Junge Piraten auf dem Bundesparteitag der Piratenpartei
Die Jungen Piraten befinden sich auf dem Parteitag der Piratenpartei 2010 in Bingen. Der Vorsitzende Heiko Herberg bekam Redezeit eingeräumt. Hier findet ihr seine Rede.
Die Jungen Piraten befinden sich auf dem Parteitag der Piratenpartei 2010 in Bingen. Der Vorsitzende Heiko Herberg bekam Redezeit eingeräumt. Hier findet ihr seine Rede.
Die Jungen Piraten sind über das gute Abschneiden der Piratenpartei bei der Bundestagswahl und der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hocherfreut. Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommen die Piraten bundesweit auf 2,0 Prozent der Stimmen und sind damit auf Anhieb die stärkste Kraft unter den „kleinen“ Parteien. Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein erzielte die Piratenpartei mit 1,8 Prozent der Stimmen ein ähnlich starkes Ergebnis. Damit konnte das Ergebnis der Europawahl mehr als verdoppelt und deutlich das Wachstumspotential der Piratenpartei aufgezeigt werden!
Gerade unter jungen Wählern waren die Piraten erfolgreich, so wählten laut infratest dimap bei der Bundestagswahl ganze 13% der männlichen Erstwähler die Piratenpartei. „Unser starkes Abschneiden bei den jungen Wählern zeigt, dass die etablierten Parteien eine Wählerklientel sträflich vernachlässigt haben. Anstatt den Lebensstil junger Menschen durch Computerspielverbote oder drakonische Strafen auf Filesharing zu kriminalisieren, binden die Piraten die junge Generation unmittelbar in die Entscheidungsfindung ein“, sagt Joshua Brück, Vorsitzender der Jungen Piraten.
Auch wenn es für einen Einzug in die Parlamente bei dieser Wahl noch nicht gereicht hat, illustriert der rasante Aufstieg der Piratenpartei, welch hohen Stellenwert die Themen Bürgerrechte, Datenschutz, freier Zugang zu Wissen und eine umfassende Urheberrechtsreform gerade bei der jüngeren Generation spielen. Etliche Mitglieder der Piratenpartei und der Jungen Piraten haben unter Einsatz ihrer Freizeit, ihres Know-Hows und schier unendlicher kreativer Energie zu diesem Wahlerfolg beigetragen. Julia Reda, Mitglied im Vorstand der Jungen Piraten, ist sich sicher: „Dieser Wahlkampf hat eine Welle losgetreten, deren Einfluss auf die politische Landschaft so schnell nicht verebben wird. Wir haben gezeigt, dass die Piratenpartei eine politische Kraft ist, mit der auch in Zukunft gerechnet werden muss. Die Segel sind jetzt gesetzt, um Kurs auf die Landtage und den Bundestag zu nehmen.“
Über die Jungen Piraten:
Die Jungen Piraten sind die Jugendorganisation der Piratenpartei Deutschland und bieten jungen Menschen die Möglichkeit, sich selbst zu organisieren und sich ohne Mitgliedschaft in einer Partei politisch zu engagieren und weiterzubilden.
Kinder und Jugendliche sollen bei den Jungen Piraten selbstbewusste und kritische Persönlichkeiten entfalten und lernen, ihre Interessen wahrzunehmen und zu formulieren. Die Jungen Piraten vertreten zudem die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber der Piratenpartei Deutschland — so können Jugendliche schon früh Einfluss auf das politische Geschehen nehmen.
Die Jungen Piraten geben Jugendlichen die Möglichkeit, sich aktiv für Bürgerrechte wie Meinungs– und Pressefreiheit, Datenschutz, neue Konzepte wie eine Neuauflage des Copyrights und vieles mehr einzusetzen. Außerdem steht die kritische Auseinandersetzung mit der täglich fortschreitenden Technisierung des Alltags und den damit verbundenen Gefahren sowie das Vermitteln von Medienkompetenz auf der Agenda der Jungen Piraten.
