plat­zes, trotz Kame­ras, von 2007 bis 2008 um 21 gestie­gen (von 123 auf 144).

Nun sol­len Anfang 2010 neue Kame­ras instal­liert wer­den. Nur der Auf­bau wird die Stadt fast 200.000 Eur kos­ten — Finanz­mit­tel, die drin­gend in der Bil­dung oder im Sozi­al­haus­halt gebraucht werden.

Das vor­geb­li­che Ziel der Video­über­wa­chung ist es, die Sicher­heit auf dem Bahn­hofs­areal zu erhö­hen. Kri­ti­ker sagen jedoch offen, dass unlieb­same Grup­pen ver­drängt wer­den sol­len. Der CDU-Politiker Andreas Knüt­tel­würde es durch­aus begrü­ßen, wenn die Pun­ker ver­schwin­den: „Ich hätte nichts dage­gen, wenn es sich so auswirkt.“

Die Video­über­wa­chung ist gestützt auf die Zah­len der Poli­zei, die den Vor­platz und den Bahn­hof als ?„Kri­mi­na­li­täts­schwer­punkt“ ein­stuft. Jedoch zeich­net die „?Brennpunkt“-Bilanz, der für das Jahr 2008 vom Bahn­hofs­areal gemel­de­ten Straf­ta­ten, ein ande­res Bild: 139 von 244 Straf­ta­ten waren Laden­dieb­stähle, began­gen im Bahn­hof und somit auch künf­tig von den Kame­ras drau­ßen nicht zu erfassen.

Julia Reda aus dem Bun­des­vor­stand der Jun­gen Pira­ten fin­det es unge­heu­er­lich, wie hier mit Steu­er­mit­teln umge­gan­gen wird: „200.000 Euro sind eine Summe, die man bes­ser in Schul­aus­stat­tung oder soziale Ein­rich­tun­gen inves­tiert. Bei­des ist für die Gesell­schaft för­der­li­cher als ein Platz, der von Kame­ras erfasst wird. Wir brau­chen nicht mehr Über­wa­chung, son­dern mehr Bil­dung, Auf­klä­rung und Präventionsprogramme.“


Ansprech­part­ner für die Jun­gen Pira­ten:
Heiko Her­berg, kom­mis­sa­ri­scher Vor­stands­vor­sit­zen­der
eMail: vorstand@junge-piraten.de

Pres­se­kon­takt: presse@junge-piraten.de



admin - Allgemein, Bildung, Politik - 15. November 2009 - 8 Kommentarehttp://jupis.de/u0i

Einmal ist keinmal: Bildungsstreik fortsetzen!

Nach­dem im Juni 2009 in über ein­hun­dert Städ­ten 270.000 Men­schen auf die Straße gin­gen, um gegen die Zustände im Bil­dungs­sys­tem zu pro­tes­tie­ren, ist es Zeit für eine Fort­set­zung, denn: NICHTS ist pas­siert. Die For­de­run­gen sind unerfüllt.

* selbst­be­stimm­tes Ler­nen und Leben statt star­rem Zeit­rah­men, Leis­tungs– und Kon­kur­renz­druck ist NICHT gege­ben
* freier Bil­dungs­zu­gang und Abschaf­fung von sämt­li­chen Bil­dungs­ge­büh­ren ist NICHT gege­ben
* öffent­li­che Finan­zie­rung des Bil­dungs­sys­tems ohne Ein­fluss­nahme der Wirt­schaft u.a. auf Lehr­in­halte, Stu­di­en­st­ruk­tu­ren und Stel­len­ver­gabe ist NICHT gege­ben
* Demo­kra­ti­sie­rung und Stär­kung der Mit– und Selbst­ver­wal­tung in allen Bil­dungs­ein­rich­tun­gen ist NICHT gegeben

Des­halb unter­stüt­zen die Jun­gen Pira­ten den Auf­ruf des bun­des­wei­ten Bildungsstreik-Bündnisses [1]. Vom 17. Novem­ber bis zum 10. Dezem­ber, ins­be­son­dere am 17. Novem­ber, sol­len in Bezug auf die „Glo­bal Week of Action“ Pro­teste mit Aktio­nen und Demons­tra­tio­nen stattfinden.

