Einträge zum Stichwort 'Berlin'

admin - Allgemein, Pressemitteilungen - 9. November 2009 - 2 Kommentarehttp://jupis.de/6tj

Junge Piraten veranstalten außerordentliche Bundesmitgliederversammlung in Berlin

Abstimmung auf der 3. BMV 2009Es wird nicht ruhig bei den Jun­gen Pira­ten. Am 07.11.09 fand im Amts­haus Buch­holz, Ber­lin, eine außer­or­dent­li­che Bundes­mitglieder­versammlung statt. Inhalt­lich drehte sich alles um die bevor­ste­hende Ver­eins­grün­dung, wozu es noch eini­ger Sat­zungs­än­de­run­gen bedurfte. Zusätz­lich stellte sich der kom­mis­sa­ri­sche Vor­sit­zende der Jun­gen Pira­ten Heiko Her­berg den Fra­gen der ange­reis­ten Vor­stände der Lan­des­ver­bände Nie­der­sach­sen und Ber­lin. Die BMV ist ein Zei­chen, dass es trotz Jos­hua Brücks Rück­tritt aus per­sön­li­chen Grün­den wei­ter geht und die Jun­gen Pira­ten die Ener­gie, die sie aus der ers­ten Bun­des­mit­glie­der­ver­samm­lung gezo­gen haben, wei­ter­hin nut­zen.

Im infor­mel­len Teil wurde viel über die Arbeit bei den Jun­gen Pira­ten gespro­chen. Viele junge Men­schen haben noch nicht mit­be­kom­men, dass sich jeder ein­brin­gen kann und darf, und das auch, ohne Mit­glied zu sein. Der Vor­sit­zende des frisch gegrün­de­ten Lan­des­ver­ban­des Nie­der­sach­sens, André Ulrich, ist fest über­zeugt, dass es gerade der Mit­mach­fak­tor ist, der junge Men­schen zu den JuPis bringt. „Die Jun­gen Pira­ten bie­ten eine per­fekte Chance, sich poli­tisch zu enga­gie­ren. Bei den meis­ten Jugend­or­ga­ni­sa­tio­nen sind die The­men schon zu sehr gefes­tigt, um dort noch etwas selbst mit­be­stim­men zu kön­nen. Die JuPis sind also die Gele­gen­heit, sich poli­tisch zu mobi­li­sie­ren und aktiv mit­zu­ma­chen“, so seine wei­tere Ausführung.

Julia Reda, Bei­sit­ze­rin im Bun­des­vor­stand, ist auch über­zeugt: „Die Jun­gen Pira­ten bre­chen alte Struk­tu­ren auf. Jeder kann neue Ideen ein­brin­gen und Dank unse­rer fla­chen Ent­schei­dungs­wege sind sie auch schnell umgesetzt.“

In Anleh­nung an die Pira­ten­par­tei, als deren Jugend­or­ga­ni­sa­tion man sich ver­steht, gilt auch hier: „Klar­ma­chen zum Ändern!“ — und in die­sem Fall den Arbeits­all­tag einer Jugend­or­ga­ni­sa­tion, die zum Mit­ma­chen einlädt.


Ansprech­part­ner für die Jun­gen Pira­ten:
Heiko Her­berg, kom­mis­sa­ri­scher Vor­stands­vor­sit­zen­der
eMail: vorstand@junge-piraten.de

Pres­se­kon­takt: presse@junge-piraten.de



admin - Politik - 14. September 2009 - 12 Kommentarehttp://jupis.de/0x5

120 Teilnehmer bei Mahnwache gegen Polizeigewalt

120 Teil­neh­mer fan­den sich am Mon­tag Abend vor dem Sitz des Poli­zei­prä­si­den­ten Ber­lin ein, um eine Mahn­wa­che gegen den Überg­riff von Poli­zei­be­am­ten auf einen fried­li­chen Demons­tran­ten auf der Demo „Frei­heit statt Angst“ abzu­hal­ten. Auf­ge­ru­fen zur Mahn­wa­che hat­ten die Jun­gen Pira­ten, die von der Pira­ten­par­tei, dem Arbeits­kreis Vor­rats­rats­da­ten­spei­che­rung, dem Foe­BuD e.V. sowie der Grü­nen Jugend Ber­lin unter­stützt wurde. Die Poli­zei war mit über 50 Kräf­ten im Ein­satz, die sich aber im Hin­ter­grund hielten.

