Ges­tern haben die Jun­gen Libe­ra­len Saar ein State­ment ver­öf­fent­licht, das die Neu­fas­sung des Daten­schutz­ge­set­zes for­dert. (siehe Quelle) Hier die Reak­tion der Jun­gen Piraten.

CDU und SPD haben zwar viel über den Daten­schutz gere­det, in den ver­gan­ge­nen Mona­ten aber keine Taten fol­gen las­sen. Die Men­schen in die­sem Land wer­den immer mehr zu glä­ser­nen Per­so­nen. Dies darf sich der mün­dige Bür­ger nicht län­ger gefal­len las­sen“ — so Lan­des­vor­sit­zen­der der Jun­gen Libe­ra­len Sebas­tian Greiser.

Wir, die Jun­gen Pira­ten, unter­stüt­zen diese Gedan­ken. Nicht nur das, sie spie­geln genauso unsere Fürchte, aber auch Hoff­nun­gen wie­der. Des­we­gen unter­stüt­zen wir die For­de­rung der Jun­gen Libe­ra­len nach einem neuen Daten­schutz­ge­setz aus­drück­lich; auch unse­rer Mei­nung nach benö­tigt das Daten­schutz­ge­set­zes von 1978 drin­gend eine Neu­auf­lage. Inhalt müs­sen gene­rell die Neu­fas­sun­gen der Rege­lun­gen, die Anpas­sung auf die neus­ten Ent­wick­lun­gen im Bereich des Inter­nets und der Gesell­schaft, darin ent­hal­ten die For­de­rung nach ver­stärk­tem Schutz des Daten­schut­zes und der Pri­vat­sphäre sein. Auch die Trans­pa­renz und Kon­trol­lier­bar­keit von Daten­flüs­sen in Staat und Wirt­schaft müs­sen erhöht werden.

Aller­dings ist die Besorg­nis bei den Jun­gen Pira­ten vor einem der­ar­ti­gen Ver­such in der nächs­ten Zeit wie­derum nicht gering. Wenn sich SPD und CDU sper­ren oder sogar einen kri­ti­schen Ent­wurf ein­brin­gen und die­sen durch­set­zen, könnte der Vor­stoß sehr kon­tra­pro­duk­tiv für die Lage der Bür­ger­rechte enden. Inso­fern ist unter den Mit­glie­dern die Mei­nung ver­brei­tet, erst die Neu­wah­len abzu­war­ten, in deren Folge die große Koali­tion even­tu­ell zer­bre­chen wird und eine Koali­tion, deren Bestand­teil dann ent­we­der die FDP sel­ber, die Grü­nen oder Die Linke wäre, würde an die Macht gelan­gen. Alle diese Par­teien ste­hen in einer posi­ti­ven Art und Weise zu Daten­schutz und Bür­ger­rech­ten, wodurch die Aus­sich­ten für den Gesetz­ent­wurf deut­lich grö­ßer wären. Die Jun­gen Pira­ten dis­tan­zie­ren sich von über­stürz­tem Vor­ge­hen und hof­fen dage­gen auf eine pro­gres­sive Dis­kus­sion, die im Vor­feld statt­fin­den müsste.

Denn die Jun­gen Pira­ten tei­len die Mei­nung der Jun­gen Libe­ra­len nicht an allen Stel­len: Bei­spiels­weise sollte den Staats­or­ga­nen eine Zusam­men­ar­beit nicht unmög­lich gemacht wer­den, denn auch diese müs­sen sich auf neue Ent­wick­lun­gen ein­stel­len. In einer ver­netz­ten Welt müs­sen das auch die Staats­or­gane sein, die ansons­ten an Inef­fi­zi­enz und Fehl– oder Unter­in­for­ma­tion lei­den wür­den. Das Pro­blem ist, anders als von den Jun­gen Libe­ra­len dar­ge­stellt, nicht die Ver­net­zung, son­dern deren man­gelnde Transparenz.

Dort set­zen die Jun­gen Pira­ten die Haupt­ak­zente: Gesetz­lich vor­ge­schrie­bene Trans­pa­renz, bei der bei­spiels­weise kom­pe­tente Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen (NGO) die Regie­rung über­wa­chen könn­ten, wäre ein sinn­vol­ler Ent­wurf. Even­tu­el­len Pro­ble­men der Geheim­hal­tung kann vor­ge­beugt wer­den, indem in den ent­spre­chen­den NGOs Gre­mien die Über­prü­fung durch­füh­ren, die Ver­öf­fent­li­chun­gen (auch des gesam­ten Pro­zes­ses, aller erhal­te­nen Infor­ma­tio­nen) nur bei Bean­stan­dun­gen durch­füh­ren dür­fen. Das hätte zur Folge, dass die staat­li­chen Behör­den gerade aus Angst vor Ver­öf­fent­li­chun­gen beson­ders große Sorg­falt wal­ten las­sen müss­ten, wäh­rend eine bes­sere Kon­trolle jeder­zeit gege­ben wäre.

Wei­ter­hin set­zen sich die Jun­gen Pira­ten für ein gesetz­li­ches Ver­bot von Daten­han­del, stär­kere aber sinn­volle Stra­fen für den Miss­brauch von Daten oder die unge­setz­li­che Wei­ter­gabe ein. Außer­dem for­dern die Jun­gen Pira­ten die Fest­schrei­bung von Pri­vat­sphäre und damit von Daten­schutz im Grund­ge­setz, unter ande­rem als direkte Folge auf Arti­kel 1.

Die Würde des Men­schen ist unan­tast­bar. Sie zu ach­ten und zu schüt­zen ist Ver­pflich­tung aller staat­li­chen Gewalt.“

Felix Pöge, Pres­se­spre­cher der Jun­gen Pira­ten
Kon­takt: presse@junge-piraten.de
Web­site: www.junge-piraten.de

Quelle: http://www.julis-saar.de/news/132/16/ (24. April 2009)

Unter ande­rem auch ver­öf­fent­licht auf:

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