Weitere Infos über die Jungen Piraten finden Sie unter: www.junge-piraten.de
Joshua Brück, Vorstandsvorsitzender
eMail: joshua@ztoa.eu
Da ist er: Teil vier! Axel Mehldau ist Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes Brandenburg und außerdem Piratenkandidat. Der nun dritte Teil über Spitzenkandidaten über die “OPis” versucht, sich ihm per Interview zu nähern. So soll den Jungen Piraten und interessierten Menschen ein besserer Einblick in die Fülle von Kandidaten gegeben werden, die vom Bundestag träumen — ob zurecht, werden wir sehen. Denn nächsten Sonntag ist Bundestagswahl!
Bis zur Bundestagswahl werden wir so viele Antworten wie möglich für euch veröffentlichen.

Landesverband: Brandenburg
Profil: Hier
Wir glauben an die Selbstbestimmung, wie auch an die persönliche Freiheit, die uns jetzt nach und nach weg genommen wird. Wir wollen nicht noch mehr kontrolliert, manipuliert, kommandiert, angeschmiert, ausgetrickst, abgezockt, belogen und gesteuert werden.
Wie heißt du, wie alt bist du und was machst du beruflich?
Mein Name ist Axel Mehldau.
Ich bin jetzt noch 49 Jahre jung.
Bin seit 1999 in einem Industrieverband als Systemadministrator beschäftigt.
Hast du Familie und Kinder?
Ja, ich habe Familie: bin verheiratet und habe 3 erwachsene Töchter.
Wie und wann hast du von den Piraten erfahren und warum bist du ihnen beigetreten?
Eigentlich hatte ich nach der Wiedervereinigung Deutschlands durch die Auswirkungen des sogenannten Einigungsvertrages auf die Wirtschaft und die Bevölkerung in der ehemaligen DDR die Nase gestrichen voll. Liebäugelte mit einer Auswanderung aus Deutschland. Im März/April 2008. Las ich im Internet von den Zielen der Piraten, der Internationalität, das Programm sowie auch die Satzung. Hier fand ich mich wieder. Mein Kollege füllte schon stumm einen Mitgliedsantrag aus und hat ihn im Mai 2008 an die Piraten gefaxt. Nach etwa einer Woche, auch noch im Mai, war auch ich so weit.
Ich habe mir gesagt nur meckern kann nicht meine Zukunft sein. Einfach das Land verlassen, auch nicht.
Bist Du Mitglied in einer anderen Partei oder warst es?
Nein
Zur politischen Vergangenheit:
Bisher war ich, seit meiner Jugend, immer politisch und geschichtlich sehr interessiert. Habe jede Menge über die deutsche Geschichte gelesen. Engagiert aber, habe ich mich nicht. Erst seit der Veränderungen in Deutschland, meinem persönlichem Lebenslauf nach der Widervereinigung, dem immer deutlicher werdenden Veränderungen in der Politik seit der Regierung mit Bundeskanzler Helmut Kohl, habe ich gespürt, dass ich mich einmischen muss.
Warum hast du dich zur Bundestagswahl aufstellen lassen?
Hierzu kam ich wie die Jungfrau zum Kind. Bei unserer Landesverbandsgründung waren wir im Oktober 2008 genau 7 aktive Piraten. Jeder von uns bekam eine Funktion. Da ich der älteste war, meinten sie, ich solle doch den Vorsitz übernehmen. Da habe ich ja gesagt. Auf unserem 1. Parteitag wurden dann die Kandidaten nominiert. Hier waren wir zwar ein paar Piraten mehr, aber auch hier hatte man das Vertrauen in mich.
Wenn du ein Mandat bekommst, wie kannst du das mit deinem Beruf vereinbaren?
Genau das wird nicht gehen. Ich glaube dass das Einmischen in die jetzige Politik so viel Anstrengung und vor allem Zeit und Geduld benötigt, dass die gesamte Zeit dafür drauf gehen wird. Und das sind wir Piraten auch den Hoffnungen unserer Wähler schuldig.
Welche Aufgaben übernimmst du für die Piratenbewegung, was sind deine Interessen und
Tätigkeiten dabei?