Spre­cher der Jun­gen Pira­ten, des anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Blocks, der Pira­ten­par­tei und pade­luun — der Ver­an­stal­ter der Demo „Frei­heit statt Angst“ — for­der­ten Kenn­zeich­nun­gen von Poli­zei­be­am­ten zur Iden­ti­fi­zie­rung bei Straf­ta­ten. Die Teil­neh­mer der Demo for­der­ten die sofor­tige Sus­pen­die­rung der an der Tat betei­lig­ten Beam­ten, vor­be­halt­lose Auf­klä­rung sowie wei­tere Kon­se­quen­zen für die Täter, soll­ten sich die Vor­würfe gegen sie erhär­ten. „Es ist beängs­ti­gend, wie hor­mon­ge­steu­ert einige Poli­zis­ten offen­sicht­lich in ihren Ein­satz gehen.“ sagte Flo­rian Bischof, Spit­zen­kan­di­dat der Pira­ten­par­tei Ber­lin in Bezug auf das erschre­ckende Video, das die Ereig­nisse am ver­gan­ge­nen Sams­tag zeigt. Die Pira­ten­par­tei for­dert im Zuge eines trans­pa­ren­ten Staa­tes in Ihrem Wahl­pro­gramm die ein­deu­tige Kenn­zeich­nung von Poli­zei­be­am­ten im Dienst.

In einer Schwei­ge­mi­nute gedach­ten die Teil­neh­mer der Mahn­wa­che der Opfer poli­zei­li­cher Gewalt. Die Jun­gen Pira­ten sehen durch über­trie­bene Gewalt­be­reit­schaft der Poli­zei die Ver­samm­lungs– und Mei­nungs­frei­heit aus­ge­hölt. „Wer von die­sem Gewalt-Vorfall hört, über­legt sich in Zukunft zwei mal ob er sein Recht auf Teil­nahme an einer Demons­tra­tion wahr­nimmt. Sol­che Polizei-Gewalt schreckt Leute ab ihre Mei­nung zu äußern und gefähr­det damit unsere Demo­kra­tie!“ sagt Chris­tian Mül­ler, Ver­samm­lungs­lei­ter und stellv. Vor­sit­zen­der der Jun­gen Pira­ten Berlin.



admin - Gründung - 25. Juli 2009 - 1 Kommentarhttp://jupis.de/ndi

Gründung des 1. Landesverbandes der Jungen Piraten in Berlin

Am Sonn­tag, den 26. Juli 2009 wird sich in Ber­lin der erste Lan­des­ver­band der Jun­gen Pira­ten grün­den.  Der Bun­des­vor­sit­zende Car­me­lito Bauer, der sich zur Zeit in Ber­lin befin­det dazu: „Wir haben in kur­zer Zeit sehr viel erreicht. Über 100 Mit­glie­der haben wir nun schon, und nun wer­den erste Unter­glie­de­run­gen und Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren nötig. In Ber­lin sind die JuPis und Pira­ten sehr aktiv und moti­viert, jedoch fehlt ihnen ein zen­tra­ler Ansprech­part­ner in ihrer Stadt, was auch für viele Inter­es­sen­ten und poten­ti­el­len Mit­glie­der wich­tig ist. Die Pira­ten in Ber­lin zei­gen außer­dem wie­der, dass sie Vor­rei­ter in Sachen Pira­ten­ar­beit sind. Das eigent­li­che Jah­res­ziel ist damit erreicht, und ich denke wir kön­nen es opti­mis­tisch auf 500 erhö­hen. Die Bun­des­tags­wahl wird uns sicher hel­fen. Ziel ist es auch, die JuPis und ihre enorme Wich­tig­keit in den Köp­fen der Men­schen zu ver­an­kern, denn selbst viele Pira­ten wis­sen gar­nicht, dass es uns gibt.“

