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admin - Piratenpartei, Politik, Spitzenkandidatenserie - 20. September 2009 - 2 Kommentarehttp://jupis.de/o6j

Spitzenkandidatenserie — Teil vier: Axel Mehldau

Da ist er: Teil vier! Axel Mehl­dau ist Vor­stands­vor­sit­zen­der des Lan­des­ver­ban­des Bran­den­burg und außer­dem Pira­ten­kan­di­dat. Der nun dritte Teil über Spit­zen­kan­di­da­ten über die “OPis” ver­sucht, sich ihm per Inter­view zu nähern. So soll den Jun­gen Pira­ten und inter­es­sier­ten Men­schen ein bes­se­rer Ein­blick in die Fülle von Kan­di­da­ten gege­ben wer­den, die vom Bun­des­tag träu­men — ob zurecht, wer­den wir sehen. Denn nächs­ten Sonn­tag ist Bundestagswahl!

Bis zur Bun­des­tags­wahl wer­den wir so viele Ant­wor­ten wie mög­lich für euch veröffentlichen.

Profilfoto von Axel Mehldau
Name: Axel Mehldau

Lan­des­ver­band: Brandenburg

Pro­fil: Hier

Wir glau­ben an die Selbst­be­stim­mung, wie auch an die per­sön­li­che Frei­heit, die uns jetzt nach und nach weg genom­men wird. Wir wol­len nicht noch mehr kon­trol­liert, mani­pu­liert, kom­man­diert, ange­schmiert, aus­ge­trickst, abge­zockt, belo­gen und gesteu­ert werden.

Inter­view mit Axel Mehldau

Per­sön­lich:

Wie heißt du, wie alt bist du und was machst du beruflich?

Mein Name ist Axel Mehl­dau.
Ich bin jetzt noch 49 Jahre jung.
Bin seit 1999 in einem Indus­trie­ver­band als Sys­tem­ad­mi­nis­tra­tor beschäftigt.

Hast du Fami­lie und Kin­der?
Ja, ich habe Fami­lie: bin ver­hei­ra­tet und habe 3 erwach­sene Töchter.

Wie und wann hast du von den Pira­ten erfah­ren und warum bist du ihnen beige­tre­ten?
Eigent­lich hatte ich nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung Deutsch­lands durch die Aus­wir­kun­gen des  soge­nann­ten Eini­gungs­ver­tra­ges auf die Wirt­schaft und die Bevöl­ke­rung in der ehe­ma­li­gen DDR die Nase gestri­chen voll. Lieb­äu­gelte mit einer Aus­wan­de­rung aus Deutsch­land. Im März/April 2008. Las ich im Inter­net von den Zie­len der Pira­ten, der Inter­na­tio­na­li­tät, das Pro­gramm sowie auch die Sat­zung. Hier fand ich mich wie­der. Mein Kol­lege füllte schon stumm einen Mit­glieds­an­trag aus und hat ihn im Mai 2008 an die Pira­ten gefaxt. Nach etwa einer Woche, auch noch im Mai, war auch ich so weit.
Ich habe mir gesagt nur meckern kann nicht meine Zukunft sein. Ein­fach das Land ver­las­sen, auch nicht.

Bist Du Mit­glied in einer ande­ren Par­tei oder warst es?
Nein

Zur poli­ti­schen Ver­gan­gen­heit:
Bis­her war ich, seit mei­ner Jugend, immer poli­tisch und geschicht­lich sehr inter­es­siert. Habe jede Menge über die deut­sche Geschichte gele­sen. Enga­giert aber, habe ich mich nicht. Erst seit der Ver­än­de­run­gen in Deutsch­land, mei­nem per­sön­li­chem Lebens­lauf nach der Wider­ver­ei­ni­gung, dem immer deut­li­cher wer­den­den Ver­än­de­run­gen in der Poli­tik seit der Regie­rung mit Bun­des­kanz­ler Hel­mut Kohl, habe ich gespürt, dass ich mich ein­mi­schen muss.