Ich sehe meine Aufgabe in der Koordinierung und Ideenfindung, gemeinsam mit dem gesamten Vorstand des Landesverbandes, zum Aufbau einer festen Struktur, der Organisation und Motivation der neuen Piraten. Kanalisieren der Aktivitäten. Ich bin das Gesicht nach außen. Ansprechpartner für die Presseanfragen. Interesse habe ich auch an den persönlichen Kontakten zu den Piraten.
Was würdest du als das Wichtigste ansehen, das du als Parlamentarier bewegen kannst?
Ich könnte für die Piraten und die Menschen die ihr Vertrauen in die Piraten gesetzt haben eine Stimme sein. Die Regierungskoalition mit Anfragen und Einsprüchen auf Mängel hinweisen, Diskussionen über Fehlentscheidungen entfachen, andere Parlamentarier versuchen zu überzeugen, dass solche Gesetze wie Hartz und Vorratsdatenspeicherung ein Fehler waren und diese korrigiert gehören.
Was würdest du als das Wichtigste ansehen, das du als Parlamentarier im Bereich
Grundrechte bewegen kannst?
Das Grundgesetz ist als Ergebnis des zweiten Weltkrieges und der unsäglichen Leiden für alle Völker und Menschen entstanden. Hier sollte nicht weiter modifiziert werden, um anschließend Gesetze zu verabschieden, die das Volk immer weiter von Freiheit und Gerechtigkeit, sowie von Lebensqualität abtrennen. Das möchte ich gern helfen zu verhindern.
Was würdest du als das Wichtigste ansehen, das du als Parlamentarier im Bereich
Jugendpolitik bewegen kannst?
Hier liegt leider schon viel im Argen. Ein Arbeitsfeld so weit das Auge reicht. Die Kinder und Jugendlichen haben in diesem Lande wohl kaum eine Lobby. Immer wieder wird festgestellt, dass Kindern aus Geldmangel das Pausenbrot nicht mitgegeben werden kann. 2.500.000 Kinder leben in Armut. Die Unterschiede im Ausbildungsniveau. Die Angebote zur Freizeitgestaltung, die derartig viel Geld kosten, dass eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für die meisten unmöglich ist. Wir müssen uns dafür Einsetzen, dass die Gelder der Bürger aus Steuern weniger für Subventionen und Verschwendung eingesetzt werden. Hier sehe ich jede
Menge Potenzial. Z.B. für kostenlose Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, wie kostenlose Mitgliedschaften in Sportvereinen, Tanzschulen, außerschulischen Musik– und Kunstunterricht, kostenlosem Schulessen, Kostenbefreiung für Klassenfahrten, einer Bildungspolitik, die auch echte Chancengleichheit für alle Kinder bietet, egal aus welcher sozialen Schicht sie stammen. Ich bin für eine Elitenbildung, doch nur wegen des Könnens und nicht wegen der Geburt!
Wenn du als Pirat Teil einer Regierungskoalition werden könntest, mit wem würdest du am
liebsten koalieren?
Das wird immer eine Teamentscheidung sein. Meine persönliche Sicht der Dinge wird nicht allein maßgebend sein, ich würde mich aber schon mit einbringen. Koalitionsverträge sind meist Kompromisse. Jeder der Verhandlungsparteien wird Zugeständnisse machen müssen. Immer bis zu einem gewissen Grad ist so etwas möglich. Parallelen zu unseren Zielen und Ideen sehe ich bei einigen Parteien. Einige unserer Ideen und Ziele wurden auch schon von anderen Parteien kopiert und modifiziert. z.B. bei den Grünen und der FDP. Auch bei den Linken ist das in Brandenburg schon in einem Kreis geschehen. Die Kulturflatrate wird diskutiert, Bürgergeld wird diskutiert, die Einschränkungen der persönlichen Freiheiten, die Zensur im Internet und viele andere Dinge sind schon Parteiübergreifend im Gespräch. Ich glaube das mit der Koalition wird erst noch interessant. Wie weit können sich die Parteien aufeinander zu bewegen. Auch wir Piraten werden eine Menge bewegen können, wenn wir einig sind und offen auch für neue Ideen, bereit dazu zu lernen. Bei der CDU/CSU und den rechten Parteien, kann ich mir im Moment keine Koalition vorstellen. Wobei die SPD im Moment für mich auch nicht koalitionsfähig wäre.