Für den Fall, dass diese Pro­teste keine Wir­kung zei­gen, soll am 10. Dezem­ber in Bonn die Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz blo­ckiert wer­den und für die Zukunft wei­tere Pro­teste erdacht werden.

Die Jun­gen Pira­ten hat­ten bereits im Som­mer zur Betei­li­gung an den Bil­dungs­pro­tes­ten auf­ge­ru­fen. [2] Wir hof­fen dabei natür­lich auch auf tat­kräf­tige Unter­stüt­zung der Mit­glie­der der Pira­ten­par­tei, die Stu­den­ten oder Aus­zu­bil­dende sind. Nur gemein­sam und in gro­ßer Zahl kann Pro­test Erfolg haben!

[1] http://www.bildungsstreik.net/wir-machen-weiter/
[2] http://www.junge-piraten.de/2009/06/09/jupis_unterstuetzen_bildungsstreik/



admin - Internetkultur, Jugendschutz, Killerspiele, Politik - 22. Juli 2009 - 9 Kommentarehttp://jupis.de/3o3

Gamer gegen Zensur

Über die Initia­tive „Wir sind Gamer!“

Im Zuge der For­de­run­gen nach einem bun­des­wei­tem Ver­bot soge­nann­ter „Kil­ler­spiele“ hat sich inzwi­schen eine Gegen­in­itia­tive gebil­det, wel­che mit Demons­tra­tio­nen in ganz Deutsch­land auf sich auf­merk­sam macht.

Die „Wir sind Gamer“ — Initia­tive hat es sich zur Auf­gabe gemacht, der All­ge­mein­heit zu ver­deut­li­chen, das Com­pu­ter­spie­ler keine poten­zi­el­len Kil­ler sind, son­dern Men­schen mit einem bestimm­ten Hobby. Nicht mehr und nicht weni­ger. Zudem soll dar­auf hin­ge­wie­sen wer­den, dass das Ver­hal­ten der Poli­tik und der Medien, Com­pu­ter– und Video­spiele zuneh­mend als Sün­den­bö­cke zu miss­brau­chen, nicht akzep­ta­bel ist. Statt­des­sen wird die kon­struk­tive Aus­ein­an­der­set­zung mit Com­pu­ter­spie­len als einer Jugend­kul­tur gefordert.

Am 25.07.09 wird mit Ber­lin, Karls­ruhe und Köln in drei deut­schen Groß­städ­ten auf sich auf­merk­sam gemacht. Die Ver­an­stal­ter hof­fen auf rege Betei­li­gung, nach­dem bereits am 5. Juni in Karls­ruhe meh­rere hun­dert Gamer fried­lich demons­triert hatten.

Die „Inde­pen­dent Fri­day Night Game — Demons­tra­tion für Jugend­kul­tur“ war der Auf­takt zu der kom­men­den Sams­tag statt­fin­den Demons­tra­tion. Obwohl die Ein­wände laut­stark deut­lich gemacht wur­den, folgte am sel­ben Tag der Vor­schlag der Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz der Län­der, ein „Her­stel­lungs– und Ver­brei­tungs­ver­bot“ für die sog. „Kil­ler­spiele“ ein­zu­set­zen. (die Jun­gen Pira­ten berich­te­ten).

Die Hetz­jagd gegen fried­li­che Spie­ler hat danach immer absur­dere Aus­maße ange­nom­men. Ihr trau­ri­ger Höhe­punkt war die Absage der ‚Con­ven­tion Xtreme‘ in Karlsdorf-Neuthard, einer der größ­ten und bekann­tes­ten LAN-Parties im süd­deut­schen Raum. Durch die Auf­lage der Stadt, dass auf der Ver­an­stal­tung Spiele wie ‚War­craft 3′ (frei­ge­ge­ben ab 12 Jah­ren) oder ‚Coun­ter Strike‘ (frei­ge­ge­ben ab 16 Jah­ren) nicht gespielt wer­den dür­fen, muss­ten die Ver­an­stal­ter die LAN-Party absa­gen. Ohne diese bei­den über­aus belieb­ten Spiele hätte die LAN-Party kei­nen Zuspruch der Spie­ler erhal­ten.“, so die Wir sind Gamer — Initia­tive in einer Presseerklärung.