Warum hast du dich zur Bun­des­tags­wahl auf­stel­len las­sen?
Hierzu kam ich wie die Jung­frau zum Kind. Bei unse­rer Lan­des­ver­bands­grün­dung waren wir im Okto­ber 2008 genau 7 aktive Pira­ten. Jeder von uns bekam eine Funk­tion. Da ich der älteste war, mein­ten sie, ich solle doch den Vor­sitz über­neh­men. Da habe ich ja gesagt. Auf unse­rem 1. Par­tei­tag wur­den dann die Kan­di­da­ten nomi­niert. Hier waren wir zwar ein paar Pira­ten mehr, aber auch hier hatte man das Ver­trauen in mich.
Wenn du ein Man­dat bekommst, wie kannst du das mit dei­nem Beruf ver­ein­ba­ren?
Genau das wird nicht gehen. Ich glaube dass das Ein­mi­schen in die jet­zige Poli­tik so viel Anstren­gung und vor allem Zeit und Geduld benö­tigt, dass die gesamte Zeit dafür drauf gehen wird. Und das sind wir Pira­ten auch den Hoff­nun­gen unse­rer Wäh­ler schuldig.

Poli­tisch

Wel­che Auf­ga­ben über­nimmst du für die Pira­ten­be­we­gung, was sind deine Inter­es­sen und
Tätig­kei­ten dabei?

Ich sehe meine Auf­gabe in der Koor­di­nie­rung und Ide­en­fin­dung, gemein­sam mit dem gesam­ten Vor­stand des Lan­des­ver­ban­des, zum Auf­bau einer fes­ten Struk­tur, der Orga­ni­sa­tion und Moti­va­tion der neuen Pira­ten. Kana­li­sie­ren der Akti­vi­tä­ten. Ich bin das Gesicht nach außen. Ansprech­part­ner für die Pres­se­an­fra­gen. Inter­esse habe ich auch an den per­sön­li­chen Kon­tak­ten zu den Piraten.

Was wür­dest du als das Wich­tigste anse­hen, das du als Par­la­men­ta­rier bewe­gen kannst?
Ich könnte für die Pira­ten und die Men­schen die ihr Ver­trauen in die Pira­ten gesetzt haben eine Stimme sein. Die Regie­rungs­ko­ali­tion mit Anfra­gen und Ein­sprü­chen auf Män­gel hin­wei­sen, Dis­kus­sio­nen über Fehl­ent­schei­dun­gen ent­fa­chen, andere Par­la­men­ta­rier ver­su­chen zu über­zeu­gen, dass sol­che Gesetze wie Hartz und Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ein Feh­ler waren und diese kor­ri­giert gehören.

Was wür­dest du als das Wich­tigste anse­hen, das du als Par­la­men­ta­rier im Bereich
Grund­rechte bewe­gen kannst?

Das Grund­ge­setz ist als Ergeb­nis des zwei­ten Welt­krie­ges und der unsäg­li­chen Lei­den für alle Völ­ker und Men­schen ent­stan­den. Hier sollte nicht wei­ter modi­fi­ziert wer­den, um anschlie­ßend Gesetze zu ver­ab­schie­den, die das Volk immer wei­ter von Frei­heit und Gerech­tig­keit, sowie von Lebens­qua­li­tät abtren­nen. Das möchte ich gern hel­fen zu verhindern.

Was wür­dest du als das Wich­tigste anse­hen, das du als Par­la­men­ta­rier im Bereich
Jugend­po­li­tik bewe­gen kannst?

Hier liegt lei­der schon viel im Argen. Ein Arbeits­feld so weit das Auge reicht. Die Kin­der und Jugend­li­chen haben in die­sem Lande wohl kaum eine Lobby. Immer wie­der wird fest­ge­stellt, dass Kin­dern aus Geld­man­gel das Pau­sen­brot nicht mit­ge­ge­ben wer­den kann. 2.500.000 Kin­der leben in Armut. Die Unter­schiede im Aus­bil­dungs­ni­veau. Die Ange­bote zur Frei­zeit­ge­stal­tung, die der­ar­tig viel Geld kos­ten, dass eine sinn­volle Frei­zeit­be­schäf­ti­gung für die meis­ten unmög­lich ist. Wir müs­sen uns dafür Ein­set­zen, dass die Gel­der der Bür­ger aus Steu­ern weni­ger für Sub­ven­tio­nen und Ver­schwen­dung ein­ge­setzt wer­den. Hier sehe ich jede
Menge Poten­zial. Z.B. für kos­ten­lose Frei­zeit­an­ge­bote für Kin­der und Jugend­li­che, wie kos­ten­lose Mit­glied­schaf­ten in Sport­ver­ei­nen, Tanz­schu­len, außer­schu­li­schen Musik– und Kunst­un­ter­richt, kos­ten­lo­sem Schu­les­sen, Kos­ten­be­frei­ung für Klas­sen­fahr­ten, einer Bil­dungs­po­li­tik, die auch echte Chan­cen­gleich­heit für alle Kin­der bie­tet, egal aus wel­cher sozia­len Schicht sie stam­men. Ich bin für eine Eli­ten­bil­dung, doch nur wegen des Kön­nens und nicht wegen der Geburt!