Was sagst Du zu der Ansicht, die Piratenpartei hätte sich nicht deutlich genug vom Rechtsextremismus distanziert?
Wer vertritt denn so eine absurde Meinung? Die Piraten sind vielleicht ein buntes Völkchen, aber sie sind freiheitlich demokratisch, und keineswegs irgendwo rechtsextrem und national gleich gar nicht. Sie gibt es international. In einer Anzahl Länder schon gegründet. Sie setzen sich in ihren Diskussionen für die Bürgerrechte ein, für die persönliche Freiheit und den Schutz der Privatsphäre. Sie kämpfen für freies Wissen, für alle die im Internet gegen die drohende Zensur sind. Also ich kann keinen Extremismus in irgendeine Richtung erkennen.
Weder nach Rechts noch nach Links.
Was sagst du zu der Ansicht, die Piratenpartei würde sich nicht ausreichend gegen illegales Filesharing, welches die Künstler schädigt, aussprechen?
Die Piratenpartei Deutschland verfolgt das Ziel, künstliche Monopole abzubauen. Diese entstehen nur deshalb, weil z.B. die Künstler und Kulturschaffenden über die Verlage, Labels und Verwertungsgesellschaften mit Verträgen um einen großen Teil ihrer Vergütung gebracht werden. Das Filesharing im Internet ist nur eine neue Form von Tausch. Man besucht sich nicht mehr, wie früher einmal, zum Platten hören, trifft sich nicht mehr bei Tauschbörsen. Meine Meinung ist, dass Tauschen ein Jahrhundert altes Menschenrecht ist. Das gehört nicht abgeschafft, sondern als normal angesehen und geduldet. Das Tauschen bringt auch nicht die Kulturschaffenden um die ihnen zustehenden Honorare. Die Lösung ist nach wie vor umstritten. Heute schon werden alle möglichen Abgaben auf Kopierer etwa und CD-Player, Rohlinge, Recorder und so weiter erhoben. Die GEMA, als Verwertungsgesellschaft erhebt
Gebühren und verteilt diese. Strittig ist, ob diese Modelle noch zeitgemäß sind. Ideen, wie die Kulturflatrate, werden parteienübergreifend diskutiert. Endgültige Lösungen müssten gemeinsam mit den Kreativen erarbeitet werden.
Siehst du die Piratenpartei als Partei der Nerds und Computerfreaks? Wenn ja, siehst du das
als hilfreich an, wenn nein, wie möchtest du gegensteuern?
Ja und nein. Ja, als solche ist sie entstanden. Gegründet auf Grund der Ignoranz von Politik und Industrie. Nein, weil wir nicht mehr nur Computerfreaks sind. Seit einigen Wochen kommen immer mehr Piraten dazu. Aus allen Bereichen der gesellschaftlichen Struktur. Wissenschaftler, Ärzte und Angestellte, Arbeitslose und Arbeiter. Auch viele ohne Affinität zum Computer. Einfach weil unsere Positionen richtig sind. Weil wir basisdemokratisch sind und eine Streitkultur an den Tag legen, die ihres gleichen in der etablierten politischen Umgebung sucht. Weil bei uns jede Meinung gehört wird. Jeder kann sich einmischen, die Transparenz unserer Partei lässt dieses ja auch zu.
Sollte sich die Piratenpartei auch in der Lokalpolitik und auf Länderebene mit eigenen Programmpunkten aufstellen?
Hier bin ich dafür. Gerade in den einzelnen Ländern gibt es Probleme, die im Bund nicht gehört werden. Probleme die die Menschen vor Ort bewegen. Ich sage nur Atommüllendlager, oder unterirdische CO2 Verklappung. Flughafenerweiterungen, Schifffahrtswege, Binnenhäfen, Infrastrukturen und Dinge die als Ländersache betrachtet werden. Hierzu müssen Landesverbände eine Meinung haben und auf Länderebene Alternativen aufzeigen, die die Bürger dazu bewegen, Piraten zu wählen.