Com­pu­ter­spie­ler gibt es in allen Alters– und Berufs­grup­pen. Ob Rechts­an­walt oder Hand­wer­ker, Ver­mö­gen­der oder Hartz4-Bezieher, Com­pu­ter­spie­ler gibt es über­all. Von ihnen gibt es über drei Mil­lio­nen in Deutsch­land. Wie diese Zahl ein­drucks­voll zeigt: Offen­sicht­lich formt ein Spiel alleine noch keine Amok­läu­fer. Der­ar­tige Ver­dachts­mo­mente konn­ten von wis­sen­schaft­lich Stu­dien nie ein­wand­frei belegt wer­den. Ein Ver­bot von Com­pu­ter­spie­len wie „Coun­ter­strike“ oder „Call of Duty“ könnte dage­gen nicht nur Wirt­schafts­zweige aus Deutsch­land ver­trei­ben, son­dern stellt eben­falls eine Ein­schrän­kung des Per­sön­lich­keits­rechts dar und ver­stößt gegen das Grund­ge­setz. Jeder Mensch hat das Recht sich mit den Medien zu beschäf­ti­gen und zu unter­hal­ten, die ihn inter­es­sie­ren. Ein umfang­rei­ches Ver­bot bestimm­ter Spiele kommt einer mas­si­ven Ein­schrän­kung die­ses Rechts gleich und ist so nicht hin­zu­neh­men. Die Hin­weise der FSK (Frei­wil­lige Selbst­kon­trolle), der USK (Unter­hal­tungs­soft­ware Selbst­kon­trolle), der PEGI (Pan Euro­pean Game Infor­ma­tion) und ande­rer sowie beste­hende Ein­schrän­kun­gen sind bei wei­tem aus­rei­chend, um sich selbst und als Eltern seine Kin­der zu schüt­zen. Insti­tu­tio­nen ver­fü­gen nicht über das mora­li­sche Recht zu bestim­men, was für einen frei den­ken­den Men­schen zumut­bar ist und was nicht. Die exis­tie­ren­den Kin­der­schutz­me­cha­nis­men in einem gewis­sen Rah­men und Unter­stüt­zung für die Eltern (Prä­ven­ti­ons– und Infor­ma­ti­ons­kam­pa­gnen, Eltern-LANs, usw.) sind als Schutz­maß­nah­men aus­rei­chend, wei­tere Ver­bote sind der fal­sche Weg. Deutsch­land hat, so muss man beach­ten, bereits heute eins der schärfs­ten Jugend­schutz­ge­setze weltweit.

Die Jun­gen Pira­ten unter­stüt­zen die Aktio­nen der „Wir sind Gamer!“ — Initia­tive und rufen zur Teil­nahme an den Demons­tra­tio­nen auf, denn auch Gamer haben eine Stimme. Zudem sind viele inter­es­sante Ver­an­stal­tun­gen geplant:

In Ber­lin wird Kil­ler­schach gespielt. Kil­ler­schach ist eine Satire auf den Begriff der Kil­ler­spiele, bei dem gezeigt wird, dass das tra­di­tio­nelle, uralte Spiel Schach viel gewalt­sa­mer ist als die meis­ten heute ver­brei­te­ten. Dort geht es, im Gegen­satz zu den meis­ten Action-Computerspielen, darum, die Figu­ren des Geg­ners mög­lichst effek­tiv zu besei­ti­gen. Dabei wer­den Ver­luste in den eige­nen Rei­hen hem­mungs­los und absicht­lich in Kauf genom­men, sind sogar Teil von bewähr­ten Tak­ti­ken. Mensch­li­che Spie­ler ver­deut­li­chen die­sen Aspekt mit viel Kunstblut.