Wenn du als Pirat Teil einer Regie­rungs­ko­ali­tion wer­den könn­test, mit wem wür­dest du am
liebs­ten koalie­ren?

Das wird immer eine Tea­mentschei­dung sein. Meine per­sön­li­che Sicht der Dinge wird nicht allein maß­ge­bend sein, ich würde mich aber schon mit ein­brin­gen. Koali­ti­ons­ver­träge sind meist Kom­pro­misse. Jeder der Ver­hand­lungs­par­teien wird Zuge­ständ­nisse machen müs­sen. Immer bis zu einem gewis­sen Grad ist so etwas mög­lich. Par­al­le­len zu unse­ren Zie­len und Ideen sehe ich bei eini­gen Par­teien. Einige unse­rer Ideen und Ziele wur­den auch schon von ande­ren Par­teien kopiert und modi­fi­ziert. z.B. bei den Grü­nen und der FDP. Auch bei den Lin­ken ist das in Bran­den­burg schon in einem Kreis gesche­hen. Die Kul­tur­flat­rate wird dis­ku­tiert, Bür­ger­geld wird dis­ku­tiert, die Ein­schrän­kun­gen der per­sön­li­chen Frei­hei­ten, die Zen­sur im Inter­net und viele andere Dinge sind schon Par­tei­über­grei­fend im Gespräch. Ich glaube das mit der Koali­tion wird erst noch inter­es­sant. Wie weit kön­nen sich die Par­teien auf­ein­an­der zu bewe­gen. Auch wir Pira­ten wer­den eine Menge bewe­gen kön­nen, wenn wir einig sind und offen auch für neue Ideen, bereit dazu zu ler­nen. Bei der CDU/CSU und den rech­ten Par­teien, kann ich mir im Moment keine Koali­tion vor­stel­len. Wobei die SPD im Moment für mich auch nicht koali­ti­ons­fä­hig wäre.

Was sagst Du zu der Ansicht, die Pira­ten­par­tei hätte sich nicht deut­lich genug vom Rechts­ex­tre­mis­mus dis­tan­ziert?
Wer ver­tritt denn so eine absurde Mei­nung? Die Pira­ten sind viel­leicht ein bun­tes Völk­chen, aber sie sind frei­heit­lich demo­kra­tisch, und kei­nes­wegs irgendwo rechts­ex­trem und natio­nal gleich gar nicht. Sie gibt es inter­na­tio­nal. In einer Anzahl Län­der schon gegrün­det. Sie set­zen sich in ihren Dis­kus­sio­nen für die Bür­ger­rechte ein, für die per­sön­li­che Frei­heit und den Schutz der Pri­vat­sphäre. Sie kämp­fen für freies Wis­sen, für alle die im Inter­net gegen die dro­hende Zen­sur sind. Also ich kann kei­nen Extre­mis­mus in irgend­eine Rich­tung erken­nen.
Weder nach Rechts noch nach Links.

Was sagst du zu der Ansicht, die Pira­ten­par­tei würde sich nicht aus­rei­chend gegen ille­ga­les File­sha­ring, wel­ches die Künst­ler schä­digt, aus­spre­chen?