Kennst Du die jungen Piraten, schon? Wenn ja woher?
Ja, leider bisher nur von der Webseite!
Bist du selbst ein junger Pirat?
Nein, ich glaube dem Alter schon entwachsen zu sein.
Was denkst du zu den Jungen Piraten?
Alles was ich bisher auf Eurer Seite lesen konnte, gibt mir die Hoffnung, dass wir für die Piratenpartei und ihre hohen Ziele, Enthusiasten finden, die sich einbringen und einmischen. Die mit freiheitlicher Selbstsicherheit das bestehende und künftige Konzept für eine neue zuschaffende menschlichere Welt eintreten. Uns „Alte“ ersetzen und noch besser in das Rad der sich derzeit verändernden Realität eingreifen. Wir starten das Ganze und ihr werdet es gut fortsetzen, denn auch eure Stimme wird gehört.
Hoffnungen und Wünsche an die Jungen Piraten:
Zeigt Euch, werbt weiter, organisiert öffentliche Aktionen. Die Menschen in unserem Lande haben nicht alle Internet und Onlineverständnis. Erhebt Eure Stimme immer wieder, wenn etwas ungerecht ist. Wenn vor allem in den Schulen und Universitäten, insgesamt im Bildungswesen, etwas unangenehm aufstößt. Wehrt Euch, wenn Ihr angegriffen werdet, streitet Euch in geschlossenen Räumen, bis Ihr Konsens, eine gemeinsame Sprache gefunden habt. Verzeiht Fehler der Anderen, sie werden daraus lernen, und sucht Gleichgesinnte auf allen Themengebieten auch aus anderen Vereinen und arbeitet mit ihnen zusammen. So werdet Ihr größer und stärker und helft damit auch der Piratenpartei!
Euer Axel Mehldau
Vorstand des Landesverbandes Brandenburg
Der Piratenpartei Deutschland
Die Jungen Piraten bedanken sich für die Antworten und wünschen viel Erfolg im Wahlkampf!
Ein herzliches: ARRRRRR!
Freie Bildung, freies Internet, Patente, transparenter Staat und Copyright: Die Hauptthemen von Mecklenburg-Vorpommerns Listenkandidat Nummer eins. Vor einem Jahr nach Rostock gezogen, zur Europawahl in die Partei eingetreten und nun für uns im hohen Norden wählbar: hier ist Sebastian Stiffel!
Der nun dritte Teil über Spitzenkandidaten über die “OPis” versucht, sich ihm per Interview zu nähern. Damit soll euch ein besserer Einblick in die Spitzenpositionen der Piratenpartei gewährt werden, quer durch Deutschland. Denn bald ist Bundestagswahl – doch wer kennt die Kandidaten in den Ländern wirklich näher? Wer sind sie, wofür stehen sie, was sind ihre Beweggründe? Um dies herauszufinden, haben wir vor einiger Zeit im Wiki Fragen gesammelt, aufgearbeitet und den Spitzenkandidaten der Piraten-Listen in den einzelnen Bundesländern geschickt.
Bis zur Bundestagswahl werden wir so viele Antworten wie möglich für euch veröffentlichen.
Wie heißt du, wie alt bist du und was machst du beruflich?
Sebastian Stiffel, 24 Jahre alt, Student (Wirtschaftsinformatik).
Hast du Familie und Kinder?
Nein, noch nicht.
Wie hast du von den Piraten erfahren und wann bist du ihnen beigetreten?
Im Rahmen der Europawahl, als die Piraten zum ersten Mal in Deutschland richtig in Aktion getreten sind.
Bist du Mitglied in einer anderen Partei als den PIRATEN oder warst es? Möchtest du etwas über deine politische Vergangenheit erzählen? Warum hast du dich für die Bundestagswahl aufstellen lassen?