In Ber­lin zeigt man, dass die JuPis unbü­ro­kra­tisch an die Sache her­an­ge­hen. Inner­halb sehr kur­zer Zeit wurde die Sat­zung erar­bei­tet und ein Ort gefun­den. Die Grün­dung fin­det ab 12:00 im Mau­er­park in Ber­lin statt. Die­ser befin­det sich im Stadt­teil Prenz­lauer Berg nahe der Ebers­wal­der Straße. Wir tref­fen uns dort zum Kaper­früh­stück und betre­ten dann einen nahe­ge­le­ge­nen Raum für die eigent­li­che Grün­dung. Inter­es­sierte und Ver­tre­ter der Presse sind herz­lich ein­ge­la­den, die Grün­dung zu verfolgen.

Die Ber­li­ner JuPis in einem State­ment: „Gerade für Neu­zu­gänge ist es wich­tig, einee zen­trale Anlauf­stelle und einen Ansprech­part­ner zu haben. So fällt es ihnen oft leich­ter bei­zu­tre­ten und sich zu enga­gie­ren. Auf Lan­des­ebene kön­nen ein­fa­cher Unter­glie­de­run­gen gegrün­det wer­den, sowie Tref­fen orga­ni­siert wer­den. So wird der Bun­des­vor­stand ent­las­tet. Sicher­lich kann man auch über lokale Aktio­nen nach­den­ken. Mit der Grün­dung bewei­sen die JuPis auch, dass sie sehr viel unbü­ro­kra­ti­scher und locke­rer an die Sache ran­ge­hen, als andere Orga­ni­sa­tio­nen. Das Aus­ar­bei­ten der Sat­zung ist natür­lich wie­derum ein Stück Arbeit.“




admin - Internetkultur, Jugendschutz, Killerspiele, Politik - 22. Juli 2009 - 9 Kommentarehttp://jupis.de/3o3

Gamer gegen Zensur

Über die Initia­tive „Wir sind Gamer!“

Im Zuge der For­de­run­gen nach einem bun­des­wei­tem Ver­bot soge­nann­ter „Kil­ler­spiele“ hat sich inzwi­schen eine Gegen­in­itia­tive gebil­det, wel­che mit Demons­tra­tio­nen in ganz Deutsch­land auf sich auf­merk­sam macht.

Die „Wir sind Gamer“ — Initia­tive hat es sich zur Auf­gabe gemacht, der All­ge­mein­heit zu ver­deut­li­chen, das Com­pu­ter­spie­ler keine poten­zi­el­len Kil­ler sind, son­dern Men­schen mit einem bestimm­ten Hobby. Nicht mehr und nicht weni­ger. Zudem soll dar­auf hin­ge­wie­sen wer­den, dass das Ver­hal­ten der Poli­tik und der Medien, Com­pu­ter– und Video­spiele zuneh­mend als Sün­den­bö­cke zu miss­brau­chen, nicht akzep­ta­bel ist. Statt­des­sen wird die kon­struk­tive Aus­ein­an­der­set­zung mit Com­pu­ter­spie­len als einer Jugend­kul­tur gefordert.

Am 25.07.09 wird mit Ber­lin, Karls­ruhe und Köln in drei deut­schen Groß­städ­ten auf sich auf­merk­sam gemacht. Die Ver­an­stal­ter hof­fen auf rege Betei­li­gung, nach­dem bereits am 5. Juni in Karls­ruhe meh­rere hun­dert Gamer fried­lich demons­triert hatten.

Die „Inde­pen­dent Fri­day Night Game — Demons­tra­tion für Jugend­kul­tur“ war der Auf­takt zu der kom­men­den Sams­tag statt­fin­den Demons­tra­tion. Obwohl die Ein­wände laut­stark deut­lich gemacht wur­den, folgte am sel­ben Tag der Vor­schlag der Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz der Län­der, ein „Her­stel­lungs– und Ver­brei­tungs­ver­bot“ für die sog. „Kil­ler­spiele“ ein­zu­set­zen. (die Jun­gen Pira­ten berich­te­ten).