Die Pira­ten­par­tei Deutsch­land ver­folgt das Ziel, künst­li­che Mono­pole abzu­bauen. Diese ent­ste­hen nur des­halb, weil z.B. die Künst­ler und Kul­tur­schaf­fen­den über die Ver­lage, Labels und Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten mit Ver­trä­gen um einen gro­ßen Teil ihrer Ver­gü­tung gebracht wer­den. Das File­sha­ring im Inter­net ist nur eine neue Form von Tausch. Man besucht sich nicht mehr, wie frü­her ein­mal, zum Plat­ten hören, trifft sich nicht mehr bei Tausch­bör­sen. Meine Mei­nung ist, dass Tau­schen ein Jahr­hun­dert altes Men­schen­recht ist. Das gehört nicht abge­schafft, son­dern als nor­mal ange­se­hen und gedul­det. Das Tau­schen bringt auch nicht die Kul­tur­schaf­fen­den um die ihnen zuste­hen­den Hono­rare. Die Lösung ist nach wie vor umstrit­ten. Heute schon wer­den alle mög­li­chen Abga­ben auf Kopie­rer etwa und CD-Player, Roh­linge, Recor­der und so wei­ter erho­ben. Die GEMA, als Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft erhebt
Gebüh­ren und ver­teilt diese. Strit­tig ist, ob diese Modelle noch zeit­ge­mäß sind. Ideen, wie die Kul­tur­flat­rate, wer­den par­tei­en­über­grei­fend dis­ku­tiert. End­gül­tige Lösun­gen müss­ten gemein­sam mit den Krea­ti­ven erar­bei­tet werden.

Siehst du die Pira­ten­par­tei als Par­tei der Nerds und Com­pu­ter­freaks? Wenn ja, siehst du das
als hilf­reich an, wenn nein, wie möch­test du gegen­steu­ern?

Ja und nein. Ja, als sol­che ist sie ent­stan­den. Gegrün­det auf Grund der Igno­ranz von Poli­tik und Indus­trie. Nein, weil wir nicht mehr nur Com­pu­ter­freaks sind. Seit eini­gen Wochen kom­men immer mehr Pira­ten dazu. Aus allen Berei­chen der gesell­schaft­li­chen Struk­tur. Wis­sen­schaft­ler, Ärzte und Ange­stellte, Arbeits­lose und Arbei­ter. Auch viele ohne Affi­ni­tät zum Com­pu­ter. Ein­fach weil unsere Posi­tio­nen rich­tig sind. Weil wir basis­de­mo­kra­tisch sind und eine Streit­kul­tur an den Tag legen, die ihres glei­chen in der eta­blier­ten poli­ti­schen Umge­bung sucht. Weil bei uns jede Mei­nung gehört wird. Jeder kann sich ein­mi­schen, die Trans­pa­renz unse­rer Par­tei lässt die­ses ja auch zu.


Sollte sich die Pira­ten­par­tei auch in der Lokal­po­li­tik und auf Län­der­ebene mit eige­nen Pro­gramm­punk­ten auf­stel­len?

Hier bin ich dafür. Gerade in den ein­zel­nen Län­dern gibt es Pro­bleme, die im Bund nicht gehört wer­den. Pro­bleme die die Men­schen vor Ort bewe­gen. Ich sage nur Atom­müll­end­la­ger, oder unter­ir­di­sche CO2 Ver­klap­pung. Flug­ha­fen­er­wei­te­run­gen, Schiff­fahrts­wege, Bin­nen­hä­fen, Infra­struk­tu­ren und Dinge die als Län­der­sa­che betrach­tet wer­den. Hierzu müs­sen Lan­des­ver­bände eine Mei­nung haben und auf Län­der­ebene Alter­na­ti­ven auf­zei­gen, die die Bür­ger dazu bewe­gen, Pira­ten zu wählen.

Über die Jun­gen Piraten

Kennst Du die jun­gen Pira­ten, schon? Wenn ja woher?
Ja, lei­der bis­her nur von der Web­seite!
Bist du selbst ein jun­ger Pirat?
Nein, ich glaube dem Alter schon ent­wach­sen zu sein.

Was denkst du zu den Jun­gen Pira­ten?
Alles was ich bis­her auf Eurer Seite lesen konnte, gibt mir die Hoff­nung, dass wir für die Pira­ten­par­tei und ihre hohen Ziele, Enthu­si­as­ten fin­den, die sich ein­brin­gen und ein­mi­schen. Die mit frei­heit­li­cher Selbst­si­cher­heit das beste­hende und künf­tige Kon­zept für eine neue zuschaf­fende mensch­li­chere Welt ein­tre­ten. Uns „Alte“ erset­zen und noch bes­ser in das Rad der sich der­zeit ver­än­dern­den Rea­li­tät ein­grei­fen. Wir star­ten das Ganze und ihr wer­det es gut fort­set­zen, denn auch eure Stimme wird gehört.