Eine zurück­lie­gende, ähnli­che Aktion hier:

In Karls­ruhe wer­den Retro-Computerspiele gezeigt wer­den, die auf genau den kri­ti­sier­ten gewalt­sa­men Kon­zep­ten beru­hen, aller­dings nicht unter Ver­botsan­dro­hung ste­hen. Ebenso wird MdB Jörg Tauss an Bord sein!

In Köln wer­den die Gamer als Schüt­zen­ver­ein oder auch Son­der­ein­satz­kom­mando auf­mar­schie­ren. Tas­ta­tu­ren im Anschlag wer­den die ver­meit­lich gefähr­lichs­ten Men­schen in Deutsch­land fried­lich ihrem Ärger Luft machen.

Es ist also viel Spaß inklu­sive: Teil­neh­men lohnt sich!

Wer dage­gen wegen der Ent­fer­nung nicht teil­neh­men kann, kann trotz­dem mit­hel­fen: Unter­schreibt die Online­pe­ti­tion gegen ein Ver­bot von Action-Computerspielen!

Genauere Anga­ben zu den geplan­ten Demons­tra­tio­nen fin­det ihr auf der Home­page: www.wirsindgamer.de

- der Pres­se­spre­cher sowie die AG Presse für die Jun­gen Piraten -

- Kon­takt: presse@junge-piraten.de –



admin - Internetkultur, Politik, Vorratsdatenspeicherung, Überwachung, Zensur - 7. Juli 2009 - 6 Kommentarehttp://jupis.de/gqv

Aufruf zu europaweiten Demonstrationen gegen Überwachung am 12. September 2009

Das Demons­tra­ti­ons­bünd­nis Frei­heit statt Angst des AK Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ruft für den 12. Sep­tem­ber 2009 zur Demon­s­ta­tion gegen Restrik­tion, Zen­sur, Kon­troll– und Über­wa­chungs­wahn im Inter­net auf. Die Jun­gen Pira­ten rufen zur mas­si­ven Betei­li­gung an der Demons­tra­tion auf und unter­stüt­zen des­halb den Auf­ruf! Wir wer­den selbst mit vor Ort sein und hof­fen dabei auf Unter­stüt­zung! Auf deine Unter­stüt­zung! Lasst uns den herr­schen­den Kräf­ten laut­stark zei­gen, wie ver­werf­lich ihre Poli­tik wirk­lich ist!

Nach­fol­gend steht der Auf­ruf des Aktionsbündnisses.

Bür­ger­recht­le­rin­nen und Bür­ger­recht­ler rufen bun­des­weit zur Teil­nahme an der Demons­tra­tion gegen die aus­ufernde Über­wa­chung durch Wirt­schaft und Staat auf. Am Sams­tag, den 12. Sep­tem­ber 2009 wer­den sie unter dem Motto „Frei­heit statt Angst — Stoppt den Über­wa­chungs­wahn!“ auf die Straße gehen. Treff­punkt ist um 15.00 Uhr am Pots­da­mer Platz in Ber­lin. Die Demons­tra­tion ist Teil des euro­pa­wei­ten Akti­ons­ta­ges „Free­dom not Fear — Frei­heit statt Angst“, zu dem län­der­über­grei­fend Pro­teste gegen die Über­wa­chung der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger stattfinden.

Der Über­wa­chungs­wahn greift wei­ter­hin um sich. Ins­be­son­dere die Über­wa­chung am Arbeits­platz hat zuge­nom­men. Beschäf­tigte wer­den in ihrem Arbeits­um­feld, teil­weise auch in ihrem Pri­vat­le­ben über­wacht. Zugleich regis­trie­ren, über­wa­chen und kon­trol­lie­ren uns staat­li­che Stel­len bei immer mehr Gele­gen­hei­ten. Egal was wir tun, mit wem wir spre­chen oder tele­fo­nie­ren, wohin wir uns bewe­gen oder fah­ren, mit wem wir befreun­det sind, wofür wir uns inter­es­sie­ren, in wel­chen Grup­pen wir uns enga­gie­ren — der „große Bru­der“ Staat und die „klei­nen Brü­der und Schwes­tern“ aus der Wirt­schaft wis­sen es immer genauer. Der dar­aus resul­tie­rende Man­gel an Pri­vat­sphäre und Ver­trau­lich­keit gefähr­det unsere Gesell­schaft. Men­schen, die sich stän­dig beob­ach­tet und über­wacht füh­len, kön­nen sich nicht unbe­fan­gen und mutig für ihre Rechte und eine gerechte Gesell­schaft einsetzen.