Die Hetz­jagd gegen fried­li­che Spie­ler hat danach immer absur­dere Aus­maße ange­nom­men. Ihr trau­ri­ger Höhe­punkt war die Absage der ‚Con­ven­tion Xtreme‘ in Karlsdorf-Neuthard, einer der größ­ten und bekann­tes­ten LAN-Parties im süd­deut­schen Raum. Durch die Auf­lage der Stadt, dass auf der Ver­an­stal­tung Spiele wie ‚War­craft 3′ (frei­ge­ge­ben ab 12 Jah­ren) oder ‚Coun­ter Strike‘ (frei­ge­ge­ben ab 16 Jah­ren) nicht gespielt wer­den dür­fen, muss­ten die Ver­an­stal­ter die LAN-Party absa­gen. Ohne diese bei­den über­aus belieb­ten Spiele hätte die LAN-Party kei­nen Zuspruch der Spie­ler erhal­ten.“, so die Wir sind Gamer — Initia­tive in einer Presseerklärung.

Com­pu­ter­spie­ler gibt es in allen Alters– und Berufs­grup­pen. Ob Rechts­an­walt oder Hand­wer­ker, Ver­mö­gen­der oder Hartz4-Bezieher, Com­pu­ter­spie­ler gibt es über­all. Von ihnen gibt es über drei Mil­lio­nen in Deutsch­land. Wie diese Zahl ein­drucks­voll zeigt: Offen­sicht­lich formt ein Spiel alleine noch keine Amok­läu­fer. Der­ar­tige Ver­dachts­mo­mente konn­ten von wis­sen­schaft­lich Stu­dien nie ein­wand­frei belegt wer­den. Ein Ver­bot von Com­pu­ter­spie­len wie „Coun­ter­strike“ oder „Call of Duty“ könnte dage­gen nicht nur Wirt­schafts­zweige aus Deutsch­land ver­trei­ben, son­dern stellt eben­falls eine Ein­schrän­kung des Per­sön­lich­keits­rechts dar und ver­stößt gegen das Grund­ge­setz. Jeder Mensch hat das Recht sich mit den Medien zu beschäf­ti­gen und zu unter­hal­ten, die ihn inter­es­sie­ren. Ein umfang­rei­ches Ver­bot bestimm­ter Spiele kommt einer mas­si­ven Ein­schrän­kung die­ses Rechts gleich und ist so nicht hin­zu­neh­men. Die Hin­weise der FSK (Frei­wil­lige Selbst­kon­trolle), der USK (Unter­hal­tungs­soft­ware Selbst­kon­trolle), der PEGI (Pan Euro­pean Game Infor­ma­tion) und ande­rer sowie beste­hende Ein­schrän­kun­gen sind bei wei­tem aus­rei­chend, um sich selbst und als Eltern seine Kin­der zu schüt­zen. Insti­tu­tio­nen ver­fü­gen nicht über das mora­li­sche Recht zu bestim­men, was für einen frei den­ken­den Men­schen zumut­bar ist und was nicht. Die exis­tie­ren­den Kin­der­schutz­me­cha­nis­men in einem gewis­sen Rah­men und Unter­stüt­zung für die Eltern (Prä­ven­ti­ons– und Infor­ma­ti­ons­kam­pa­gnen, Eltern-LANs, usw.) sind als Schutz­maß­nah­men aus­rei­chend, wei­tere Ver­bote sind der fal­sche Weg. Deutsch­land hat, so muss man beach­ten, bereits heute eins der schärfs­ten Jugend­schutz­ge­setze weltweit.

Die Jun­gen Pira­ten unter­stüt­zen die Aktio­nen der „Wir sind Gamer!“ — Initia­tive und rufen zur Teil­nahme an den Demons­tra­tio­nen auf, denn auch Gamer haben eine Stimme. Zudem sind viele inter­es­sante Ver­an­stal­tun­gen geplant:

In Ber­lin wird Kil­ler­schach gespielt. Kil­ler­schach ist eine Satire auf den Begriff der Kil­ler­spiele, bei dem gezeigt wird, dass das tra­di­tio­nelle, uralte Spiel Schach viel gewalt­sa­mer ist als die meis­ten heute ver­brei­te­ten. Dort geht es, im Gegen­satz zu den meis­ten Action-Computerspielen, darum, die Figu­ren des Geg­ners mög­lichst effek­tiv zu besei­ti­gen. Dabei wer­den Ver­luste in den eige­nen Rei­hen hem­mungs­los und absicht­lich in Kauf genom­men, sind sogar Teil von bewähr­ten Tak­ti­ken. Mensch­li­che Spie­ler ver­deut­li­chen die­sen Aspekt mit viel Kunstblut.