Hoff­nun­gen und Wün­sche an die Jun­gen Pira­ten:
Zeigt Euch, werbt wei­ter, orga­ni­siert öffent­li­che Aktio­nen. Die Men­schen in unse­rem Lande haben nicht alle Inter­net und Online­ver­ständ­nis. Erhebt Eure Stimme immer wie­der, wenn etwas unge­recht ist. Wenn vor allem in den Schu­len und Uni­ver­si­tä­ten, ins­ge­samt im Bil­dungs­we­sen, etwas unan­ge­nehm auf­stößt. Wehrt Euch, wenn Ihr ange­grif­fen wer­det, strei­tet Euch in geschlos­se­nen Räu­men, bis Ihr Kon­sens, eine gemein­same Spra­che gefun­den habt. Ver­zeiht Feh­ler der Ande­ren, sie wer­den dar­aus ler­nen, und sucht Gleich­ge­sinnte auf allen The­men­ge­bie­ten auch aus ande­ren Ver­ei­nen und arbei­tet mit ihnen zusam­men. So wer­det Ihr grö­ßer und stär­ker und helft damit auch der Piratenpartei!

Euer Axel Mehldau

Vor­stand des Lan­des­ver­ban­des Brandenburg

Der Pira­ten­par­tei Deutschland

Die Jun­gen Pira­ten bedan­ken sich für die Ant­wor­ten und wün­schen viel Erfolg im Wahlkampf!

Ein herz­li­ches: ARRRRRR!



admin - Piratenpartei, Politik, Spitzenkandidatenserie - 17. September 2009 - Kommentare deaktivierthttp://jupis.de/81i

Spitzenkandidatenserie — Teil drei: Sebastian Stiffel

Freie Bil­dung, freies Inter­net, Patente, trans­pa­ren­ter Staat und Copy­right: Die Haupt­the­men von Mecklenburg-Vorpommerns Lis­ten­kan­di­dat Num­mer eins. Vor einem Jahr nach Ros­tock gezo­gen, zur Euro­pa­wahl in die Par­tei ein­ge­tre­ten und nun für uns im hohen Nor­den wähl­bar: hier ist Sebas­tian Stiffel!

Der nun dritte Teil über Spit­zen­kan­di­da­ten über die “OPis” ver­sucht, sich ihm per Inter­view zu nähern. Damit soll euch ein bes­se­rer Ein­blick in die Spit­zen­po­si­tio­nen der Pira­ten­par­tei gewährt wer­den, quer durch Deutsch­land. Denn bald ist Bun­des­tags­wahl – doch wer kennt die Kan­di­da­ten in den Län­dern wirk­lich näher? Wer sind sie, wofür ste­hen sie, was sind ihre Beweg­gründe? Um dies her­aus­zu­fin­den, haben wir vor eini­ger Zeit im Wiki Fra­gen gesam­melt, auf­ge­ar­bei­tet und den Spit­zen­kan­di­da­ten der Piraten-Listen in den ein­zel­nen Bun­des­län­dern geschickt.

Bis zur Bun­des­tags­wahl wer­den wir so viele Ant­wor­ten wie mög­lich für euch veröffentlichen.


Name: Sebas­tian Stif­fel
Lan­des­ver­band: Mecklenburg-Vorpommern
Pro­fil: Hier

Inter­view mit Sebas­tian Stiffel

Per­sön­lich

Wie heißt du, wie alt bist du und was machst du beruflich?

Sebas­tian Stif­fel, 24 Jahre alt, Stu­dent (Wirtschaftsinformatik).

Hast du Fami­lie und Kinder?

Nein, noch nicht.

Wie hast du von den Pira­ten erfah­ren und wann bist du ihnen beigetreten?

Im Rah­men der Euro­pa­wahl, als die Pira­ten zum ers­ten Mal in Deutsch­land rich­tig in Aktion getre­ten sind.

Bist du Mit­glied in einer ande­ren Par­tei als den PIRATEN oder warst es? Möch­test du etwas über deine poli­ti­sche Ver­gan­gen­heit erzäh­len? Warum hast du dich für die Bun­des­tags­wahl auf­stel­len lassen?

Ich kan­di­dierte frü­her bereits in mei­ner Hei­mat als Gemein­de­rat auf der Liste der Freien Wäh­ler, um etwas gegen die abso­lute Mehr­heit der CSU zu unter­neh­men. Ich bin bei kei­ner ande­ren Par­tei Mit­glied. Ich habe für die Lan­des­liste kan­di­diert, weil ich mich von unse­ren Volks„verteretern“ über­haupt nicht ver­tre­ten sehe und jetzt selbst etwas für Deutsch­land bewe­gen möchte.