Ich kandidierte früher bereits in meiner Heimat als Gemeinderat auf der Liste der Freien Wähler, um etwas gegen die absolute Mehrheit der CSU zu unternehmen. Ich bin bei keiner anderen Partei Mitglied. Ich habe für die Landesliste kandidiert, weil ich mich von unseren Volks„verteretern“ überhaupt nicht vertreten sehe und jetzt selbst etwas für Deutschland bewegen möchte.
Wenn du ein Mandat bekommst, inwiefern kannst du das mit deinem Beruf vereinbaren?
In diesem Fall wird mein Studium wohl oder übel pausieren müssen, denn ein Bundestagsmandat sehe ich nicht als Teilzeit-Job.
Welche Aufgaben übernimmst du für die Piratenbewegung, was sind deine Interessen und Tätigkeiten dabei?
Immer ganz vorne mit dabei in Mecklenburg-Vorpommern bin ich bei vielen Infotischen, Wahlkampfveranstaltungen und Stammtischen anzutreffen.
Wo auch immer Arbeit anfällt bin ich nicht weit…
Was würdest du als das wichtigste ansehen, das du als Parlamentarier bewegen kannst?
Ich werde medienwirksam auf den nicht vorhandenen Gegensatz zwischen Freiheit und Sicherheit hinweisen. Außerdem muss man Konsequenzen aus den Fehlern der letzten 8 Jahre verfassungsfeindlicher Politik ziehen.
Was im Bereich der Grundrechte?
Alle Instrumente, die uns Bürger unter Generalverdacht stellen oder unnötig Daten sammeln, müssen abgeschafft werden. Dazu gehört neben den wirren Zensurplänen der großen Koalition natürlich Vorratsdatenspeicherung und automatisches KFZ-Kennzeichen-Scanning sowie die Gesundheitskarte, der biometrischer Reisepass, der kommende digitaler Personalausweis, etc. pp.
Jedes Gesetz, wo in unverhältnismäßiger Art und Weise Daten erhoben oder verarbeitet werden (z.B. das sog. „Elena-Verfahren“) müssen gestoppt werden. Jetzt!
Was würdest du als das wichtigste ansehen, das du als Parlamentarier im Bereich Jugendpolitik bewegen kannst?
Deutschland lebt von Forschung und Innovation. Deshalb ist die Jugend unsere Zukunft. Wir können uns weder schlechte Bildung leisten, noch eine Zwei-Klassen-Bildung mit Studiengebühren befürworten, denn wir haben bereits jetzt zu wenige gut ausgebildete junge Menschen im Land! Bildung muss jedem offen stehen, unabhängig von sozialen Faktoren. Deshalb: Keine Studiengebühren und elternunabhängiges BAföG für alle!
Wenn du als PIRAT Teil einer Regierungskoalition werden könntest, mit wem würdest du am liebsten koalieren?
Da lege ich mich jetzt nicht fest, denn solange es gelingt, unsere Punkte in ein Regierungsprogramm bekommen, ist das Ziel erreicht. Am einfachsten gelingt das wohl mit den Grünen und die FDP.
Was sagst du zu der Ansicht, die Piratenpartei würde sich nicht ausreichend gegen illegales Filesharing, welches die Künstler schädigt, aussprechen?
Sollte sich die Piratenpartei denn überhaupt gegen „illegales Filesharing“ aussprechen? NEIN! Denn ich fordere die Einführung des Modells Kulturflatrate. Das bedeutet die Legalisierung privater Downloads bei fairer Vergütung der Künstler.
Siehst du die Piratenpartei als Partei der Nerds und Computerfreaks? Wenn ja, siehst du das als hilfreich an, wenn nein, wie möchtest du gegensteuern?
Es ist Tatsache, dass sich derzeit überwiegend Netz– und Computeraffine Bürger bei uns engagieren. Denn wer sich nicht selbst im Internet über Themen wie Zensursula oder Vorratsdatenspeicherung informiert hat, bekam größtenteils nur unkritische Berichte von Journalisten der alten Medien (TV und Print) vorgesetzt.