Eine zurück­lie­gende, ähnli­che Aktion hier:

In Karls­ruhe wer­den Retro-Computerspiele gezeigt wer­den, die auf genau den kri­ti­sier­ten gewalt­sa­men Kon­zep­ten beru­hen, aller­dings nicht unter Ver­botsan­dro­hung ste­hen. Ebenso wird MdB Jörg Tauss an Bord sein!

In Köln wer­den die Gamer als Schüt­zen­ver­ein oder auch Son­der­ein­satz­kom­mando auf­mar­schie­ren. Tas­ta­tu­ren im Anschlag wer­den die ver­meit­lich gefähr­lichs­ten Men­schen in Deutsch­land fried­lich ihrem Ärger Luft machen.

Es ist also viel Spaß inklu­sive: Teil­neh­men lohnt sich!

Wer dage­gen wegen der Ent­fer­nung nicht teil­neh­men kann, kann trotz­dem mit­hel­fen: Unter­schreibt die Online­pe­ti­tion gegen ein Ver­bot von Action-Computerspielen!

Genauere Anga­ben zu den geplan­ten Demons­tra­tio­nen fin­det ihr auf der Home­page: www.wirsindgamer.de

- der Pres­se­spre­cher sowie die AG Presse für die Jun­gen Piraten -

- Kon­takt: presse@junge-piraten.de –



admin - Internetkultur, Politik, Vorratsdatenspeicherung, Überwachung, Zensur - 7. Juli 2009 - 6 Kommentarehttp://jupis.de/gqv

Aufruf zu europaweiten Demonstrationen gegen Überwachung am 12. September 2009

Das Demons­tra­ti­ons­bünd­nis Frei­heit statt Angst des AK Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ruft für den 12. Sep­tem­ber 2009 zur Demon­s­ta­tion gegen Restrik­tion, Zen­sur, Kon­troll– und Über­wa­chungs­wahn im Inter­net auf. Die Jun­gen Pira­ten rufen zur mas­si­ven Betei­li­gung an der Demons­tra­tion auf und unter­stüt­zen des­halb den Auf­ruf! Wir wer­den selbst mit vor Ort sein und hof­fen dabei auf Unter­stüt­zung! Auf deine Unter­stüt­zung! Lasst uns den herr­schen­den Kräf­ten laut­stark zei­gen, wie ver­werf­lich ihre Poli­tik wirk­lich ist!

Nach­fol­gend steht der Auf­ruf des Aktionsbündnisses.

Bür­ger­recht­le­rin­nen und Bür­ger­recht­ler rufen bun­des­weit zur Teil­nahme an der Demons­tra­tion gegen die aus­ufernde Über­wa­chung durch Wirt­schaft und Staat auf. Am Sams­tag, den 12. Sep­tem­ber 2009 wer­den sie unter dem Motto „Frei­heit statt Angst — Stoppt den Über­wa­chungs­wahn!“ auf die Straße gehen. Treff­punkt ist um 15.00 Uhr am Pots­da­mer Platz in Ber­lin. Die Demons­tra­tion ist Teil des euro­pa­wei­ten Akti­ons­ta­ges „Free­dom not Fear — Frei­heit statt Angst“, zu dem län­der­über­grei­fend Pro­teste gegen die Über­wa­chung der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger stattfinden.