Wenn du ein Man­dat bekommst, inwie­fern kannst du das mit dei­nem Beruf vereinbaren?

In die­sem Fall wird mein Stu­dium wohl oder übel pau­sie­ren müs­sen, denn ein Bun­des­tags­man­dat sehe ich nicht als Teilzeit-Job.

Poli­tisch

Wel­che Auf­ga­ben über­nimmst du für die Pira­ten­be­we­gung, was sind deine Inter­es­sen und Tätig­kei­ten dabei?

Immer ganz vorne mit dabei in Mecklenburg-Vorpommern bin ich bei vie­len Info­ti­schen, Wahl­kampf­ver­an­stal­tun­gen und Stamm­ti­schen anzutreffen.

Wo auch immer Arbeit anfällt bin ich nicht weit…

Was wür­dest du als das wich­tigste anse­hen, das du als Par­la­men­ta­rier bewe­gen kannst?

Ich werde medi­en­wirk­sam auf den nicht vor­han­de­nen Gegen­satz zwi­schen Frei­heit und Sicher­heit hin­wei­sen. Außer­dem muss man Kon­se­quen­zen aus den Feh­lern der letz­ten 8 Jahre ver­fas­sungs­feind­li­cher Poli­tik ziehen.

Was im Bereich der Grundrechte?

Alle Instru­mente, die uns Bür­ger unter Gene­ral­ver­dacht stel­len oder unnö­tig Daten sam­meln, müs­sen abge­schafft wer­den. Dazu gehört neben den wir­ren Zen­sur­plä­nen der gro­ßen Koali­tion natür­lich Vor­rats­da­ten­spei­che­rung und auto­ma­ti­sches KFZ-Kennzeichen-Scanning sowie die Gesund­heits­karte, der bio­me­tri­scher Rei­se­pass, der kom­mende digi­ta­ler Per­so­nal­aus­weis, etc. pp.

Jedes Gesetz, wo in unver­hält­nis­mä­ßi­ger Art und Weise Daten erho­ben oder ver­ar­bei­tet wer­den (z.B. das sog. „Elena-Verfahren“) müs­sen gestoppt wer­den. Jetzt!

Was wür­dest du als das wich­tigste anse­hen, das du als Par­la­men­ta­rier im Bereich Jugend­po­li­tik bewe­gen kannst?

Deutsch­land lebt von For­schung und Inno­va­tion. Des­halb ist die Jugend unsere Zukunft. Wir kön­nen uns weder schlechte Bil­dung leis­ten, noch eine Zwei-Klassen-Bildung mit Stu­di­en­ge­büh­ren befür­wor­ten, denn wir haben bereits jetzt zu wenige gut aus­ge­bil­dete junge Men­schen im Land! Bil­dung muss jedem offen ste­hen, unab­hän­gig von sozia­len Fak­to­ren. Des­halb: Keine Stu­di­en­ge­büh­ren und elter­n­un­ab­hän­gi­ges BAföG für alle!

Wenn du als PIRAT Teil einer Regie­rungs­ko­ali­tion wer­den könn­test, mit wem wür­dest du am liebs­ten koalieren?

Da lege ich mich jetzt nicht fest, denn solange es gelingt, unsere Punkte in ein Regie­rungs­pro­gramm bekom­men, ist das Ziel erreicht. Am ein­fachs­ten gelingt das wohl mit den Grü­nen und die FDP.

Was sagst du zu der Ansicht, die Pira­ten­par­tei würde sich nicht aus­rei­chend gegen ille­ga­les File­sha­ring, wel­ches die Künst­ler schä­digt, aussprechen?

Sollte sich die Pira­ten­par­tei denn über­haupt gegen „ille­ga­les File­sha­ring“ aus­spre­chen? NEIN! Denn ich for­dere die Ein­füh­rung des Modells Kul­tur­flat­rate. Das bedeu­tet die Lega­li­sie­rung pri­va­ter Down­loads bei fai­rer Ver­gü­tung der Künstler.

