Einträge zum Stichwort 'Datenschutz'

Lukas Martini - Medien, Politik, Überwachung - 22. September 2010 - 4 Kommentarehttp://jupis.de/3im

Junge Piraten enttäuscht über mangelnden Datenschutz in neuer GEZ-Regelung

Die Jun­gen Pira­ten sind ent­täuscht über die kürz­lich ver­öf­fent­lichte zukünf­tige Gebüh­ren­re­ge­lung der GEZ [0]. „Hier hätte es die Chance gege­ben, unnö­tige Daten­samm­le­rei end­lich abzu­bauen“, bedau­ert auch Max Kiecker, Bei­sit­zer im Lan­des­vor­stand NRW der Jun­gen Pira­ten. „Statt­des­sen wer­den der GEZ noch mehr Mög­lich­kei­ten zur Kon­trolle von Bür­gern eingeräumt.“

Die Ver­gan­gen­heit hat gezeigt, dass ein­mal vor­lie­gende Daten nicht nur Begeh­ren an vie­len Stel­len wecken, son­dern auch ein immen­ses Miss­brauchs­po­ten­tial ber­gen. Außer­dem hat sich gezeigt, dass sich Daten am bes­ten schüt­zen las­sen, wenn sie über­haupt nicht gesam­melt werden.

Das Anle­gen von Daten­ban­ken ohne Zweck muss auf­hö­ren!“, fin­det auch Susanne Graf, Jun­ger Pirat aus Thü­rin­gen. „Wie sol­len die Bür­ger so Ver­trauen in den Staat oder des­sen Rund­funk­ver­träge haben?“

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admin - Kommentare, Politik, Überwachung - 27. April 2009 - Kommentare deaktivierthttp://jupis.de/0zu

Zukunftsdiskussion: Wie stehen wir zu Überwachung der Körper– und Organfunktionen?

Die Frage könnte in weni­gen Jah­ren wesent­lich wer­den: Die Minia­tu­ri­sie­rung der Com­pu­ter­tech­no­lo­gie wird in abseh­ba­rer Zeit einen Punkt errei­chen, an dem der Begriff Nano­tech­no­lo­gie zum Tra­gen kom­men wird. Die dadurch ent­ste­hen­den Mög­lich­kei­ten soll­ten uns bereits heute bewusst sein.

Vor­stell­bar wäre natür­lich die rein medi­zi­ni­sche Erhe­bung von rele­van­ten Daten bei Risi­ko­pa­ti­en­ten. Die Daten wür­den inner­halb des Kör­pers ermit­telt, an einen außen am Kör­per befind­li­chen Appa­rat gemel­det, der wenn nötig eine Ver­bin­dung zur zustän­di­gen Gesund­heits­in­sti­tu­tion auf­baut. Ins­be­son­dere für Rent­ner und für die Früh­er­ken­nung von Schlag­an­fäl­len oder Herz­in­fark­ten könn­ten sich unge­ahnte Mög­lich­kei­ten auftun.

Ande­rer­seits wäre es pro­blem­los mög­lich, über Ver­däch­tige unbe­merkt Infor­ma­tio­nen zu sam­meln. Ein­mal ein­ge­pflanzte Robo­ter könn­ten abhän­gig von der kör­per­li­chen Akti­vi­tät ent­we­der Infor­ma­tio­nen sen­den oder sogar den Kör­per auf Befehl oder prä­ven­tiv aus­schal­ten. Weni­ger wich­tig als die Betrach­tung vom Punkt Daten­schutz aus wäre hier die Betrach­tung von Sei­ten der Menschenwürde.