Der Über­wa­chungs­wahn greift wei­ter­hin um sich. Ins­be­son­dere die Über­wa­chung am Arbeits­platz hat zuge­nom­men. Beschäf­tigte wer­den in ihrem Arbeits­um­feld, teil­weise auch in ihrem Pri­vat­le­ben über­wacht. Zugleich regis­trie­ren, über­wa­chen und kon­trol­lie­ren uns staat­li­che Stel­len bei immer mehr Gele­gen­hei­ten. Egal was wir tun, mit wem wir spre­chen oder tele­fo­nie­ren, wohin wir uns bewe­gen oder fah­ren, mit wem wir befreun­det sind, wofür wir uns inter­es­sie­ren, in wel­chen Grup­pen wir uns enga­gie­ren — der „große Bru­der“ Staat und die „klei­nen Brü­der und Schwes­tern“ aus der Wirt­schaft wis­sen es immer genauer. Der dar­aus resul­tie­rende Man­gel an Pri­vat­sphäre und Ver­trau­lich­keit gefähr­det unsere Gesell­schaft. Men­schen, die sich stän­dig beob­ach­tet und über­wacht füh­len, kön­nen sich nicht unbe­fan­gen und mutig für ihre Rechte und eine gerechte Gesell­schaft einsetzen.

Der ver­meint­li­che Sicher­heits­ge­winn, mit dem Über­wa­chung und Kon­trolle oft begrün­det wer­den, ist mehr als zwei­fel­haft: Die Anhäu­fung von Infor­ma­tio­nen über die Bevöl­ke­rung bie­tet kei­nen bes­se­ren Schutz vor Kri­mi­na­li­tät, kos­tet uns jähr­lich aber Mil­li­ar­den von Euro. Gezielte und nach­hal­tige Maß­nah­men zur Stär­kung der Sicher­heit blei­ben dabei genauso auf der Stre­cke wie die Lösung drän­gen­der Pro­bleme, etwa der Arbeits­lo­sig­keit und der unglei­chen Lebens­chan­cen in unse­rem Land. Dar­über hin­aus weicht die ver­stärkte Kom­pe­tenz­ver­mi­schung und Zusam­men­ar­beit zwi­schen Poli­zei, Geheim­diens­ten und Mili­tär die bis­he­rige Balance staat­li­cher Gewal­ten­tei­lung auf. Das führt nicht nur zur Auf­he­bung rechts­staat­li­cher Gren­zen der Über­wa­chung im Inland, son­dern auch zur zuneh­men­den Abschot­tung unse­rer Gesell­schaft nach Außen.

Die Über­wa­chung des All­tags betrifft nicht nur Min­der­hei­ten, son­dern uns alle: Sie beein­träch­tigt die Frei­heit unse­res Glau­bens­be­kennt­nis­ses, unsere Mei­nungs– und Infor­ma­ti­ons­frei­heit, die freie Arbeit der Medien, die Koali­ti­ons­frei­heit und die Inte­gri­tät von Unter­neh­men. Viele zivil­ge­sell­schaft­li­che Orga­ni­sa­tio­nen und Berufs­grup­pen sehen sich in beson­de­rem Maße der Über­wa­chung und Kon­trolle aus­ge­setzt, etwa die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von Bera­tungs­diens­ten, Ärztin­nen und Ärzte, Gewerk­schaf­te­rin­nen und Gewerk­schaf­ter, Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten, Rechts­an­wäl­tin­nen und Rechtsanwälte.

Der Respekt vor unse­rer Pri­vat­sphäre ist ein wich­ti­ger Teil unse­rer mensch­li­chen Würde, beruf­lich wie pri­vat. Eine freie und offene Gesell­schaft kann ohne bedin­gungs­los pri­vate Räume und Kom­mu­ni­ka­tion nicht exis­tie­ren. Des­halb rufen wir alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger auf, sich an der Demons­tra­tion am 12. Sep­tem­ber 2009 in Ber­lin zu betei­li­gen. Wir wol­len unsere Sorge um den Zustand des Daten­schut­zes laut­stark zum Aus­druck brin­gen und ein deut­li­ches Zei­chen dafür set­zen, dass viele Men­schen für ihre Frei­heits­rechte wie­der auf die Straße gehen!

Treff­punkt für die Demons­tra­tion „Frei­heit statt Angst 2009″ ist am Sams­tag, den 12. Sep­tem­ber 2009 um 15.00 Uhr am Pots­da­mer Platz. Der Pro­test­marsch durch die Stadt wird mit einer gro­ßen Abschluss­kund­ge­bung am Roten Rat­haus enden. Auf der Web­seite http://www.FreiheitStattAngst.de fin­den sich jeweils die neu­es­ten Infor­ma­tio­nen zur Demons­tra­tion sowie Mög­lich­kei­ten, bei der Vor­be­rei­tung der Demons­tra­tion mitzuhelfen.