Siehst du die Pira­ten­par­tei als Par­tei der Nerds und Com­pu­ter­freaks? Wenn ja, siehst du das als hilf­reich an, wenn nein, wie möch­test du gegensteuern?

Es ist Tat­sa­che, dass sich der­zeit über­wie­gend Netz– und Com­pu­te­raf­fine Bür­ger bei uns enga­gie­ren. Denn wer sich nicht selbst im Inter­net über The­men wie Zen­sur­sula oder Vor­rats­da­ten­spei­che­rung infor­miert hat, bekam größ­ten­teils nur unkri­ti­sche Berichte von Jour­na­lis­ten der alten Medien (TV und Print) vorgesetzt.

Sollte sich die Pira­ten­par­tei auch in der Lokal­po­li­tik und auf Lan­des­ebene mit eige­nen Pro­gramm­punk­ten aufstellen?

Ein Enga­ge­ment auf Lan­des­ebene halte ich für unver­zicht­bar, denn eins unse­rer Kern­the­men — die Bil­dungs­po­li­tik — wird hier gestal­tet. Und nicht zuletzt Poli­zei­ar­beit ist in unse­rer föde­ra­len Repu­blik Ländersache.

Über die Jun­gen PIRATEN

Kennst du uns, die Jun­gen PIRATEN, schon? Wenn ja, woher?

Natür­lich! Ich folge euch natür­lich auch bei Twit­ter und bin Mit­glied der JuPis-Gruppe bei Stu­diVZ / MeinVZ.

Bist du selbst ein Jun­ger PIRAT?

Nein, noch nicht. Ich ziehe eine Mit­glied­schaft aber durch­aus in Erwä­gung, sobald in Mecklenburg-Vorpommern Inter­esse aufkommt.

Was denkst du zu den Jun­gen PIRATEN?

Ich finde es klasse, dass eine so junge Par­tei bereits mit einer eige­nen Jugend­or­ga­ni­sa­tion auf­war­ten kann. Und noch bes­ser, wie aktiv und sicht­bar die Jun­gen PIRATEN sind!

Was soll­ten die wich­tigs­ten Auf­träge an die Jun­gen PIRATEN im Gesamt­kon­text der Pira­ten­par­tei sein?

Die Inter­es­sen auch künf­ti­ger Wäh­l­er­ge­ne­ra­tio­nen in die Poli­tik­ge­stal­tung mit­ein­flie­ßen zu lassen.

Deine Emp­feh­lun­gen, Hoff­nun­gen und Wün­sche an die Jun­gen Pira­ten?

Ich wün­sche euch das glei­che expo­nen­ti­elle Wachs­tum, das auch der „gro­ßen“ Pira­ten­par­tei seit Zen­sur­sula stark gemacht hat.

Die Jun­gen Pira­ten bedan­ken sich für die Ant­wor­ten und wün­schen viel Erfolg im Wahlkampf!



admin - Gründung - 26. Juli 2009 - 16 Kommentarehttp://jupis.de/g5c

Landesverband Berlin gegründet!

Heute wurde im Mau­er­park in Ber­lin der erste Lan­des­ver­band der Jun­gen Pira­ten gegrün­det. Die Jun­gen Pira­ten sind die Jugend­or­ga­ni­sa­tion der Pira­ten­par­tei Deutsch­land und wol­len jun­gen Men­schen die Mög­lich­keit geben, sich poli­tisch zu betä­ti­gen. Als Vor­sit­zende wurde die 25 jäh­rige Lena Simon gewählt, als Stell­ver­tre­ter Chris­tian Mül­ler. Schatz­meis­ter wurde Cor­ne­lius Engelmann-Strauß. Als Bei­sit­zer wur­den Sven Weh­rend und Yan­nick Eckl gewählt. Die erste Grün­dungs eines Lan­des­ver­ban­des der JuPis ebnet den Weg für wei­tere Organisationsstrukturen.