Sollte sich die Piratenpartei auch in der Lokalpolitik und auf Landesebene mit eigenen Programmpunkten aufstellen?
Ein Engagement auf Landesebene halte ich für unverzichtbar, denn eins unserer Kernthemen — die Bildungspolitik — wird hier gestaltet. Und nicht zuletzt Polizeiarbeit ist in unserer föderalen Republik Ländersache.
Kennst du uns, die Jungen PIRATEN, schon? Wenn ja, woher?
Natürlich! Ich folge euch natürlich auch bei Twitter und bin Mitglied der JuPis-Gruppe bei StudiVZ / MeinVZ.
Bist du selbst ein Junger PIRAT?
Nein, noch nicht. Ich ziehe eine Mitgliedschaft aber durchaus in Erwägung, sobald in Mecklenburg-Vorpommern Interesse aufkommt.
Was denkst du zu den Jungen PIRATEN?
Ich finde es klasse, dass eine so junge Partei bereits mit einer eigenen Jugendorganisation aufwarten kann. Und noch besser, wie aktiv und sichtbar die Jungen PIRATEN sind!
Was sollten die wichtigsten Aufträge an die Jungen PIRATEN im Gesamtkontext der Piratenpartei sein?
Die Interessen auch künftiger Wählergenerationen in die Politikgestaltung miteinfließen zu lassen.
Deine Empfehlungen, Hoffnungen und Wünsche an die Jungen Piraten?
Ich wünsche euch das gleiche exponentielle Wachstum, das auch der „großen“ Piratenpartei seit Zensursula stark gemacht hat.
Die Jungen Piraten bedanken sich für die Antworten und wünschen viel Erfolg im Wahlkampf!
Der Bundestag hat gestern mit 389 zu 128 Stimmen das Gesetz für Netzsperren verabschiedet, es gab 18 Enthaltungen. Erste Verfassungsklagen werden bereits vorbereitet.
Leider war es uns, den Netzaktivisten, trotz massiver Kritik an den Plänen und gigantischen Protesten nicht möglich, das Gesetz zu verhindern. 130.000 Unterschriften gegen ein Gesetz sprechen eine deutliche Sprache. Leider offensichtlich eine andere als die der meisten Politiker in Deutschland. Getragen von der großen Koalition war trotz innerparteilicher Kritik, z.B. in der SPD, wohl wenig zu machen. Hervorzuheben sind die Mitglieder der beiden sog. „Volksparteien“, die dagegen gestimmt haben. Dies sind Jochen Borchert (CDU), Dr. Wolfgang Wodarf, Jörg Tauss sowie Steffen Reiche (SPD). Sich gegen die Mehrheitspläne der Partei zu richten und sich nicht von hohlen Argumenten blenden zu lassen, zeigt Courage und Umsicht. Vielen Dank!
Mit dem Gesetz geht allerdings wie befürchtet eine lange Ära der Netzfreiheit in Deutschland einem bitteren Ende zu. Viele Kritiker hatten befürchtet, dass bereits binnen weniger Monate die Rufe nach einer Ausweitung des Gesetzes laut werden würden. Nun ist es so gekommen, dass bereits wenige Stunden nach der Verabschiedung die Vorschläge nach der Ausweitung z.B. auf sog. „Killerspiele“, die bereits im Vorfeld geäußert wurden, bekräftigt wurden. Thomas Strobl, CDU-Generalsekretär in Baden-Württemberg äußerte als erster CDU-Politiker die entsprechenden Begehrlichkeiten. Wahrscheinlich werden sich dem weitere CDU-Politiker anschließen, wodurch ein Spiel mit dem Feuer beginnen kann. Zwischen ineffizienten und schlecht kontrollierten Netzsperren und unkontrollierter, harter Zensur liegt nicht viel. Dass es möglich ist, die technischen Maßnahmen weniger leicht umgehbar zu gestalten, liegt auf der Hand. Dass es durch die nun geschaffene Möglichkeit leicht ist, die blockierten Inhalte auszuweiten, ebenfalls. Darin lauern große Gefahren für die Freiheit des Internets in der westlichen Welt.