Die For­de­run­gen des Aktionsbündnisses

1. Über­wa­chung abbauen

  • Abschaf­fung der flä­chen­de­cken­den Pro­to­kol­lie­rung der Kom­mu­ni­ka­tion und unse­rer Stand­orte (Vorratsdatenspeicherung)
  • Abschaf­fung der flä­chen­de­cken­den Erhe­bung bio­me­tri­scher Daten, sowie von RFID-Ausweisdokumenten
  • Schutz vor Bespit­ze­lung am Arbeits­platz durch ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz
  • Berück­sich­ti­gung des Daten­schut­zes für Bür­ger– und Arbeitnehmer/innen bereits in der Kon­zep­ti­ons­phase aller öffent­li­cher eGovernment-Projekte
  • Keine ein­heit­li­che Schü­ler­num­mer (Ber­li­ner SchülerID)
  • Keine Wei­ter­gabe von Infor­ma­tio­nen über Men­schen ohne trif­ti­gen Grund; keine euro­pa­weite Ver­ein­heit­li­chung staat­li­cher Infor­ma­ti­ons­samm­lun­gen (Stock­hol­mer Programm)
  • Keine sys­te­ma­ti­sche Über­wa­chung des Zah­lungs­ver­kehrs oder sons­tige Mas­sen­da­ten­ana­lyse in der EU (Stock­hol­mer Programm)
  • Kein Infor­ma­ti­ons­aus­tausch mit den USA und ande­ren Staa­ten ohne wirk­sa­men Grundrechtsschutz
  • Abbau von Video­über­wa­chung und Ver­bot des Ein­sat­zes von Verhaltenserkennungssystemen
  • Keine pau­schale Regis­trie­rung aller Flug– und Schiffs­rei­sen­den (PNR-Daten)
  • Keine geheime Durch­su­chung von Pri­vat­com­pu­tern, weder online noch offline
  • Keine Ein­füh­rung der Elek­tro­ni­schen Gesund­heits­karte in der der­zeit geplan­ten Form

2. Eva­lu­ie­rung der beste­hen­den Überwachungsbefugnisse

Wir for­dern eine unab­hän­gige Über­prü­fung aller beste­hen­den Über­wa­chungs­be­fug­nisse im Hin­blick auf ihre Wirk­sam­keit, Kos­ten, schäd­li­che Neben­wir­kun­gen und Alternativen.

3. Mora­to­rium für neue Überwachungsbefugnisse

Nach der inne­ren Auf­rüs­tung der letz­ten Jahre for­dern wir einen sofor­ti­gen Stopp neuer Geset­zes­vor­ha­ben auf dem Gebiet der inne­ren Sicher­heit, wenn sie mit wei­te­ren Grund­rechts­ein­grif­fen ver­bun­den sind.

4. Gewähr­leis­tung der Mei­nungs­frei­heit und des freien Mei­nungs– und Infor­ma­ti­ons­aus­tauschs über das Internet

  • keine Beschrän­kung des Inter­net­zu­gangs durch staat­li­che Stel­len oder Inter­net­an­bie­ter (Sperrlisten)
  • keine Sper­run­gen von Internetanschlüssen
  • Ver­bot der Instal­la­tion von Fil­tern in die Infra­struk­tur des Internet
  • Ent­fer­nung von Internet-Inhalten nur auf Anord­nung eines Richters
  • Ein­füh­rung eines unein­ge­schränk­ten Zitier­rechts für Multimedia-Inhalte, das heute unver­zicht­bar für die öffent­li­che Debatte in Demo­kra­tien ist
  • Schutz von Platt­for­men zur freien Mei­nungs­äu­ße­rung im Inter­net (par­ti­zi­pa­to­ri­sche Web­sites, Foren, Kom­men­tare in Blogs), die heute durch unzu­rei­chende Gesetze bedroht sind, wel­che Selbst­zen­sur begüns­ti­gen (abschre­ckende Wirkung)

Quelle im Wiki des AK Vorrat