Der Alters­durch­schnitt der Pira­ten­par­tei liegt zwar ohne­hin deut­lich unter dem der Alt­par­teien“, sagt Lena Simon, die neue Lan­des­vor­sit­zende der Ber­li­ner JuPis. „Den­noch ist eine eigene Jugend­or­ga­ni­sa­tion wich­tig für uns, um für junge Leute attrak­tiv zu sein und ihre The­men aktiv zu vertreten.“

In Schwe­den sind die jun­gen Pira­ten bereits die größte Jugend­or­ga­ni­sa­tion aller Par­teien“, ergänzt der JuPi-Bundesvorsitzende Car­me­lito Bauer. „Bei dem Tempo, mit dem wir zu Zeit wach­sen, könnte das in Deutsch­land auch bald der Fall sein.“

Die Pira­ten­par­tei hat ihre Mit­glie­der­zahl seit Juni 2009 auf rund 5000 ver­vier­facht. Bei der EU-Wahl hat sie in Schwe­den 7,1% der Stim­men bekom­men. Sie ist mit je einem Abge­ord­ne­ten im EU-Parlament und im Bun­des­tag ver­tre­ten und hat das Ziel, die 5%-Hürde zu über­sprin­gen und in vol­ler Frak­ti­ons­stärke in den Bun­des­tag ein­zu­zie­hen. Sie beschäf­tigt sich mit den Kern­the­men des 21. Jahr­hun­derts und tritt für mehr Bür­ger­rechte, mehr Frei­heit und mehr Demo­kra­tie ein.

PM vom Lan­des­ver­band Berlin



admin - Gründung - 25. Juli 2009 - 1 Kommentarhttp://jupis.de/ndi

Gründung des 1. Landesverbandes der Jungen Piraten in Berlin

Am Sonn­tag, den 26. Juli 2009 wird sich in Ber­lin der erste Lan­des­ver­band der Jun­gen Pira­ten grün­den.  Der Bun­des­vor­sit­zende Car­me­lito Bauer, der sich zur Zeit in Ber­lin befin­det dazu: „Wir haben in kur­zer Zeit sehr viel erreicht. Über 100 Mit­glie­der haben wir nun schon, und nun wer­den erste Unter­glie­de­run­gen und Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren nötig. In Ber­lin sind die JuPis und Pira­ten sehr aktiv und moti­viert, jedoch fehlt ihnen ein zen­tra­ler Ansprech­part­ner in ihrer Stadt, was auch für viele Inter­es­sen­ten und poten­ti­el­len Mit­glie­der wich­tig ist. Die Pira­ten in Ber­lin zei­gen außer­dem wie­der, dass sie Vor­rei­ter in Sachen Pira­ten­ar­beit sind. Das eigent­li­che Jah­res­ziel ist damit erreicht, und ich denke wir kön­nen es opti­mis­tisch auf 500 erhö­hen. Die Bun­des­tags­wahl wird uns sicher hel­fen. Ziel ist es auch, die JuPis und ihre enorme Wich­tig­keit in den Köp­fen der Men­schen zu ver­an­kern, denn selbst viele Pira­ten wis­sen gar­nicht, dass es uns gibt.“

In Ber­lin zeigt man, dass die JuPis unbü­ro­kra­tisch an die Sache her­an­ge­hen. Inner­halb sehr kur­zer Zeit wurde die Sat­zung erar­bei­tet und ein Ort gefun­den. Die Grün­dung fin­det ab 12:00 im Mau­er­park in Ber­lin statt. Die­ser befin­det sich im Stadt­teil Prenz­lauer Berg nahe der Ebers­wal­der Straße. Wir tref­fen uns dort zum Kaper­früh­stück und betre­ten dann einen nahe­ge­le­ge­nen Raum für die eigent­li­che Grün­dung. Inter­es­sierte und Ver­tre­ter der Presse sind herz­lich ein­ge­la­den, die Grün­dung zu verfolgen.

Die Ber­li­ner JuPis in einem State­ment: „Gerade für Neu­zu­gänge ist es wich­tig, einee zen­trale Anlauf­stelle und einen Ansprech­part­ner zu haben. So fällt es ihnen oft leich­ter bei­zu­tre­ten und sich zu enga­gie­ren. Auf Lan­des­ebene kön­nen ein­fa­cher Unter­glie­de­run­gen gegrün­det wer­den, sowie Tref­fen orga­ni­siert wer­den. So wird der Bun­des­vor­stand ent­las­tet. Sicher­lich kann man auch über lokale Aktio­nen nach­den­ken. Mit der Grün­dung bewei­sen die JuPis auch, dass sie sehr viel unbü­ro­kra­ti­scher und locke­rer an die Sache ran­ge­hen, als andere Orga­ni­sa­tio­nen. Das Aus­ar­bei­ten der Sat­zung ist natür­lich wie­derum ein Stück Arbeit.“