Eben­falls denk­bar wäre aber eine Kran­ken­kasse, die ein prä­ven­ti­ves Über­wa­chungs­sys­tem instal­liert und dafür finan­zi­elle Vor­teile bie­tet. Der Kunde wird zu sei­ner eige­nen Sicher­heit über­wacht, der Arzt kann bei Pro­ble­men bereits früh­zei­tig ein­sprin­gen – aller­dings könn­ten auch Pro­file für den Alko­hol­kon­sum, für die kör­per­li­chen Akti­vi­tä­ten erstellt wer­den, Stress­fak­to­ren auf­ge­zeich­net wer­den. Men­schen mit nega­ti­ven Pro­fi­len könn­ten pro­blem­los aus­ge­son­dert wer­den, indem nach der Lauf­zeit die Ver­träge nicht ver­län­gert wer­den. Ein defi­ni­tiv beängs­ti­gen­des Szenario.



admin - Kommentare, Politik, Überwachung - 27. April 2009 - Kommentare deaktivierthttp://jupis.de/6qu

Das Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme (vgl. S. 18)

Die­ses Grund­recht war mir vor­her nicht bekannt – und das, obwohl es schon über ein Jahr alt ist. Am 27. Februar wurde es als Aus­prä­gung des all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts ein­ge­führt, feder­füh­rend ist das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt. (vg. 1 BvR 370/07).

Das Ziel ist es, die Bür­ger vor neuen Gefah­ren, die mit der Benut­zung von tech­ni­schen Gerä­ten, ins­be­son­dere von ver­netz­ten, mobi­len und mul­ti­funk­tio­na­len, ver­bun­den sind, zu schüt­zen. Gel­tungs­be­reich des Grund­rech­tes sind dabei „alle infor­ma­ti­ons­tech­ni­schen Sys­teme, die – allein oder ver­netzt – umfäng­li­che oder aus­sa­ge­kräf­tige per­so­nen­be­zo­gene Daten ent­hal­ten kön­nen.“ (S. 18). Es ist für die Gel­tung des Geset­zes aus­rei­chend, wenn das Sys­tem die Daten ver­ar­bei­ten kann, dass es sie ent­hält ist nicht notwendig.

Ziel des Grund­rech­tes ist, das Ver­trauen der Benut­zer über das Sys­tem, also über seine Funk­tio­nen, Leis­tun­gen und Inhalte bestim­men zu kön­nen, zu schüt­zen. Bei der Mög­lich­keit des Zugriffs Drit­ter ist das Grund­recht damit gebro­chen, unab­hän­gig von des dafür nöti­gen Aufwandes.

Somit sind sowohl der Staat als auch die Her­stel­ler sämt­li­cher infor­ma­ti­ons­ver­ar­bei­ten­der Sys­teme in der Pflicht. Das Ver­schlep­pen von Män­geln bei­spiels­weise sei­tens von Ban­ken betreffs Online-Banking ist somit nicht nur eine extreme Fahr­läs­sig­keit und Unver­ant­wort­lich­keit, son­dern bricht außer­dem noch ein Grundrecht.

Wir als Infor­ma­ti­ker wis­sen natür­lich, dass kein Sys­tem unan­greif­bar sein kann, wes­halb hier nur von einem „dyna­mi­schen, d.h. Fort­wäh­ren­dem Pro­zess“ (S. 19) die Rede sein kann.

Aller­dings kann Mensch in Kom­mu­ni­ka­tion mit Insti­tu­tio­nen sich nun­mehr auf das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt und sein gutes Recht berufen.



admin - Kommentare, Politik, Überwachung - 27. April 2009 - Kommentare deaktivierthttp://jupis.de/wlw

Der Bericht des Datenschutzbeauftragten 2007–2008, Peter Schaar

Da ist er end­lich: der Bericht. Vor eini­ger Zeit hab ich ihn bestellt und mich gefragt, wann er wohl kom­men wird. Und natür­lich habe mich auch gefragt, ob meine Anschrift jetzt auf ewig als Emp­fän­ger des Daten­schutz­be­richts und damit als nicht lini­en­treu in einer Daten­bank schlum­mern wird.