Der ver­meint­li­che Sicher­heits­ge­winn, mit dem Über­wa­chung und Kon­trolle oft begrün­det wer­den, ist mehr als zwei­fel­haft: Die Anhäu­fung von Infor­ma­tio­nen über die Bevöl­ke­rung bie­tet kei­nen bes­se­ren Schutz vor Kri­mi­na­li­tät, kos­tet uns jähr­lich aber Mil­li­ar­den von Euro. Gezielte und nach­hal­tige Maß­nah­men zur Stär­kung der Sicher­heit blei­ben dabei genauso auf der Stre­cke wie die Lösung drän­gen­der Pro­bleme, etwa der Arbeits­lo­sig­keit und der unglei­chen Lebens­chan­cen in unse­rem Land. Dar­über hin­aus weicht die ver­stärkte Kom­pe­tenz­ver­mi­schung und Zusam­men­ar­beit zwi­schen Poli­zei, Geheim­diens­ten und Mili­tär die bis­he­rige Balance staat­li­cher Gewal­ten­tei­lung auf. Das führt nicht nur zur Auf­he­bung rechts­staat­li­cher Gren­zen der Über­wa­chung im Inland, son­dern auch zur zuneh­men­den Abschot­tung unse­rer Gesell­schaft nach Außen.

Die Über­wa­chung des All­tags betrifft nicht nur Min­der­hei­ten, son­dern uns alle: Sie beein­träch­tigt die Frei­heit unse­res Glau­bens­be­kennt­nis­ses, unsere Mei­nungs– und Infor­ma­ti­ons­frei­heit, die freie Arbeit der Medien, die Koali­ti­ons­frei­heit und die Inte­gri­tät von Unter­neh­men. Viele zivil­ge­sell­schaft­li­che Orga­ni­sa­tio­nen und Berufs­grup­pen sehen sich in beson­de­rem Maße der Über­wa­chung und Kon­trolle aus­ge­setzt, etwa die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von Bera­tungs­diens­ten, Ärztin­nen und Ärzte, Gewerk­schaf­te­rin­nen und Gewerk­schaf­ter, Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten, Rechts­an­wäl­tin­nen und Rechtsanwälte.

Der Respekt vor unse­rer Pri­vat­sphäre ist ein wich­ti­ger Teil unse­rer mensch­li­chen Würde, beruf­lich wie pri­vat. Eine freie und offene Gesell­schaft kann ohne bedin­gungs­los pri­vate Räume und Kom­mu­ni­ka­tion nicht exis­tie­ren. Des­halb rufen wir alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger auf, sich an der Demons­tra­tion am 12. Sep­tem­ber 2009 in Ber­lin zu betei­li­gen. Wir wol­len unsere Sorge um den Zustand des Daten­schut­zes laut­stark zum Aus­druck brin­gen und ein deut­li­ches Zei­chen dafür set­zen, dass viele Men­schen für ihre Frei­heits­rechte wie­der auf die Straße gehen!

Treff­punkt für die Demons­tra­tion „Frei­heit statt Angst 2009″ ist am Sams­tag, den 12. Sep­tem­ber 2009 um 15.00 Uhr am Pots­da­mer Platz. Der Pro­test­marsch durch die Stadt wird mit einer gro­ßen Abschluss­kund­ge­bung am Roten Rat­haus enden. Auf der Web­seite http://www.FreiheitStattAngst.de fin­den sich jeweils die neu­es­ten Infor­ma­tio­nen zur Demons­tra­tion sowie Mög­lich­kei­ten, bei der Vor­be­rei­tung der Demons­tra­tion mitzuhelfen.