Deshalb rufen die Jungen Piraten zusammen mit der Piratenpartei zum Widerstand auf! In Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf, Frankfurt, Hannover und weiteren Städten finden am Samstag, 20. Juni 2009, um 12:00 Uhr Protestdemonstrationen statt. Genauere Ort sowie das Programm finden sich auf http://www.LoeschenStattSperren.de.
Die Politik begeht einen großen Fehler! Das müssen wir öffentlich zeigen!
Die Piratenpartei konnte bei der gestrigen Europawahl sowohl in Deutschland als auch in Schweden sehr gute Ergebnisse einfahren. Mit 0.9% (229.117 Stimmen) konnte die Mindestzahl von 0.5% für Parteienfinanzierung bei Weitem überboten werden, sodass für weitere Wahlkämpfe genug Mittel zur Verfügung stehen sollten.
In Schweden wurde mit 7.1% auch die 4%-Hürde geknackt, sodass ein Abgeordneter der Piratpartiet (Christian Engström) in das Europaparlament einziehen wird. Link
Herzlichen Glückwunsch dazu von den Jungen Piraten! Wir hoffen weiterhin auf ähnlich gute und noch bessere Ergebnisse. Bundestag, wir kommen!;)
Nach der Löschung des Piratenpartei Profils im StudiVZ hat die Piratenpartei Deutschland eine Pressemitteilung rausgegeben. Die JuPis untertstützen die Mitteilung.
Die Piratenpartei kritisiert die einseitige Information der Nutzer auf StudiVZ und MeinVZ durch spezielle Wahlkampfprofile der etablierten Parteien und die Löschung des Profils der Piratenpartei. Die Piratenpartei fordert den Stopp dieser einseitigen Information und eine demokratische Gestaltung der Plattform mit der Möglichkeit, dass alle in Deutschland anerkannten Parteien sich ausgewogen präsentieren können.
StudiVZ, eines der größten deutschen „Social Networks“, ermöglicht den etablierten Parteien seit kurzem, Wahlkampf auf ihrer Plattform zu betreiben. Allen Parteien, welche bei der letzten Wahl den Einzug in den Bundestag geschafft haben, bietet StudiVZ dafür ein spezielles Profil an. Der Piratenpartei und anderen anerkannten Parteien wird diese Möglichkeit allerdings nicht eingeräumt. Im Gegenteil wurde das Profil der Piratenpartei gestern ohne Ankündigung von Seiten des Betreibers willkürlich gelöscht.
Angelo Veltens, Kandidat der Piratenpartei für die Europawahl, betrachtet das selektierende Verhalten des selbsterklärten Zugpferdes des Web-2.0-Wahlkampfes als undemokratische Wettbewerbsverzerrung: „Das muss man sich mal vorstellen: Während alten Parteien unter anderem für ihre überwachungsstaatlichen und technikfeindlichen Phantasien Logenplätze offeriert werden, wird die Piratenpartei aus einer Web-2.0-Community geschmissen. Es ist ein Unding, dass die kleinen Parteien bei den Möglichkeiten, in StudiVZ um die Wählergunst zu werben, diskriminiert werden. Demokratie sieht definitiv anders aus.“
Pirat Sebastian Bartsch, der das Profil für die Partei betrieb, erklärte: „Diese Aktion von StudiVZ ist nicht nur völlig unverständlich, sondern geht gemäß dem Streisand-Effekt auch nach hinten los: Viele Jung– und Erstwähler sind nun durch die Löschung unseres Profils überhaupt erst auf uns aufmerksam geworden — in der Piratenpartei-Gruppe bekommen wir regen Zuspruch. Wir hoffen, dass StudiVZ einlenkt und der Piratenpartei zukünftig wieder die Möglichkeit gibt, sich auf der Plattform zu präsentieren. Im Gegensatz zu den Etablierten haben wir mehr zu bieten als nur Online-Wahlplakate und verlangen, dass der Wähler hier umfassend informiert wird und auch wirklich alle Wahloptionen angeboten bekommt.„