Aber zur Sache. Der Bericht beinhal­tet vie­les und ist ver­dammt inter­es­sant, wenn man eine gute, tief­grün­dige Zusam­men­fas­sung über das Thema möchte. Ihn zu bestel­len oder online zu lesen, ist 100%ig emp­feh­lens­wert. Wer ihn eben­falls bezie­hen möchte: [Bestel­len] Das bie­tet sich nicht zuletzt des­halb an, weil neben der PDF-Datei auch die gedruckte Ver­sion kos­ten­los ist.

Ich werde die ganze Sache also mal durch­le­sen und die Dinge, die mir auf­fal­len in drei Blogs ver­öf­fent­li­chen – dem der Jun­gen Pira­ten (www.junge-piraten.de), dem Seminar-Blog der Jun­gen Pira­ten (http://seminare.xe.cx/) und mei­nem eige­nen (http://ssp.muetsch-web.de/wordpress/dnc/).

Natur­ge­mäß wer­den das ent­we­der sol­che Dinge sein, die ich vor­her nicht wusste oder sol­che, die beson­ders auf­fäl­lig sind. Mein Wis­sens­stand wird also hof­fent­lich genauso wach­sen wie der von Leu­ten, die sich auf die Sei­ten ver­ir­ren. Bei­spiels­weise sollte mans chon wis­sen, was der Staat doch alles für Ent­würfe durch seine Rei­hen reicht, um Neue­run­gen zu ermög­lich bzw. wie sehr sich Men­schen in der Ver­wal­tung für die Sache des Daten­schut­zes einsetzen.



admin - Kommentare, Pressemitteilungen - 24. April 2009 - 10 Kommentarehttp://jupis.de/67q

Neuauflage Datenschutzgesetz: Freude bei Jungen Piraten über Segelkurs der Jungen Liberalen

Ges­tern haben die Jun­gen Libe­ra­len Saar ein State­ment ver­öf­fent­licht, das die Neu­fas­sung des Daten­schutz­ge­set­zes for­dert. (siehe Quelle) Hier die Reak­tion der Jun­gen Piraten.

CDU und SPD haben zwar viel über den Daten­schutz gere­det, in den ver­gan­ge­nen Mona­ten aber keine Taten fol­gen las­sen. Die Men­schen in die­sem Land wer­den immer mehr zu glä­ser­nen Per­so­nen. Dies darf sich der mün­dige Bür­ger nicht län­ger gefal­len las­sen“ — so Lan­des­vor­sit­zen­der der Jun­gen Libe­ra­len Sebas­tian Greiser.

Wir, die Jun­gen Pira­ten, unter­stüt­zen diese Gedan­ken. Nicht nur das, sie spie­geln genauso unsere Fürchte, aber auch Hoff­nun­gen wie­der. Des­we­gen unter­stüt­zen wir die For­de­rung der Jun­gen Libe­ra­len nach einem neuen Daten­schutz­ge­setz aus­drück­lich; auch unse­rer Mei­nung nach benö­tigt das Daten­schutz­ge­set­zes von 1978 drin­gend eine Neu­auf­lage. Inhalt müs­sen gene­rell die Neu­fas­sun­gen der Rege­lun­gen, die Anpas­sung auf die neus­ten Ent­wick­lun­gen im Bereich des Inter­nets und der Gesell­schaft, darin ent­hal­ten die For­de­rung nach ver­stärk­tem Schutz des Daten­schut­zes und der Pri­vat­sphäre sein. Auch die Trans­pa­renz und Kon­trol­lier­bar­keit von Daten­flüs­sen in Staat und Wirt­schaft müs­sen erhöht werden.