Die For­de­run­gen des Aktionsbündnisses

1. Über­wa­chung abbauen

  • Abschaf­fung der flä­chen­de­cken­den Pro­to­kol­lie­rung der Kom­mu­ni­ka­tion und unse­rer Stand­orte (Vorratsdatenspeicherung)
  • Abschaf­fung der flä­chen­de­cken­den Erhe­bung bio­me­tri­scher Daten, sowie von RFID-Ausweisdokumenten
  • Schutz vor Bespit­ze­lung am Arbeits­platz durch ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz
  • Berück­sich­ti­gung des Daten­schut­zes für Bür­ger– und Arbeitnehmer/innen bereits in der Kon­zep­ti­ons­phase aller öffent­li­cher eGovernment-Projekte
  • Keine ein­heit­li­che Schü­ler­num­mer (Ber­li­ner SchülerID)
  • Keine Wei­ter­gabe von Infor­ma­tio­nen über Men­schen ohne trif­ti­gen Grund; keine euro­pa­weite Ver­ein­heit­li­chung staat­li­cher Infor­ma­ti­ons­samm­lun­gen (Stock­hol­mer Programm)
  • Keine sys­te­ma­ti­sche Über­wa­chung des Zah­lungs­ver­kehrs oder sons­tige Mas­sen­da­ten­ana­lyse in der EU (Stock­hol­mer Programm)
  • Kein Infor­ma­ti­ons­aus­tausch mit den USA und ande­ren Staa­ten ohne wirk­sa­men Grundrechtsschutz
  • Abbau von Video­über­wa­chung und Ver­bot des Ein­sat­zes von Verhaltenserkennungssystemen
  • Keine pau­schale Regis­trie­rung aller Flug– und Schiffs­rei­sen­den (PNR-Daten)
  • Keine geheime Durch­su­chung von Pri­vat­com­pu­tern, weder online noch offline
  • Keine Ein­füh­rung der Elek­tro­ni­schen Gesund­heits­karte in der der­zeit geplan­ten Form

2. Eva­lu­ie­rung der beste­hen­den Überwachungsbefugnisse

Wir for­dern eine unab­hän­gige Über­prü­fung aller beste­hen­den Über­wa­chungs­be­fug­nisse im Hin­blick auf ihre Wirk­sam­keit, Kos­ten, schäd­li­che Neben­wir­kun­gen und Alternativen.

3. Mora­to­rium für neue Überwachungsbefugnisse

Nach der inne­ren Auf­rüs­tung der letz­ten Jahre for­dern wir einen sofor­ti­gen Stopp neuer Geset­zes­vor­ha­ben auf dem Gebiet der inne­ren Sicher­heit, wenn sie mit wei­te­ren Grund­rechts­ein­grif­fen ver­bun­den sind.

4. Gewähr­leis­tung der Mei­nungs­frei­heit und des freien Mei­nungs– und Infor­ma­ti­ons­aus­tauschs über das Internet

  • keine Beschrän­kung des Inter­net­zu­gangs durch staat­li­che Stel­len oder Inter­net­an­bie­ter (Sperrlisten)
  • keine Sper­run­gen von Internetanschlüssen
  • Ver­bot der Instal­la­tion von Fil­tern in die Infra­struk­tur des Internet
  • Ent­fer­nung von Internet-Inhalten nur auf Anord­nung eines Richters
  • Ein­füh­rung eines unein­ge­schränk­ten Zitier­rechts für Multimedia-Inhalte, das heute unver­zicht­bar für die öffent­li­che Debatte in Demo­kra­tien ist
  • Schutz von Platt­for­men zur freien Mei­nungs­äu­ße­rung im Inter­net (par­ti­zi­pa­to­ri­sche Web­sites, Foren, Kom­men­tare in Blogs), die heute durch unzu­rei­chende Gesetze bedroht sind, wel­che Selbst­zen­sur begüns­ti­gen (abschre­ckende Wirkung)

Quelle im Wiki des AK Vorrat



admin - Politik, Zensur - 19. Juni 2009 - 4 Kommentarehttp://jupis.de/8j6

JuPis rufen zu Demonstrationen auf: Der Anfang vom Ende der Freiheit, Zensur in Kraft

Der Bun­des­tag hat ges­tern mit 389 zu 128 Stim­men das Gesetz für Netz­sper­ren ver­ab­schie­det, es gab 18 Ent­hal­tun­gen. Erste Ver­fas­sungs­kla­gen wer­den bereits vorbereitet.