Aller­dings ist die Besorg­nis bei den Jun­gen Pira­ten vor einem der­ar­ti­gen Ver­such in der nächs­ten Zeit wie­derum nicht gering. Wenn sich SPD und CDU sper­ren oder sogar einen kri­ti­schen Ent­wurf ein­brin­gen und die­sen durch­set­zen, könnte der Vor­stoß sehr kon­tra­pro­duk­tiv für die Lage der Bür­ger­rechte enden. Inso­fern ist unter den Mit­glie­dern die Mei­nung ver­brei­tet, erst die Neu­wah­len abzu­war­ten, in deren Folge die große Koali­tion even­tu­ell zer­bre­chen wird und eine Koali­tion, deren Bestand­teil dann ent­we­der die FDP sel­ber, die Grü­nen oder Die Linke wäre, würde an die Macht gelan­gen. Alle diese Par­teien ste­hen in einer posi­ti­ven Art und Weise zu Daten­schutz und Bür­ger­rech­ten, wodurch die Aus­sich­ten für den Gesetz­ent­wurf deut­lich grö­ßer wären. Die Jun­gen Pira­ten dis­tan­zie­ren sich von über­stürz­tem Vor­ge­hen und hof­fen dage­gen auf eine pro­gres­sive Dis­kus­sion, die im Vor­feld statt­fin­den müsste.

Denn die Jun­gen Pira­ten tei­len die Mei­nung der Jun­gen Libe­ra­len nicht an allen Stel­len: Bei­spiels­weise sollte den Staats­or­ga­nen eine Zusam­men­ar­beit nicht unmög­lich gemacht wer­den, denn auch diese müs­sen sich auf neue Ent­wick­lun­gen ein­stel­len. In einer ver­netz­ten Welt müs­sen das auch die Staats­or­gane sein, die ansons­ten an Inef­fi­zi­enz und Fehl– oder Unter­in­for­ma­tion lei­den wür­den. Das Pro­blem ist, anders als von den Jun­gen Libe­ra­len dar­ge­stellt, nicht die Ver­net­zung, son­dern deren man­gelnde Transparenz.

Dort set­zen die Jun­gen Pira­ten die Haupt­ak­zente: Gesetz­lich vor­ge­schrie­bene Trans­pa­renz, bei der bei­spiels­weise kom­pe­tente Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen (NGO) die Regie­rung über­wa­chen könn­ten, wäre ein sinn­vol­ler Ent­wurf. Even­tu­el­len Pro­ble­men der Geheim­hal­tung kann vor­ge­beugt wer­den, indem in den ent­spre­chen­den NGOs Gre­mien die Über­prü­fung durch­füh­ren, die Ver­öf­fent­li­chun­gen (auch des gesam­ten Pro­zes­ses, aller erhal­te­nen Infor­ma­tio­nen) nur bei Bean­stan­dun­gen durch­füh­ren dür­fen. Das hätte zur Folge, dass die staat­li­chen Behör­den gerade aus Angst vor Ver­öf­fent­li­chun­gen beson­ders große Sorg­falt wal­ten las­sen müss­ten, wäh­rend eine bes­sere Kon­trolle jeder­zeit gege­ben wäre.

Wei­ter­hin set­zen sich die Jun­gen Pira­ten für ein gesetz­li­ches Ver­bot von Daten­han­del, stär­kere aber sinn­volle Stra­fen für den Miss­brauch von Daten oder die unge­setz­li­che Wei­ter­gabe ein. Außer­dem for­dern die Jun­gen Pira­ten die Fest­schrei­bung von Pri­vat­sphäre und damit von Daten­schutz im Grund­ge­setz, unter ande­rem als direkte Folge auf Arti­kel 1.

Die Würde des Men­schen ist unan­tast­bar. Sie zu ach­ten und zu schüt­zen ist Ver­pflich­tung aller staat­li­chen Gewalt.“

Felix Pöge, Pres­se­spre­cher der Jun­gen Pira­ten
Kon­takt: presse@junge-piraten.de
Web­site: www.junge-piraten.de

Quelle: http://www.julis-saar.de/news/132/16/ (24. April 2009)

Unter ande­rem auch ver­öf­fent­licht auf:

www.dailynet.de
www.presseecho.de | Pres­se­mit­tei­lung
www.saarpresseportal.de