Lei­der war es uns, den Netz­ak­ti­vis­ten, trotz mas­si­ver Kri­tik an den Plä­nen und gigan­ti­schen Pro­tes­ten nicht mög­lich, das Gesetz zu ver­hin­dern. 130.000 Unter­schrif­ten gegen ein Gesetz spre­chen eine deut­li­che Spra­che. Lei­der offen­sicht­lich eine andere als die der meis­ten Poli­ti­ker in Deutsch­land. Getra­gen von der gro­ßen Koali­tion war trotz inner­par­tei­li­cher Kri­tik, z.B. in der SPD, wohl wenig zu machen. Her­vor­zu­he­ben sind die Mit­glie­der der bei­den sog. „Volks­par­teien“, die dage­gen gestimmt haben. Dies sind Jochen Bor­chert (CDU), Dr. Wolf­gang Wodarf, Jörg Tauss sowie Stef­fen Rei­che (SPD). Sich gegen die Mehr­heits­pläne der Par­tei zu rich­ten und sich nicht von hoh­len Argu­men­ten blen­den zu las­sen, zeigt Cou­rage und Umsicht. Vie­len Dank!

Mit dem Gesetz geht aller­dings wie befürch­tet eine lange Ära der Netz­frei­heit in Deutsch­land einem bit­te­ren Ende zu. Viele Kri­ti­ker hat­ten befürch­tet, dass bereits bin­nen weni­ger Monate die Rufe nach einer Aus­wei­tung des Geset­zes laut wer­den wür­den. Nun ist es so gekom­men, dass bereits wenige Stun­den nach der Ver­ab­schie­dung die Vor­schläge nach der Aus­wei­tung z.B. auf sog. „Kil­ler­spiele“, die bereits im Vor­feld geäu­ßert wur­den, bekräf­tigt wur­den. Tho­mas Strobl, CDU-Generalsekretär in Baden-Württemberg äußerte als ers­ter CDU-Politiker die ent­spre­chen­den Begehr­lich­kei­ten. Wahr­schein­lich wer­den sich dem wei­tere CDU-Politiker anschlie­ßen, wodurch ein Spiel mit dem Feuer begin­nen kann. Zwi­schen inef­fi­zi­en­ten und schlecht kon­trol­lier­ten Netz­sper­ren und unkon­trol­lier­ter, har­ter Zen­sur liegt nicht viel. Dass es mög­lich ist, die tech­ni­schen Maß­nah­men weni­ger leicht umgeh­bar zu gestal­ten, liegt auf der Hand. Dass es durch die nun geschaf­fene Mög­lich­keit leicht ist, die blo­ckier­ten Inhalte aus­zu­wei­ten, eben­falls. Darin lau­ern große Gefah­ren für die Frei­heit des Inter­nets in der west­li­chen Welt.

Des­halb rufen die Jun­gen Pira­ten zusam­men mit der Pira­ten­par­tei zum Wider­stand auf! In Ber­lin, Ham­burg, Mün­chen, Düs­sel­dorf, Frank­furt, Han­no­ver und wei­te­ren Städ­ten fin­den am Sams­tag, 20. Juni 2009, um 12:00 Uhr Pro­test­de­mons­tra­tio­nen statt. Genauere Ort sowie das Pro­gramm fin­den sich auf http://www.LoeschenStattSperren.de.
Die Poli­tik begeht einen gro­ßen Feh­ler! Das müs­sen wir öffent­lich zeigen!



admin - Internetkultur, Jugendschutz, Kommentare, Politik, Zensur - 18. Mai 2009 - 4 Kommentarehttp://jupis.de/3ig

Auch der CCC ist mit uns: Gegen Internetsperren

Leicht ver­spä­tet, aber immer­hin: Der Chaos Com­pu­ter Club hat sich gegen die Inter­net­sper­ren und für die Online-Petition ausgesprochen.

Der Chaos Com­pu­ter Club emp­fiehlt jedem Bür­ger: Mit­zeich­nen! Denn die hier geplan­ten gehei­men Fil­ter­maß­nah­men füh­ren eine unver­hoh­lene Internet-Zensur in Deutsch­land ein.“

Ein­fach wird auf den Punkt gebracht: Das geplante Gesetz ist eine Kata­stro­phe.
„Dem Miss­brauch ist hier Tür und Tor geöff­net, recht­staat­li­che Kon­trolle nicht vor­ge­se­hen. Die Zah­len, mit denen das Gesetz durch­ge­drückt wer­den soll, ent­beh­ren aller­dings jeder Grund­lage. Auch angeb­li­che Erfolgs­ge­schich­ten aus ande­ren Län­dern sind frei erfunden.“

So ruft der CCC die mün­di­gen Bür­ger des Lan­des auf:
„Infor­miert Euch über die wirk­li­chen Fak­ten und lasst Euch nicht durch unbe­wie­sene Zah­len­spie­le­reien und Unwahr­hei­ten beein­dru­cken. Wenn Ihr auch nicht wollt, dass die Inter­net­aus­dru­cker heim­lich belie­bige miß­lie­bige Sei­ten in unse­rem Netz zen­sie­ren, anstatt die wirk­lich ille­ga­len Inhalte mit recht­staat­li­chen Mit­teln zu ent­fer­nen, dann wer­det jetzt aktiv! Tragt das Anlie­gen auch in Eure Ver­wandt­schaft und in die breite Öffent­lich­keit an Eurer Uni oder Schule und stellt Euch zum Unter­schri­fen­sam­meln in die Fußgängerzone.“

So stellt sich die Netz­ge­meinde gegen Zen­sur, Repres­sion, geis­tige Unter­drü­ckung und die Bestre­ben des Staa­tes, die Frei­heit zu beschrän­ken. So ist es gut, so muss es bleiben.

Quelle des Auf­rufs: http://ccc.de/updates/2009/aufruf-petition
– Texte ori­gi­nal übernommen -

Kon­tro­verse Mei­nung:
Was aber bleibt ist den­noch, dass wir alle von der Ent­wick­lung sehr über­rascht wur­den. Der Staat kann jeder­zeit agie­ren und neue Gesetze ein­füh­ren, wir kön­nen nur rea­gie­ren und dage­gen pro­tes­tie­ren. Viel­leicht soll­ten wir uns als Junge Pira­ten dafür ein­set­zen, das zu ändern. Netz­neu­tra­li­tät über einen Gesetz­ent­wurf ent­spre­chend der juris­ti­schen Grund­la­gen ein­fü­gen zu las­sen oder sogar über eine Online-Petition zu ver­su­chen, ins Grund­ge­setz zu fügen, könnte ein Ver­such sein. Dafür kön­nen wir Jun­gen Pira­ten die Grund­lage oder der Start­punkt für eine Debatte sein. Diese müsste aber gut geführt wer­den und das wei­tere Vor­ge­hen müsste sehr gut vor­be­rei­tet sein.

Anmer­kung: Ich per­sön­lich denke bei Aktion und Reak­tion in der Poli­tik immer gerne an die Fürs­ten und die libe­rale Bewe­gung. Die Libe­ra­len waren pro­gres­siv, bra­chen immer neue Ideen und agier­ten letzt­lich. Die Fürs­ten waren kon­ser­va­tiv und muss­ten so unter­lie­gen. Das Pro­blem ist, dass heute die Kon­ser­va­ti­ven die Aktion bil­den, nicht mehr wir, die frei­heit­li­chen Menschen.